
Dark Golden Retriever, Red Golden Retriever, brauner und schwarzer Golden Retriever: die Farben und der Golden Retriever als Designer Dog
Du suchst einen Golden Retriever in Dunkelgold, stolperst über Anzeigen mit „dark gold„, „red golden“ oder sogar „brauner Golden Retriever Welpe“,

und plötzlich taucht auch noch ein schwarzer Hund unter demselben Rassenamen auf. Zwischen Züchterseiten, Kleinanzeigen und Instagram entsteht dabei der Eindruck, es gäbe den Golden Retriever in einem breiten Farbangebot wie ein Auto in der Preisliste.
Der Rassestandard und die Farbvererbung erzählen eine andere Geschichte. Ein Teil dieser Farbnamen beschreibt echte Schattierungen innerhalb der Rasse, ein anderer Teil beschreibt Werbebegriffe, und ein dritter Teil beschreibt Hunde, die einer ganz anderen Rasse angehören oder als Golden Retriever Designer Dog gezielt gekreuzt wurden.
Dieser Beitrag sortiert alle diese Begriffe. Du erfährst, welche Farbtöne der Standard zulässt, wie Dunkelgold entsteht, woher der rote Ton stammt, welche Hunde hinter braunen und schwarzen Anzeigen stecken und woran Du einen Züchter erkennst, der Farbe als Zugabe behandelt statt als Verkaufsargument.
Was der Rassestandard zur Farbe des Golden Retrievers sagt
Der FCI-Standard Nummer 111 beschreibt die Farbe des Golden Retrievers in einem einzigen kurzen Satz: jede Schattierung von Gold oder Cremefarben, weder Rot noch Mahagoni. Einige wenige weiße Haare an der Brust sind erlaubt.
Damit ist der Farbrahmen weit gesteckt und gleichzeitig klar begrenzt. Innerhalb dieses Rahmens liegen alle Töne von einem sehr hellen, fast weißlichen Creme über Hellgold und mittleres Gold bis zu einem satten, warmen Dunkelgold, das im Sonnenlicht kupferfarben schimmern kann. Diese Töne sind gleichwertig. Ein cremefarbener Hund erfüllt den Standard genauso wie ein dunkelgoldener.
Wichtig für das Verständnis aller weiteren Farbnamen: Der Standard beschreibt nur das Fell. Nase, Lefzen, Lidränder und Ballen tragen bei jedem Golden Retriever schwarzes Pigment, unabhängig davon, wie hell oder dunkel das Fell ausfällt. Ein Hund mit brauner Nase und braunen Lidrändern zeigt also bereits am Kopf, dass eine andere Rasse beteiligt ist.
Die deutschen Rassezuchtvereine im VDH, also der Deutsche Retriever Club und der Golden Retriever Club, arbeiten nach diesem Standard. Ein Welpe mit Ahnentafel aus diesen Vereinen stammt aus Elterntieren, die farblich in diesem Rahmen liegen.
Dunkelgolden, dark gold, dark golden: drei Namen für denselben Farbton
Die Begriffe „dunkelgolden“, „dark golden“, „dark gold“ und „golden retriever dark“ meinen im deutschen Sprachgebrauch alle dasselbe: ein kräftiges, sattes Gold mit deutlichem Rotanteil, das viel dunkler wirkt als das Bild vom hellen Familienhund aus der Werbung.
Eine offizielle Definition dieser Farbnamen gibt es allerdings nirgends. Der Standard kennt nur „jede Schattierung von Gold oder Cremefarben“. Alles, was darüber hinaus an Farbnamen kursiert, stammt aus der Praxis der Züchter, aus Zuchtbüchern verschiedener Länder und aus der Werbung. Deshalb kann ein Hund, den ein Züchter als dunkelgolden führt, bei einem anderen Züchter schlicht als golden laufen.
Der amerikanische Kennel Club arbeitet mit drei Bezeichnungen: hellgolden, golden und dunkelgolden. Diese Einteilung hat sich international eingebürgert und taucht auch in deutschen Anzeigen auf, obwohl der FCI-Standard sie so gar nicht kennt.
Für Dich als Käufer heißt das: Verlasse Dich auf Fotos der Elterntiere bei Tageslicht, statt auf den Farbnamen in der Anzeige. Dieselbe Hündin sieht auf einem Bild im Sommer auf der Wiese kupferrot aus und im Winter im Flur mittelgolden.
Wie die goldene Farbe entsteht und warum sie so viele Schattierungen hat
Die Farbe eines Hundes entsteht aus zwei Pigmenten. Das eine ist dunkel und sorgt für schwarze und schokoladenbraune Haare, das andere ist gelb und sorgt für alle Töne von Cremeweiß bis Dunkelrot.
Jeder reinrassige Golden Retriever trägt reinerbig eine Erbanlage, die im Fell ausschließlich das gelbe Pigment zulässt. Fachleute sprechen von rezessivem Gelb. Diese Erbanlage bekommt der Hund von beiden Elternteilen, und sie wirkt wie ein Schalter, der die dunklen Haarfarben im Fell abschaltet. Genau deshalb liegt die gesamte Farbpalette der Rasse im gelben Bereich.
Wie dunkel dieses Gelb ausfällt, steuern weitere Erbanlagen, die den Farbton abstufen. Dunkle Schattierungen setzen sich dabei meist gegenüber hellen durch. Aus zwei dunkelgoldenen Elterntieren können also durchaus hellere Welpen fallen, während zwei cremefarbene Hunde in aller Regel wieder helle Welpen bringen. Züchter können den Farbton über die Auswahl der Zuchtpartner über Generationen hinweg langsam in eine Richtung verschieben, und genau das passiert seit Jahrzehnten in beide Richtungen.
Diese Erklärung ist der Schlüssel für alles Weitere. Solange der Schalter für die dunklen Pigmente im Fell geschlossen bleibt, bleibt der Hund golden. Schwarzes oder schokoladenbraunes Fell setzt eine Erbanlage voraus, die außerhalb der Rasse liegt.
Red Golden Retriever: woher der rote Ton stammt
„Red golden retriever“ und „retriever rot“ gehören zu den meistgesuchten Farbbegriffen überhaupt, und zwar vor allem, weil sie in den USA offensiv beworben werden. Gemeint ist ein Golden Retriever im dunkelsten Bereich der Rasse, dessen Fell mahagonifarben bis kupferrot wirkt.
Nach dem FCI-Standard gehört Rot ausdrücklich zu den Farben, die außerhalb des Rahmens liegen. In der Praxis landen diese Hunde deshalb in den Zuchtbüchern als dunkelgolden. Auf Ausstellungen haben sehr dunkle Hunde es in Europa schwer, im Alltag und im Jagdeinsatz spielt das keine Rolle.
Der rote Ton hat einen historischen Hintergrund, der bis zur Entstehung der Rasse zurückreicht. Lord Tweedmouth verpaarte 1868 auf seinem schottischen Gut Guisachan den gelben Retriever Nous mit der Tweed Water Spaniel Hündin Belle. In den folgenden Jahrzehnten flossen weitere Rassen ein, darunter der rote Setter, der Labrador, der Flat Coated Retriever und der Bloodhound. Der Setter gilt als Quelle für die kräftigen roten Töne, die bis heute in manchen Linien auftauchen.
Auffällig ist außerdem, dass viele sehr dunkle Hunde aus Arbeitslinien stammen. Diese Hunde tragen oft ein kürzeres Fell, weniger Befederung, einen leichteren Körperbau und deutlich mehr Arbeitswillen. Der Farbton und der Typ hängen also indirekt zusammen, weil in denselben Linien beides gemeinsam weitergegeben wird. Wer einen dunklen Hund kauft, kauft überdurchschnittlich oft auch einen sehr aktiven Hund. Darauf komme ich weiter unten zurück.
Ein Begriff, der hier gern durcheinandergerät: „Foxred“ gehört zum Labrador Retriever und beschreibt dort die dunkelsten gelben Hunde. Beim Golden Retriever taucht er nur in der Werbung auf.
Retriever rot: welche Retriever wirklich rot sind
Es gibt sechs Retrieverrassen, und der Suchbegriff „retriever rot“ führt bei genauem Hinsehen zu drei ganz unterschiedlichen Hunden.
Der Golden Retriever im dunkelgoldenen Bereich wirkt rötlich, bleibt aber genetisch golden. Der Labrador Retriever kommt in Gelb vor, und die dunkelsten gelben Labradore laufen unter der Bezeichnung Foxred. Und dann gibt es den Nova Scotia Duck Tolling Retriever, den kleinsten der Retriever, dessen Fell tatsächlich fuchsrot leuchtet und der weiße Abzeichen an Rute, Brust, Gesicht und Pfoten tragen darf.
Der Toller wird regelmäßig für einen kleinen Golden Retriever gehalten. Im Wesen liegen Welten dazwischen: Er ist deutlich schneller im Kopf, reagiert intensiver auf Reize, arbeitet lauter und braucht einen Menschen, der ihm Struktur anbietet. Wer das Bild vom ruhigen, freundlichen Goldie im Kopf hat und einen roten Hund kauft, kann hier eine echte Überraschung erleben.
Der Irish Setter, der farblich ebenfalls in diese Suche rutscht, gehört zu den Vorstehhunden und zählt zu den Vorfahren des Golden Retrievers, arbeitet in der Jagd aber ganz anders.
Brauner Golden Retriever: was in diesen Anzeigen wirklich steckt
Die Suche nach „brown golden retriever“ und „brauner Golden Retriever“ wächst seit Jahren, und einige Seiten bedienen sie mit einer erstaunlichen Erzählung: Sie beschreiben den braunen Golden Retriever als seltene Farbvariante der Rasse, sprechen von besonderen Pigmentmarkern und erklären, diese Farbe entstehe innerhalb des Genpools der Rasse.
Diese Darstellung passt zu keiner Farbvererbung, die bei Hunden bekannt ist. Schokoladenbraunes Fell setzt das dunkle Pigment voraus, und genau dieses Pigment bleibt beim Golden Retriever im Fell abgeschaltet. Ein Hund mit echtem braunem Fell, brauner Nase und braunen Lidrändern trägt Erbanlagen anderer Rassen.
Wenn Dir also ein brauner Hund als Golden Retriever angeboten wird, gehört er zu einer dieser Gruppen:
Erstens zum Flat Coated Retriever, den es neben Schwarz auch in Braun gibt. Der Flat ähnelt dem Golden im Körperbau, trägt längeres, glattes Fell und wirkt für Fremde wie ein dunkler Goldie.
Zweitens zum Labrador Retriever in Schokobraun, der bei kurzem Fell sofort erkennbar ist und bei einer Kreuzung mit längerem Haar durchaus goldieähnlich aussieht.
Drittens zum Chesapeake Bay Retriever oder zum Curly Coated Retriever, die beide in Brauntönen vorkommen und in Deutschland selten sind.
Viertens zu einem Golden Retriever Designer Dog, also einer gezielten Kreuzung. Der bekannteste Fall ist der Goldendoodle aus Golden Retriever und Pudel. Trägt der Pudel Braun oder Schwarz, fallen auch dunkle Welpen, und einige Anbieter verkaufen diese dann als seltene Farbe des Golden Retrievers.
Fünftens zu einem sehr dunkelgoldenen Golden Retriever, der auf einem warm belichteten Foto braun wirkt. Dieser Fall ist häufiger, als Du denkst, und lässt sich mit zwei Fragen klären: Welche Farbe hat die Nase, und welche Farbe haben die Lidränder? Schwarzes Pigment dort spricht für einen dunkelgoldenen Goldie.
Golden Retriever braun Welpe: worauf Du beim Wurf achtest
Bei Welpen wird die Sache noch unübersichtlicher, weil junge Golden Retriever ihre endgültige Farbe erst über Monate entwickeln. Viele Welpen kommen deutlich heller zur Welt und dunkeln nach, manche werden später auch wieder etwas heller.
Züchter arbeiten deshalb seit Generationen mit einem einfachen Hinweis: Die Haare an den Ohrrändern zeigen recht früh, in welchem Bereich der erwachsene Hund landen wird. Ein Welpe mit sehr dunklen Ohren wird meist ein dunkelgoldener Hund, ein Welpe mit hellen Ohren bleibt eher im mittleren Bereich. Als grober Anhaltspunkt funktioniert das gut, als Garantie funktioniert es nie.
Bei einem Wurf, der als „brauner Golden Retriever Welpe“ beworben wird, lohnen sich drei Fragen an den Anbieter:
Welche Rasse haben Mutter und Vater, und wo kannst Du beide sehen? Seriöse Züchter zeigen Dir mindestens die Mutter mit den Welpen im eigenen Zuhause.
Liegt eine Ahnentafel eines VDH-Vereins vor? Diese Papiere belegen die Abstammung über Generationen und die Zugehörigkeit zur Rasse.
Welche Gesundheitsuntersuchungen haben die Elterntiere? Dazu gleich mehr.
Wenn ein Anbieter Farbe als Hauptargument nach vorn stellt und über Abstammung und Untersuchungen wenig sagt, hast Du Deine Antwort bereits.
Golden Retriever in schwarz: hier beginnt die andere Rasse
„Golden retriever in schwarz“ gehört zu den Suchbegriffen mit dem größten Volumen in diesem ganzen Themenfeld, und die Antwort darauf ist die klarste von allen: Schwarzes Fell im Retrievertyp gehört zum Flat Coated Retriever, zum Labrador Retriever, zum Curly Coated Retriever oder zu einer Kreuzung mit einer dieser Rassen.
Ich habe selbst jahrzehntelang mit Flat Coated Retrievern gearbeitet und im Dummysport geführt, und ich erlebe diese Verwechslung bei jedem Spaziergang. Der Flat trägt langes, glattes, glänzend schwarzes Fell, eine lange, schmale Kopfform, kräftige Befederung an Beinen und Rute und ein Gesicht, das Fremde spontan an einen Goldie erinnert.
Im Wesen unterscheiden sich die beiden Rassen allerdings deutlich. Der Flat bleibt lange kindlich, arbeitet mit enormer Begeisterung, entscheidet unterwegs gern selbst und braucht einen Menschen, der Freude an dieser Eigenständigkeit hat. Wer sich innerlich auf den ruhigen, anlehnungsbedürftigen Familienhund eingestellt hat, bekommt beim Flat einen fröhlichen Wirbelwind, der bis ins hohe Alter jung bleibt. Den Flat gibt es in Schwarz und in Braun, gelegentlich fallen gelbe Welpen, die der Standard als Fehlfarbe führt.
Der zweite häufige Fall hinter schwarzen Anzeigen ist der Designer Dog. Eine Verpaarung von Golden Retriever und schwarzem Labrador bringt oft schwarze Welpen mit goldieähnlichem Kopf, weil das dunkle Pigment sich gegenüber dem gelben durchsetzt. Dasselbe passiert bei Golden Retriever und schwarzem Pudel. Solche Hunde tauchen dann als „schwarzer Golden Retriever“ in Kleinanzeigen auf, und der Preis liegt gern über dem eines Welpen aus einer Vereinszucht.
Golden Retriever Designer Dog: die gezielten Kreuzungen im Überblick
Der Golden Retriever gehört zu den beliebtesten Rassen der Welt, und genau deshalb steht er im Zentrum des Designer-Dog-Marktes. Sein Name verkauft, sein Ruf als freundlicher Familienhund verkauft, und jede Kreuzung mit ihm bekommt einen Fantasienamen mit Wiedererkennungswert.
Diese Kreuzungen begegnen Dir in Deutschland am häufigsten:
Goldendoodle aus Golden Retriever und Pudel. Die bekannteste Kreuzung überhaupt, beworben mit einem Fell, das wenig haart. Ob ein einzelner Welpe tatsächlich wenig haart, zeigt sich erst mit dem Fellwechsel, weil sich die Fellanlagen beider Rassen in jedem Wurf neu mischen.
Goldador aus Golden Retriever und Labrador Retriever. Beide Rassen arbeiten ähnlich, der Wurf fällt oft schwarz oder gelb aus.
Golden Shepherd aus Golden Retriever und Deutschem Schäferhund. Hier treffen ein apportierender Jagdhund und ein Hütehund mit Schutztrieb aufeinander, zwei Aufgaben, die im selben Hund für Spannung sorgen können.
Golden Mountain Dog aus Golden Retriever und Berner Sennenhund, verkauft über die Optik und das Gewicht.
Verpaarungen mit dem Nova Scotia Duck Tolling Retriever, die zum Teil mit dem Argument beworben werden, das Erbgut beider Rassen zu erweitern.
Der entscheidende Punkt bei allen diesen Hunden: Eine Kreuzung erbt Anlagen beider Elternrassen, und das gilt für die Gesundheit genauso wie für die Optik. Hüftgelenksdysplasie, Ellenbogendysplasie und erbliche Augenerkrankungen kommen bei Golden Retriever, Labrador und Pudel gleichermaßen vor. Ein Wurf aus zwei untersuchten Elterntieren bietet Dir eine solide Grundlage, ein Wurf aus zwei ungetesteten Elterntieren bietet Dir ein Versprechen.
Bei Designer Dogs findet die Untersuchung der Eltern seltener statt, weil keine Vereinsstruktur sie einfordert. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einem durchdachten Zuchtprojekt und einer Vermehrung, die auf einen Trend aufspringt. Und genau hier lohnt sich Deine Nachfrage am meisten.
Dark Golden Retriever Züchter: woran Du eine gute Zucht erkennst
Der Suchbegriff „dark golden retriever züchter“ zeigt, dass viele Menschen gezielt nach dunklen Hunden suchen. Es gibt in Deutschland Zuchtstätten, die sich seit Jahren auf Gold und Dunkelgold ausgerichtet haben und dafür Show- und Arbeitslinien miteinander verbinden. Das funktioniert, solange die Farbe an letzter Stelle der Auswahlkriterien steht.
Diese Punkte kannst Du bei jedem Züchter abfragen, und ein guter Züchter beantwortet sie gern und ausführlich:
Mitgliedschaft in einem Rassezuchtverein im VDH, also im Deutschen Retriever Club oder im Golden Retriever Club, samt Zuchtzulassung der Elterntiere.
Auswertung der Hüftgelenke und der Ellenbogen durch einen anerkannten Gutachter, mit Befund auf dem Papier.
Augenuntersuchung durch einen Tierarzt der DOK, jährlich wiederholt, bei Zuchttieren einschließlich Gonioskopie.
Gentests auf die erblichen Netzhauterkrankungen der Rasse, also GR-PRA1, GR-PRA2 und prcd-PRA, dazu Ichthyose und Muskeldystrophie.
Herzuntersuchung, weil beim Golden Retriever Herzerkrankungen vorkommen.
Aufzucht im Haus mit Anschluss an das Familienleben, Geräusche, Besucher, verschiedene Untergründe.
Fragen des Züchters an Dich. Wer wissen will, wie Du lebst, arbeitest und Deinen Hund auslasten möchtest, denkt an die Welpen.
Ein Preis zwischen etwa 1800 und 2800 Euro ist bei einer Vereinszucht mit vollständigen Untersuchungen üblich. Wenn ein Anbieter mit seltener Farbe wirbt und dafür einen deutlich höheren Preis aufruft, zahlst Du für ein Wort, das im Rassestandard fehlt.
Ändert die Farbe den Charakter?
Diese Frage taucht in jeder Beratung auf, und die Antwort fällt beruhigend aus: Die Farbe selbst sagt über das Wesen eines Golden Retrievers wenig aus. Ein cremefarbener und ein dunkelgoldener Hund aus derselben Zuchtlinie ähneln sich im Kopf.
Der Unterschied, der tatsächlich zählt, liegt in der Linie. Show- und Ausstellungslinien bringen häufig kräftigere, ruhigere Hunde mit viel Fell, oft im hellen Bereich. Arbeitslinien bringen häufig leichtere, wendigere Hunde mit kürzerem Fell, viel Arbeitswillen, hoher Reizoffenheit und dem Wunsch, den ganzen Tag Aufgaben zu erledigen. Und weil dunkle Farbtöne in vielen Arbeitslinien verankert sind, findest Du hinter einem dunkelgoldenen Hund überdurchschnittlich oft einen Hund mit hohem Bedarf an Beschäftigung.
Für Dich heißt das: Frage den Züchter nach der Linie, nach dem, was die Elterntiere im Alltag leisten, und nach den Aufgaben, die sie brauchen. Diese Auskunft sagt Dir mehr über Deine nächsten zwölf Jahre als jeder Farbname.
Passend dazu ist Dummytraining für beide Linien die Beschäftigung, die dem Golden Retriever am meisten entspricht. Der Hund arbeitet dabei mit der Nase, mit dem Kopf und mit seinem Menschen zusammen, und er kommt körperlich und geistig zur Ruhe.
Warum derselbe Hund unterschiedlich aussieht
Bevor Du Fotos vergleichst, lohnt ein Blick auf die Bedingungen, unter denen sie entstanden sind. Die Farbe eines Golden Retrievers wirkt je nach Situation völlig anders:
Am Körper trägt der Hund verschiedene Töne gleichzeitig. Die lange Unterwolle an Brust, Bauch, Beinen und Rute erscheint deutlich heller als das Deckhaar am Rücken. Deshalb wirkt ein dunkelgoldener Hund von der Seite dunkel und von unten hell.
Im Jahresverlauf bleicht das Fell in der Sonne aus und wird nach dem Fellwechsel wieder satter.
Mit dem Alter kommt bei vielen Hunden ab etwa sieben Jahren die weiße Gesichtsmaske, die den Gesamteindruck aufhellt.
Die Nase gehört zu den kleinen Besonderheiten der Rasse. Bei vielen Golden Retrievern hellt sie im Winter auf und wird im Sommer wieder dunkel. Diese Wechselnase gehört zum Bild dieser Rasse.
Und die Tasthaare sind bei Hunden mit rezessivem Gelb häufig weiß, während sie bei dunkel pigmentierten Rassen dunkel sind.
Wenn Du Dich für einen dunklen Retriever entscheidest
Ein Rat aus dreißig Jahren Arbeit mit Retrievern: Suche zuerst den Hund, der zu Deinem Leben passt, und lass die Farbe die letzte Frage sein, die Du beantwortest.
Gehe die Punkte in dieser Reihenfolge durch. Wie viel Zeit hast Du täglich für Bewegung und Kopfarbeit? Wie ruhig soll Dein Hund im Haus sein? Wie viel Fellpflege willst Du leisten? Welche Aufgabe kannst Du dem Hund anbieten, damit er zufrieden ist? Erst danach schaust Du Dir an, welcher Züchter zu Deinen Antworten passt, und siehst dort die Welpen an, die es gerade gibt.
Wenn Dir ein schwarzer Hund im Retrievertyp gefällt, dann schau Dir den Flat Coated Retriever als eigene Rasse an, mit allem, was zu ihm gehört. Wenn Dich ein brauner Hund anzieht, dann sieh Dir den braunen Flat, den Labrador in Schokobraun oder den Chesapeake Bay Retriever an. Diese Rassen haben eigene Namen, eigene Zuchtvereine, eigene Gesundheitsprogramme und eigene Fans, die Dir jede Frage beantworten.
Ein Hund, dessen Farbe im Mittelpunkt der Anzeige steht, bringt Dir eine hübsche Optik. Ein Hund, dessen Eltern untersucht, ausgewertet und wesensfest sind, bringt Dir zwölf gute Jahre.
Häufige Fragen zu den Farben des Golden Retrievers
Gibt es schwarze Golden Retriever?
Schwarzes Fell setzt dunkles Pigment voraus, und im Fell des Golden Retrievers bleibt dieses Pigment abgeschaltet. Hunde, die als schwarze Golden Retriever angeboten werden, sind Flat Coated Retriever, Labradore, Curly Coated Retriever oder Designer Dogs aus einer Kreuzung mit einer dieser Rassen.
Was ist der Unterschied zwischen dark golden und red golden?
Beide Begriffe beschreiben Hunde am dunklen Ende der Rasse. „Dark golden“ ist die Bezeichnung, die in Zuchtbüchern verwendet wird, „red golden“ ist ein Werbebegriff für besonders rötliche Hunde. Der FCI-Standard führt Rot als Farbe außerhalb des Rahmens, weshalb diese Hunde offiziell als dunkelgolden geführt werden.
Sind dunkelgoldene Golden Retriever selten?
In Deutschland überwiegen mittlere und helle Töne, dunkle Hunde gibt es in geringerer Zahl. Selten im Sinne von besonders wertvoll sind sie deshalb allerdings nicht, und einige Zuchtstätten haben sich seit Jahren auf diesen Farbton ausgerichtet.
Welche Farbe hat ein Golden Retriever Welpe später?
Die Ohrränder geben früh einen Hinweis auf den erwachsenen Farbton. Endgültig zeigt sich die Farbe zwischen dem ersten und dem zweiten Lebensjahr, nach dem ersten großen Fellwechsel.
Was kostet ein dunkelgoldener Golden Retriever?
Bei einer Zucht im VDH mit vollständigen Untersuchungen der Elterntiere liegt der Preis meist zwischen 1800 und 2800 Euro, unabhängig vom Farbton. Aufschläge für seltene Farben zahlst Du für ein Verkaufsargument.
Ist ein Golden Retriever Designer Dog gesünder als ein reinrassiger Hund?
Eine Kreuzung erbt die Anlagen beider Elternrassen. Gesundheit entsteht durch Untersuchung und Auswahl der Elterntiere, und diese findet bei Vereinszuchten verlässlich statt. Bei Designer Dogs entscheidet der einzelne Züchter darüber, weshalb Deine Nachfrage nach Befunden hier besonders wichtig ist.
Warum wird der Flat Coated Retriever für einen schwarzen Golden Retriever gehalten?
Beide Rassen haben eine ähnliche Größe, langes Fell mit Befederung und einen freundlichen Gesichtsausdruck. Der Flat trägt einen längeren, schmaleren Kopf, bleibt im Wesen deutlich länger jung und arbeitet eigenständiger.






