Wie Pflege ich einen Golden Retriever
Wenn du deinen Golden Retriever streichelst, fühlst du zuerst das Deckhaar. Es liegt obenauf, ist etwas fester, glänzt und darf glatt oder leicht gewellt sein. Dieses Haar leitet Wasser ab. Ein Golden, der aus dem See steigt und sich schüttelt, ist an der Haut erstaunlich schnell wieder trocken.
Darunter sitzt die Unterwolle. Sie ist weich, dicht und wächst so eng, dass Wasser kaum bis zur Haut vordringt. Diese Schicht wärmt im Winter und hält im Sommer die Hitze ab. Beide Schichten zusammen sind der Grund, warum diese Hunde stundenlang in kaltem Wasser arbeiten konnten.
Für dich bedeutet dieser Aufbau zweierlei. Erstens verliert dein Hund ganzjährig Haare, mit zwei starken Phasen im Frühjahr und im Herbst. Zweitens verfilzt Unterwolle, sobald sie ausfällt und im Deckhaar hängen bleibt. Ein Filzknoten liegt dicht an der Haut, zieht bei jeder Bewegung und wird darunter feucht.
Regelmäßige Pflege löst beides. Rechne mit zehn Minuten Bürsten an drei bis vier Tagen pro Woche. In den Wechselphasen brauchst du täglich fünfzehn Minuten. Das klingt nach viel und wird zu einer festen Gewohnheit, die dein Hund meist genießt.

Welche Ausrüstung brauche ich für die Pflege meines Golden Retrievers
Für die Pflege eines Golden Retrievers brauchst du vier Dinge.
Eine Zupfbürste mit gebogenen Drahtzinken ist dein Hauptwerkzeug. Damit arbeitest du das Deckhaar durch und holst lose Unterwolle heraus. Achte auf abgerundete Zinkenenden, damit die Haut geschont bleibt.
Ein grober Metallkamm mit langen Zinken ist deine Kontrolle. Wenn dieser Kamm ohne Widerstand vom Ansatz bis zur Spitze durchläuft, ist die Stelle sauber. Genau dieser Kamm zeigt dir Filzstellen, die deine Hand übersieht.
Ein Unterwollkamm hilft in den Wechselphasen. Er hat kurze, dicht stehende Zähne und holt große Mengen Unterwolle heraus. Setze ihn mit leichter Hand ein und nur dort, wo viel Wolle sitzt, also an Hals, Schenkeln und Flanken.
Eine Schere mit abgerundeter Spitze brauchst du für die Pfoten. Eine gerade Schere reicht dafür aus.
Ein Werkzeug bleibt außen vor: Geräte, die das Haar schneiden statt es auszukämmen, beschädigen das Deckhaar. Dazu gehören scharfe Entfilzungsmesser und die bekannten Klingenharken. Sie zeigen schnelle Ergebnisse und hinterlassen ein Fell, das stumpf nachwächst.
Wöchentliche Komplett – Pflege Deines Goldie’s
Arbeite immer in derselben Reihenfolge. Dein Hund lernt den Ablauf und entspannt dabei.
Beginne an den Vorderläufen. Dein Hund steht oder liegt auf der Seite. Bürste in Wuchsrichtung, Strähne für Strähne, und arbeite dich von unten nach oben vor. Dieses Vorgehen heißt Linienbürsten: Du hebst mit der freien Hand das Haar an, bürstest die darunterliegende Schicht und legst dann die nächste Schicht frei. So erreichst du die Haut statt nur die Oberfläche.
Danach folgen Brust und Hals. Hier sitzt bei Rüden besonders viel Unterwolle. Anschließend arbeitest du über den Rücken und die Flanken.
Dann kommen die empfindlichen Stellen: hinter den Ohren, in den Achseln, an den Innenseiten der Schenkel und rund um den Rutenansatz. Dort verfilzt das Fell am schnellsten, weil Haut auf Haut reibt.
Zum Schluss die Federn an Rute, Hosen und Bauch. Diese langen Haare kämmst du mit dem Metallkamm durch.
Fahre am Ende mit dem groben Kamm über den ganzen Hund. Bleibt er irgendwo hängen, arbeitest du diese Stelle noch einmal nach.

Fellwechsel beim Golden Retriever
Zweimal im Jahr wechselt dein Golden Retriever einen großen Teil seines Fells. Im Frühjahr stößt er die dichte Winterunterwolle ab, im Herbst macht er Platz für die neue. Diese Phasen dauern jeweils zwei bis vier Wochen, und in dieser Zeit findest du Wolle auf jedem Möbelstück im Haus.
Der Ablauf lässt sich steuern. Bürste täglich und arbeite dabei mit dem Unterwollkamm an den Stellen, an denen die Wolle in dicken Büscheln sitzt: seitlich am Hals, an den Schenkeln und entlang der Flanken. Du wirst über die Menge staunen, die aus einem einzigen Hund herauskommt.
Ein warmes Bad beschleunigt den Vorgang. Das Wasser löst die abgestorbene Wolle, und beim anschließenden Trockenföhnen mit kühler Luft fällt sie in Massen aus. Viele Hundesalons bieten genau das als Fellwechselbehandlung an, und einmal pro Wechsel lohnt sich der Termin.
Bewege dich beim Bürsten in diesen Wochen ruhig nach draußen. Die Wolle bleibt im Garten liegen und Vögel holen sie sich für ihre Nester.
Zwischen den Wechselphasen bleibt ein leichter, gleichmäßiger Haarverlust bestehen. Das gehört zu dieser Rasse dazu.
Filzstellen erkennen und lösen
Filz entsteht dort, wo ausgefallene Unterwolle im Deckhaar hängen bleibt und durch Bewegung verdreht wird. Fünf Stellen sind besonders anfällig.
Hinter den Ohren liegt sehr feines Haar, das durch das Ohrenschütteln ständig in Bewegung ist. Kontrolliere diese Stelle bei jedem Bürsten.
In den Achseln reibt der Oberarm bei jedem Schritt am Brustkorb. Filz sitzt hier dicht an der Haut und wird oft erst entdeckt, wenn er bereits zieht.
An den Innenseiten der Hinterschenkel entsteht Filz aus demselben Grund. Die Rute wischt zusätzlich darüber.
Am Rutenansatz sammelt sich Wolle, weil dein Hund sich dort setzt.
Zwischen den Zehen bilden sich kleine, harte Knoten, die beim Laufen drücken.

Zum Lösen arbeitest du von außen nach innen. Halte die Haarsträhne dicht an der Haut fest, damit dein Hund den Zug nicht spürt, und zupfe den Filz mit den Fingern von der Spitze her auseinander. Erst wenn er lockerer sitzt, kommt der Kamm zum Einsatz.
Sitzt ein Knoten fest an der Haut, schneide ihn mit der Schere längs auf und kämme die Reste heraus.
Das Fell des Golden Retrievers
Im Sommer taucht regelmäßig die Idee auf, einen Golden Retriever kurz zu scheren. Der Gedanke wirkt einleuchtend: weniger Fell, weniger Hitze. Das Gegenteil tritt ein.
Die Unterwolle bildet eine Luftschicht, die deinen Hund vor Hitze schützt. Sie hält die Sonnenwärme von der Haut fern, so wie eine Hauswand mit Dämmung im Sommer kühl bleibt. Ein geschorener Golden liegt mit der Haut fast direkt in der Sonne und heizt sich schneller auf. Dazu kommt das Risiko eines Sonnenbrands, gerade bei hellen Hunden mit rosa Haut.
Der zweite Punkt betrifft das Nachwachsen. Unterwolle wächst schnell, Deckhaar langsam. Nach einer Schur schiebt sich die Wolle durch und verdrängt die Struktur des Deckhaars. Das Fell wirkt danach oft wollig, stumpf und verfilzt leichter. Bei manchen Hunden bleibt dieser Zustand dauerhaft.
Für die Kühlung an heißen Tagen helfen andere Wege: eine Kühlmatte im Schatten, Spaziergänge in den frühen Morgenstunden, ein flaches Gewässer und ein gut ausgekämmtes Fell, in dem die Luft zirkulieren kann.
Am Bauch und an den Pfoten darf gekürzt werden. Der Rest bleibt stehen.
Pfotenpflege beim Goldie
Zwischen den Zehen deines Golden Retrievers wächst Haar, das über die Ballen hinausreicht. Auf Fliesen und Laminat wird daraus eine Rutschbahn, im Winter sammeln sich darin Schnee- und Eisklumpen.
Kürze dieses Haar alle vier bis sechs Wochen. Lege deine Hand unter die Pfote, spreize die Zehen leicht und schneide das Haar bündig mit den Ballen ab. Die Haare an der Oberseite der Pfote bleiben stehen, sie gehören zum Erscheinungsbild.
Kontrolliere dabei die Ballen selbst. Risse, eingetretene Steinchen oder rote Stellen zwischen den Zehen fallen so früh auf.
Die Krallen brauchen alle drei bis vier Wochen einen Blick. Bei einem Hund mit dreißig Kilogramm Gewicht wirkt eine zu lange Kralle stark auf das Zehengelenk. Der Zeh wird nach oben gedrückt, die Stellung verändert sich, und über Jahre entstehen daraus Schmerzen.
Die richtige Länge erkennst du im Stand: Die Krallen berühren den Boden gerade so, ohne dass der Zeh angehoben wird. Auf hartem Untergrund hörst du zu lange Krallen klackern.
Wie du deinem Hund die Krallenpflege beibringst, damit er sie freiwillig annimmt, liest du im Kapitel über das Medical Training.
Wichtig: Kontrolliere regelmäßig die Ohren Deines Goldie’s!
Die Ohren sind die empfindlichste Stelle deines Golden Retrievers. Sie hängen dicht am Kopf an, sind innen behaart und schließen den Gehörgang gegen Luft ab. Darunter bleibt es warm und feucht. Genau diese Bedingungen mögen Bakterien und Hefepilze.
Dazu kommt die Wasserfreude der Rasse. Jeder Sprung in den See spült Wasser in den Gehörgang, und es bleibt dort.
Kontrolliere die Ohren zweimal pro Woche. Klappe die Ohrmuschel hoch und schau hinein. Gesund sieht die Haut blassrosa aus und riecht nach nichts Besonderem. Ein süßlicher oder muffiger Geruch, braunes Sekret, Rötung oder häufiges Kopfschütteln sind Anlass für einen Termin beim Tierarzt.
Nach jedem Schwimmen trocknest du die Ohren ab. Lege ein weiches Tuch in die Ohrmuschel und tupfe den äußeren Bereich trocken. Der Gehörgang selbst bleibt dabei unberührt, dorthin gehören weder Wattestäbchen noch Finger.
Für die regelmäßige Pflege reicht ein mildes Ohrreinigungsmittel aus der Tierarztpraxis, einmal im Monat. Träufle es in den Gehörgang, massiere den Ohrgrund einige Sekunden und lasse deinen Hund den Kopf schütteln. Was herauskommt, wischst du außen ab.
Zahnpflege
Zahnstein entsteht bei jedem Hund, der weiches Futter bekommt. Aus Belag wird binnen Tagen harter Stein, darunter zieht sich das Zahnfleisch zurück, und über Jahre entstehen Entzündungen, die Schmerzen bereiten und über den Blutkreislauf Organe belasten.
Tägliches Zähneputzen ist der einzige Weg, der das zuverlässig aufhält. Für einen Golden Retriever spricht dabei einiges: Die Rasse arbeitet gern mit, das Maul ist groß und gut zugänglich, und die Bereitschaft, den Kopf ruhig zu halten, ist meist vorhanden.
Nutze eine weiche Kinderzahnbürste oder eine Fingerbürste und Zahnpasta für Hunde. Diese Pasta schäumt kaum und darf geschluckt werden. Sorten mit Geflügel- oder Lebergeschmack machen den Anfang leichter.
Beginne mit den Außenflächen der Backenzähne, denn dort entsteht der meiste Stein. Hebe die Lefze mit dem Daumen an und arbeite mit kreisenden Bewegungen am Zahnfleischrand entlang. Zwanzig Sekunden pro Seite reichen aus. Die Innenflächen reinigt die Zunge weitgehend selbst.
Zusätzlich helfen Kauartikel und Kaustreifen, die auf Zahnreinigung ausgelegt sind. Sie ersetzen das Putzen nicht, verlängern aber die Zeit zwischen zwei Zahnreinigungen beim Tierarzt.
Muss ein Golden Retriever gebadet werden?
Ein Golden Retriever badet seltener, als die meisten Menschen denken. Das Deckhaar trägt eine dünne Fettschicht, die Wasser abweist und die Haut schützt. Jedes Shampoo löst diese Schicht, und der Hund braucht danach Tage, um sie wieder aufzubauen.
Zwei bis vier Bäder im Jahr reichen für einen normalen Familienhund aus. Dazu kommen die Gelegenheiten, bei denen dein Hund sich in etwas gewälzt hat.
Und das passiert oft 😅😂 Golden Retriever lieben es, irgendwo zu schwimmen, sich zu wälzen oder auch mal quer durch den Schlamm zu wühlen.

Nutze ein mildes Hundeshampoo. Menschenshampoo hat einen anderen Säurewert und reizt die Hundehaut.
Oder spüle einfach nur den Dreck runter.
Nutze Shampoo nicht häufiger als 4-5 mal im Jahrv
Der Ablauf: Bürste deinen Hund gründlich durch, bevor er nass wird, denn Filz zieht sich im Wasser fest. Wässere das Fell mit lauwarmem Wasser bis auf die Haut, was bei dieser Dichte länger dauert als erwartet. Verteile das Shampoo, massiere es ein und spüle so lange, bis das Wasser klar abläuft. Reste im Fell führen zu Juckreiz.
Trockne mit Handtüchern vor und lasse deinen Hund danach an einem warmen Ort abtrocknen. Ein Föhn auf kühler Stufe beschleunigt das.
Nach dem Schwimmen im Sommer gilt eine Regel: Trockne dichte Stellen ab. Feuchtigkeit unter dem Fell begünstigt entzündete Hautstellen, die als Hot Spots bekannt sind.
Hier kannst Du noch mehr lesen über Golden Retriever
Wenn Du wissen möchtest, was eigentlich Retriever sind, dann kannst Du Dich hier einlesen Was sind eigentlich Retriever.
Und die Lieblingsbeschäftigungeines Retrievers ist Apportieren, da haben wir eine ganze Serie zum Thema.

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