
Nasenarbeit mit Hund: So beschäftigst du deinen Hund artgerecht
Ein Hund muss nicht drei Stunden durch den Wald marschieren, um am Abend zufrieden in seinem Körbchen zu liegen. Manchmal reichen zwanzig Minuten, in denen er etwas tun darf, das für uns Menschen beinahe unspektakulär aussieht: schnüffeln, stehen bleiben, wieder zurückgehen, eine Spur aufnehmen, sie verlieren, neu suchen und schließlich etwas finden. Für den Hund passiert währenddessen allerdings deutlich mehr, als wir von außen sehen. Er arbeitet mit seinem wichtigsten Sinnesorgan, verarbeitet unzählige Geruchsinformationen und trifft während der Suche ständig kleine Entscheidungen.
Genau deshalb gehört Nasenarbeit für mich zu den sinnvollsten Möglichkeiten, einen Hund geistig auszulasten. Sie braucht weder einen Hundeplatz noch teures Zubehör, sie lässt sich an Alter, Temperament und körperliche Möglichkeiten des Hundes anpassen und sie kann so einfach beginnen, dass selbst ein Hund ohne jede Trainingserfahrung innerhalb weniger Minuten versteht, worum es geht.
Und damit ist auch schon der wichtigste Punkt geklärt: Nasenarbeit ist kein Spezialgebiet für Polizeihunde, Rettungshunde oder besonders ambitionierte Hundehalter. Im Grunde beginnt sie bereits in dem Moment, in dem du drei Stückchen Futter im Wohnzimmer verteilst und deinen Hund aufforderst, sie mit seiner Nase zu finden.

Was bedeutet Nasenarbeit beim Hund?
Unter Nasenarbeit versteht man jede Aufgabe, bei der der Hund seinen Geruchssinn gezielt einsetzen soll, um etwas Bestimmtes zu finden oder einer bestimmten Geruchsspur zu folgen.
Das kann ein Stück Futter unter einem Handtuch sein, ein verstecktes Spielzeug, ein Gegenstand in einem Karton, eine menschliche Fährte über eine Wiese oder der Individualgeruch eines Menschen beim Mantrailing.
Der große Unterschied zum normalen Schnüffeln auf dem Spaziergang liegt im Ziel. Natürlich benutzt dein Hund ohnehin ständig seine Nase. Für ihn erzählt ein Feldweg eine Geschichte, die für uns vollständig unsichtbar bleibt. Hier ist vor einiger Zeit ein Hund entlanggelaufen, dort hat ein Wildtier den Weg gekreuzt und ein paar Meter weiter befindet sich eine interessante Urinstelle.
Bei der Nasenarbeit gibst du dieser natürlichen Fähigkeit lediglich eine Aufgabe.
Du bringst deinem Hund also nicht das Riechen bei. Das kann er längst erheblich besser als du. Du bringst ihm bei, wonach er suchen soll und was er tun soll, wenn er sein Ziel gefunden hat. Genau dieses Prinzip zieht sich später durch fast alle Formen der Nasenarbeit, vom einfachen Suchspiel bis zur Fährte oder Zielobjektsuche.
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Warum ist die Hundenase so außergewöhnlich?
Menschen orientieren sich vor allem mit den Augen. Hunde leben dagegen wesentlich stärker in einer Welt aus Gerüchen.
Während der Mensch ungefähr fünf Millionen Riechzellen besitzt, kommen Hunde je nach Größe und Kopfform auf etwa 125 bis über 220 Millionen. Noch interessanter ist allerdings das Gehirn. Der Bereich, der Geruchsinformationen verarbeitet, ist beim Hund im Verhältnis erheblich größer als bei uns.
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Beim Schnüffeln verändert der Hund sogar seine Atmung. Er nimmt mehrere kurze Atemzüge hintereinander und kann mit seinen beiden Nasenlöchern Richtungsunterschiede wahrnehmen. Dadurch bekommt er Informationen darüber, aus welcher Richtung ein Geruch kommt.
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Für uns sieht das möglicherweise nach ein bisschen Schnuppern aus. Für den Hund ist es hochpräzise Informationsverarbeitung.
Und genau deshalb ist Nasenarbeit tatsächlich Arbeit.
Warum macht Nasenarbeit Hunde so müde?
Das ist wahrscheinlich eine der häufigsten Fragen rund um Nasenarbeit, denn viele Hundehalter erleben dasselbe: Der Hund sucht vielleicht zwanzig Minuten und schläft anschließend, als hätte er einen halben Wandertag hinter sich.
Der Grund liegt weniger in der körperlichen Bewegung als in der Konzentration.
Während einer Suchaufgabe trifft dein Hund fortlaufend Entscheidungen. Wird der Geruch stärker oder schwächer? Kommt er von rechts oder links? Führt diese Spur weiter? Hat der Wind den Geruch versetzt? Liegt die Quelle tatsächlich dort oder befindet sich dort nur eine Duftfahne?
Diese Form geistiger Arbeit ermüdet anders als Laufen.
Bei einem gesunden erwachsenen Hund können deshalb bereits etwa 15 bis 30 Minuten konzentrierter Nasenarbeit eine vollständige Beschäftigungseinheit darstellen. Für Welpen und Senioren reichen häufig fünf bis zehn Minuten, bei sehr aufgeregten Hunden können zu Beginn sogar drei bis fünf Minuten sinnvoll sein.
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Das heißt allerdings nicht, dass zwanzig Minuten Suchen einen Spaziergang vollständig ersetzen sollen. Bewegung, Umweltkontakte und gemeinsames Unterwegssein bleiben wichtig. Nasenarbeit ergänzt körperliche Bewegung, sie konkurriert nicht mit ihr.
Der interessante Unterschied entsteht vor allem bei Hunden, die immer mehr Bewegung bekommen und trotzdem kaum zur Ruhe kommen.
Wer versucht, einen aktiven Hund ausschließlich durch längere Spaziergänge, Fahrradfahren oder Ballwerfen müde zu bekommen, trainiert irgendwann vor allem dessen Kondition. Der Hund kann anschließend schlicht länger laufen.
Bei konzentrierter Sucharbeit wächst nicht in gleicher Weise ein immer größerer Bewegungsbedarf.
Ist Nasenarbeit eine artgerechte Beschäftigung?
Der Begriff „artgerecht“ wird bei Hundebeschäftigung ausgesprochen großzügig verteilt. Fast jedes Spielzeug bekommt ihn inzwischen auf die Verpackung geklebt.
Bei Nasenarbeit passt er allerdings tatsächlich sehr gut.
Der Hund bekommt eine Aufgabe, die auf einer Fähigkeit basiert, die für seine Wahrnehmung und sein natürliches Verhalten zentral ist: riechen, unterscheiden, verfolgen, suchen und finden.
Auch der VDH verweist inzwischen auf Untersuchungen, bei denen Hunde nach regelmäßigem Nosework positivere Reaktionen in Verhaltenstests zeigten als eine Vergleichsgruppe. Das wird als Hinweis darauf gewertet, dass gezielte Nasenarbeit auch das emotionale Wohlbefinden unterstützen kann.
Dabei ist allerdings wichtig, Nasenarbeit nicht automatisch mit immer schwierigeren Aufgaben gleichzusetzen. Ein Hund muss kein Hobby-Zollspürhund werden, damit die Beschäftigung sinnvoll ist.
Eine einfache Futtersuche kann genauso wertvoll sein wie eine komplizierte Geruchsunterscheidung.
Welche Hunde eignen sich für Nasenarbeit?
Fast alle.
Und genau darin liegt einer der großen Vorteile.
Ein junger Hund kann suchen. Ein alter Hund kann suchen. Ein kleiner Hund kann suchen. Ein großer Hund kann suchen. Ein Hund mit wenig Interesse an Spielzeug kann mit Futter arbeiten und ein Retriever, der sowieso ständig irgendetwas herumträgt, kann später mit Dummys arbeiten.
Entscheidend ist nicht, ob ein Hund Nasenarbeit machen kann, sondern welche Form zu ihm passt.
Nasenarbeit für Welpen
Ein Welpe braucht noch keine anspruchsvollen Suchaufgaben. Schon wenige Stückchen Futter auf einem Teppich reichen aus.
Die Einheiten sollten sehr kurz bleiben. Zwei bis fünf Minuten sind für einen jungen Welpen vollkommen ausreichend. Lange Wartezeiten, schwierige Verstecke oder körperlich belastende Aufgaben haben hier nichts verloren.
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Gerade bei Welpen ist der Gedanke „mehr ist besser“ ziemlich zuverlässig falsch.
Nasenarbeit für Senioren
Bei alten Hunden wird Nasenarbeit besonders interessant, weil die Nase meist wesentlich länger leistungsfähig bleibt als Bewegungsapparat, Augen oder Gehör.
Ein Hund, der keine langen Wanderungen mehr schafft, kann trotzdem eine kleine Suche im Wohnzimmer absolvieren. Verstecke lassen sich auf Bodenhöhe platzieren, Wege kurz halten und rutschfeste Unterlagen verwenden.
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So bleibt Beschäftigung möglich, obwohl körperlich längst nicht mehr alles geht.
Nasenarbeit für unsichere Hunde
Unsichere Hunde können von Suchaufgaben profitieren, weil sie dabei selbst Lösungen finden dürfen.
Der Mensch stellt die Aufgabe, aber anschließend übernimmt der Hund.
Er entscheidet, wo er sucht, wann er seine Richtung verändert und wie er zum Ziel gelangt. Diese Eigenständigkeit ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen klassischen Übungen, bei denen der Hund permanent auf menschliche Signale reagieren soll.
Dein Job besteht beim Suchen deshalb erstaunlich oft darin, einfach nichts zu tun.
Nicht zeigen. Nicht reden. Nicht zum Versteck schielen.
Das fällt Menschen übrigens wesentlich schwerer als Hunden.
Nasenarbeit für Jagdhunde
Bei Jagdhunden wird Nasenarbeit besonders spannend, denn hier kann man die Beschäftigung sehr gezielt an die ursprüngliche Arbeitsweise einer Rasse anpassen.
Dackel, Beagle, Bracken und viele Jagdterrier arbeiten beispielsweise gern mit tiefer Nase und großer Ausdauer. Fährtenarbeit liegt diesen Hundetypen deshalb häufig besonders gut.
Retriever bringen dagegen meist eine starke Bereitschaft mit, Gegenstände aufzunehmen und zurückzubringen. Dummyarbeit und Verlorensuche liegen hier nahe.
Vorstehhunde arbeiten wesentlich stärker mit Luftwitterung und können Freude an großflächigen Suchaufgaben entwickeln.
Stöberhunde wiederum suchen selbstständig in dichterem Gelände.
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Damit wird aus „Beschäftigung“ plötzlich etwas viel Interessanteres: Der Hund darf Fähigkeiten einsetzen, für die seine Rasse teilweise über viele Generationen selektiert wurde.
Aber verstärkt Nasenarbeit nicht den Jagdtrieb?
Diese Sorge hört man besonders bei Hunden, die ohnehin jede Wildspur interessant finden.
Die Antwort lautet: Es kommt darauf an, welche Nasenarbeit du machst.
Ein jagdlich stark motivierter Hund, den du völlig frei und ohne klare Aufgabe durch Wildgebiete stöbern lässt, bekommt dadurch möglicherweise tatsächlich noch mehr Gelegenheit, sich in selbstständigem Suchen zu verlieren.
Eine strukturierte Suche sieht anders aus.
Der Hund arbeitet an einer Leine oder auf einem sicheren Gelände, erhält einen klaren Startpunkt, eine definierte Aufgabe und einen eindeutigen Abschluss. Die Belohnung entsteht am Fundort und die gesamte Arbeit findet gemeinsam mit dem Menschen statt.
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Gerade bei Jagdhunden kann Nasenarbeit deshalb eine sehr sinnvolle Möglichkeit sein, vorhandene Anlagen in kontrollierte Bahnen zu lenken.
Welche Arten von Nasenarbeit gibt es?
An diesem Punkt wird es schnell unübersichtlich, weil unter „Nasenarbeit“ alles von drei Keksen im Wohnzimmer bis zum ausgebildeten Rettungshund landet.
Im Alltag kannst du grob zwischen einigen großen Bereichen unterscheiden.
Futtersuche
Das ist der einfachste Einstieg.
Der Hund sucht sichtbare oder versteckte Futterstücke. Du kannst sie auf dem Teppich verteilen, unter Handtüchern legen, in Kartons verstecken oder draußen ins Gras streuen.
Keine Spezialausrüstung, kein großes Training.
Gegenstandssuche
Hier sucht der Hund nicht unmittelbar Futter, sondern einen bestimmten Gegenstand.
Das kann zunächst sein Lieblingsspielzeug sein und später ein festgelegtes Suchobjekt.
Zielobjektsuche
Bei der Zielobjektsuche lernt der Hund, einen ganz bestimmten Geruch unter anderen Gerüchen herauszufinden und seinen Fund anzuzeigen.
Das ähnelt im Prinzip der Arbeit professioneller Spürhunde, nur mit harmlosen Alltagsgerüchen.
Fährtenarbeit
Bei der klassischen Fährtenarbeit folgt der Hund einer Bodenspur.
Wenn ein Mensch über eine Wiese läuft, entstehen durch jeden Schritt Veränderungen im Boden und an den Pflanzen. Der Hund arbeitet diese Spur mit tiefer Nase Schritt für Schritt aus.
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Mantrailing
Beim Mantrailing sucht der Hund einen bestimmten Menschen anhand seines Individualgeruchs.
Im Gegensatz zur klassischen Fährte kann der Trail auch über Asphalt, Kreuzungen und belebte Gebiete führen.
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Dummyarbeit und Verlorensuche
Dabei sucht der Hund Gegenstände in einem größeren Gebiet und bringt sie zum Menschen zurück.
Gerade Retriever haben daran häufig ausgesprochen viel Freude.
Und damit sind wir noch längst nicht am Ende. Dazu kommen Schleppen, Personensuche, Rettungshundearbeit, Geruchsdifferenzierung und verschiedene Hundesportarten.
Für den Anfang brauchst du davon allerdings genau gar nichts.
So beginnst du mit Nasenarbeit
Die einfachste erste Suchaufgabe dauert zwei Minuten.
Nimm ungefähr zwanzig kleine Futterstücke und einen Raum mit rutschfestem Boden.
Zunächst legst du ein Futterstück direkt vor deinen Hund. Danach wirfst du einzelne Stücke etwas weiter weg. Anschließend verteilst du mehrere Stückchen auf einer kleinen Fläche und gibst erstmals ein Suchsignal, beispielsweise „Such“.
Dein Hund lernt dadurch zwei Dinge: Es lohnt sich, die Nase einzusetzen, und dein Suchwort kündigt an, dass jetzt eine Suchaufgabe beginnt.
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Das klingt geradezu lächerlich leicht.
Soll es auch sein.
Einer der häufigsten Fehler bei Nasenarbeit besteht darin, dass Menschen viel zu früh versuchen, den Hund zu beeindrucken. Das erste Versteck klappt, also kommt das nächste selbstverständlich hinter den Schrank, unter drei Decken und möglichst noch in einen geschlossenen Karton.
Der Hund hatte ungefähr neunzig Sekunden Zeit zu lernen, was wir eigentlich von ihm möchten.
Deshalb gilt beim Aufbau: lieber mehrere einfache Erfolge als ein spektakulärer Misserfolg.
Drei Regeln machen Nasenarbeit wesentlich leichter
Die erste Regel lautet: Mach immer nur eine Sache schwieriger.
Eine Suchaufgabe kann über Entfernung, Größe des Suchgebietes, Höhe, Ablenkung, Untergrund, Wetter oder Geruch schwieriger werden.
Wenn du gleichzeitig von der Wohnung in den Park wechselst, das Suchgebiet verdoppelst und das Versteck schwieriger machst, weißt du am Ende nicht einmal mehr, woran dein Hund gescheitert ist.
Dein Buch arbeitet deshalb mit einer sehr sinnvollen Fünferregel: Erst wenn eine Stufe mehrfach sicher klappt, wird weiter gesteigert.
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Die zweite Regel lautet: Hilf weniger.
Ein Mensch sieht das Versteck und findet es deshalb nahezu unerträglich, wenn sein Hund drei Meter daneben sucht.
Also zeigt er. Dann redet er. Dann schaut er deutlich Richtung Versteck. Und irgendwann sucht der Hund nicht mehr nach Geruch, sondern liest seinen Menschen.
Bei Nasenarbeit muss dein Hund lernen, seiner Nase zu vertrauen.
Die dritte Regel lautet: Hör früher auf.
Die beste Suchrunde endet nicht dann, wenn der Hund vollständig erschöpft ist, sondern wenn er noch Lust auf eine weitere Aufgabe hätte.
Woran erkennst du, dass dein Hund genug hat?
Ein Hund sagt ziemlich deutlich, wenn die Konzentration nachlässt.
Er sucht langsamer, schaut häufiger in die Gegend, beschäftigt sich plötzlich mit unwichtigen Gerüchen, gähnt, kratzt sich oder schüttelt sich mitten während der Arbeit.
Auch hektisches Suchen kann ein Zeichen dafür sein, dass die Aufgabe zu schwer geworden ist.
In deinem Buch ist dafür eine sehr vernünftige Regel enthalten: Wenn mehrere Anzeichen von Anspannung nacheinander auftreten, wird die Aufgabe leichter gemacht oder mit einer einfachen Suche beendet.
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Nasenarbeit soll Konzentration erzeugen, keinen Prüfungstag.
Brauche ich besondere Ausrüstung?
Für die ersten Wochen wahrscheinlich nicht.
Futter, Kartons, alte Handtücher, Becher und vielleicht ein Lieblingsspielzeug reichen völlig aus.
Für die Arbeit draußen kommen ein gut sitzendes Geschirr, eine längere Leine und Wasser dazu.
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Wenn du später Fährtenarbeit, Mantrailing oder Dummyarbeit betreibst, wird die Ausrüstung spezieller. Aber für den Einstieg ist Nasenarbeit gerade deshalb so angenehm, weil man nicht erst eine Einkaufsliste abarbeiten muss.
Ein leerer Karton kann für einen Hund interessanter sein als ein sogenanntes Intelligenzspielzeug für 79,95 Euro.
Der Karton weiß das allerdings nicht und verlangt deshalb keinen Premium-Aufpreis.
Wie oft sollte ein Hund Nasenarbeit machen?
Neue Übungen lassen sich gut mit mehreren kurzen Einheiten über die Woche verteilen.
Leichte Suchspiele in der Wohnung können durchaus regelmäßig stattfinden. Anspruchsvollere Fährtenarbeit braucht mehr Erholung zwischen den Einheiten.
Für einen erwachsenen Anfänger reichen fünf bis fünfzehn Minuten pro Einheit zunächst problemlos aus, später können daraus 15 bis 30 Minuten werden. Welpen und Senioren bleiben kürzer.
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Mehr Nasenarbeit bringt nicht automatisch mehr Nutzen.
Ein Hund braucht außerdem Spaziergänge, Schlaf, Sozialkontakte, Bewegung und vor allem Phasen, in denen überhaupt nichts von ihm verlangt wird.
Kann Nasenarbeit einen Spaziergang ersetzen?
Gelegentlich: ja.
Dauerhaft: nein.
An einem Regentag kann eine gute Suchrunde in der Wohnung durchaus einmal eine größere Runde ersetzen. Dasselbe gilt beispielsweise zeitweise bei Krankheit, eingeschränkter Beweglichkeit oder Leinenpflicht. Dein Buch nennt genau solche Situationen als sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für Sucharbeit.
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Der normale Hundealltag besteht aber aus mehr als Auslastung.
Ein Spaziergang bietet Bewegung, Umwelterkundung, Gerüche, Sozialkontakte und Abwechslung. Deshalb wäre es ziemlich seltsam, Nasenarbeit ausgerechnet gegen das natürliche Schnüffeln draußen auszuspielen.
Beides gehört zusammen.
Macht Nasenarbeit einen Hund ruhiger?
Sie kann dabei helfen.
Gerade im Vergleich zu stark erregenden Beschäftigungen wie ständigem Ballwerfen läuft konzentrierte Sucharbeit häufig ruhiger ab. Einige Hundeschulen setzen sie deshalb gezielt bei schnell hochfahrenden oder unsicheren Hunden ein.
Aber auch hier sollten wir keine Wunder versprechen.
Nasenarbeit ersetzt weder Erziehung noch Verhaltenstraining. Ein Hund, der an der Leine zieht, wird nicht automatisch leinenführig, weil er eine Fährte suchen kann. Ein Hund mit Angstproblemen verliert seine Angst nicht durch einen Schnüffelteppich.
Und ein Hund, der plötzlich vertraute Suchaufgaben verweigert oder beim Bücken Schmerzen zeigt, braucht keine schwierigere Motivation, sondern gegebenenfalls eine tierärztliche Untersuchung.
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Welche Nasenarbeit passt zu meinem Hund?
Das findest du meistens schneller heraus, als du denkst.
Ein Hund, der gern Dinge trägt, könnte Freude an Dummyarbeit haben. Ein Hund, der permanent Spuren mit tiefer Nase verfolgt, ist ein guter Kandidat für Fährtenarbeit. Ein Hund, der Menschen großartig findet, kann Personensuche lieben. Ein Hund, der lieber ruhig und konzentriert arbeitet, kann bei Zielobjektsuche aufblühen.
Und wenn dein Hund nichts davon beeindruckend findet, aber ausgesprochen begeistert Käsewürfel unter einem Handtuch sucht, dann hast du ebenfalls deine Antwort.
Nasenarbeit muss kein Hundesport werden.
Sie darf einfach eine gute Beschäftigung sein.
Nasenarbeit beginnt nicht beim Profi, sondern beim ersten Fund
Vielleicht ist genau das das Angenehme an diesem Thema: Zwischen dem Familienhund, der heute sein erstes Stück Trockenfutter unter einem Handtuch sucht, und einem ausgebildeten Suchhund liegt zwar eine riesige Strecke, aber beide benutzen dasselbe Werkzeug.
Ihre Nase.
Du musst deinem Hund deshalb keine neue Fähigkeit beibringen. Du musst nur lernen, Aufgaben so zu stellen, dass er seine vorhandene Fähigkeit einsetzen kann.
Fang leicht an, beobachte deinen Hund und gib ihm Zeit, selbst Lösungen zu finden.
Denn ausgerechnet bei der Nasenarbeit ist der Mensch häufig nicht derjenige, der am meisten lernen muss, weil die Aufgabe kompliziert wäre.
Sondern weil er akzeptieren muss, dass der Hund in diesem Moment schlicht der Experte ist.
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Meta Description: Nasenarbeit lastet Hunde geistig aus und nutzt ihren stärksten Sinn. Erfahre, welche Suchspiele geeignet sind, wie du beginnst und welche Nasenarbeit zu deinem Hund passt.
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