
Rassetypisches Hundezubehör: Warum ein Hund mehr braucht als die passende Größe
Hundezubehör wird häufig erstaunlich pauschal gekauft. Der Hund wiegt 25 Kilogramm, also bekommt er Größe L. Der Halsumfang beträgt 42 Zentimeter, also passt dieses Halsband. Der Hund ist mittelgroß, also wird irgendein mittelgroßes Hundebett bestellt. Rein mathematisch kann das alles stimmen und trotzdem kann das Zubehör ziemlich schlecht zum Hund passen.
Denn Hunde unterscheiden sich nicht nur durch ihre Größe. Körperbau, Fell, Bewegungsweise, ursprüngliche Verwendung, Temperament und sogar typische gesundheitliche Schwachstellen einer Rasse können darüber entscheiden, welches Hundezubehör sinnvoll ist.
Genau deshalb halte ich rassetypisches Hundezubehör nicht für eine übertriebene Spezialdisziplin für Menschen, die ihrem Hund am liebsten noch die Bettwäsche passend zur Fellfarbe kaufen würden. Es geht vielmehr darum, Zubehör nicht für irgendeinen Hund mit ungefähr denselben Maßen auszuwählen, sondern für den Hund, der tatsächlich vor einem steht.
Warum die Hunderasse beim Hundezubehör überhaupt eine Rolle spielt
Vergleiche einmal einen Golden Retriever, einen Dackel, einen Windhund und einen Französischen Bulldog miteinander. Selbst wenn zwei dieser Hunde zufällig dasselbe Gewicht hätten, wären sie körperlich noch lange nicht vergleichbar.
Ein Hundekörbchen für Golden Retriever braucht ganz andere Merkmale als ein Hundekörbchen für Dackel
Der eine besitzt einen langen Rücken und kurze Beine, der nächste einen tiefen Brustkorb und eine schmale Taille, ein anderer viel Fell und einen kräftigen Körper, während wiederum andere Rassen einen sehr kurzen Hals, einen breiten Brustkorb oder einen vergleichsweise feinen Knochenbau haben.
Und genau diese Unterschiede begegnen uns beim Hundezubehör für verschiedene Hunderassen immer wieder.
Ein Geschirr muss beispielsweise nicht nur um den Brustkorb herumreichen. Es muss so sitzen, dass Schulter und Vordergliedmaßen möglichst wenig eingeschränkt werden und nichts scheuert oder verrutscht. Ein Hundemantel muss nicht nur lang genug sein, sondern zum Verhältnis zwischen Rückenlänge, Brusttiefe und Beinumfang passen. Und ein Hundebett sollte nicht allein nach dem Gewicht des Hundes ausgewählt werden, sondern danach, wie groß er ausgestreckt tatsächlich ist und wie er bevorzugt schläft.
Rassetypisches Hundezubehör beginnt deshalb nicht beim Design, sondern bei der Anatomie.
Ein Dackel braucht anderes Hundezubehör als ein Golden Retriever
Gerade auf Hundewissen ist dieser Unterschied interessant, weil wir uns mit sehr verschiedenen Hunderassen beschäftigen.
Beim Dackel fällt beispielsweise sofort der außergewöhnlich lange Rücken in Kombination mit den kurzen Gliedmaßen auf. Bei Zubehör können deshalb ganz andere Dinge wichtig werden als bei einem Golden Retriever. Ein hoher Einstieg in ein Hundebett, eine ungünstig sitzende Hundetragetasche oder ein schlecht geschnittenes Geschirr können bei einem Dackel ganz andere Probleme verursachen als bei einem hochbeinigen Hund.
Beim Golden Retriever spielen wiederum sein größerer und kräftigerer Körper, sein dichtes Fell und seine Bewegungsfreude eine Rolle. Bei einem Hundebett braucht er entsprechend viel tatsächliche Liegefläche und eine Unterlage, die sein Gewicht vernünftig trägt. Bei Bademänteln, Geschirren oder Mänteln entstehen wiederum andere Anforderungen.
Ein Windhund bringt die nächste Körperform mit. Tiefer Brustkorb, schmale Taille, häufig schlanker Hals und wenig isolierendes Körperfett beziehungsweise Fell machen Standardlösungen nicht automatisch zur besten Wahl.
Schon an diesen wenigen Beispielen sieht man: „Für mittelgroße Hunde“ oder „für Hunde bis 30 Kilogramm“ sagt über die tatsächliche Eignung eines Produktes erstaunlich wenig aus.
Rassetypisches Hundezubehör bedeutet nicht, dass der Rassename auf der Verpackung stehen muss
Das ist mir besonders wichtig, denn mit dem Begriff Hundezubehör nach Hunderasse lässt sich natürlich auch hervorragend Marketing betreiben.
Nur weil auf einem Produkt „für Labrador“, „für Dackel“ oder „für Golden Retriever“ steht, ist es noch lange nicht besser geeignet. Im schlechtesten Fall handelt es sich um exakt dasselbe Produkt, das lediglich mit unterschiedlichen Suchbegriffen angeboten wird.
Mit rassetypischem Hundezubehör meine ich deshalb etwas anderes.
Wir schauen uns zunächst die typischen Eigenschaften einer Hunderasse an und überlegen anschließend, welche Anforderungen sich daraus ergeben. Erst danach suchen wir nach einem geeigneten Produkt.






