Transport und Sicherheit

Transport und Sicherheit beim Golden Retriever

Alltag und Haltung — Geschirr: richtiger Sitz beim Golden

Beim Golden Retriever ist es wichtig, dass das Geschirr gut passt. Bei einem kräftigen, tiefbrüstigen Hund dieser Größe sollte das Geschirr die Brust freigeben, an den Achseln nicht scheuern und sich der Bewegung anpassen.

So muss ein Geschirr sitzen :

Front: Der Bruststeg verläuft mittig über das Brustbein. Die Schultern bleiben frei, kein Riemen darf auf dem Brustbein sitzen.

Norweger- und Sattelgeschirre mit waagerechtem Brustband sind daher ungeeignet.

Rückensteg: Er muss lang genug sein, damit der hintere Riemen automatisch weit hinten sitzt und nicht in die Achsel rutscht.

Rumpfgurt: Er liegt auf dem Rippenkorb, etwa auf Höhe der hintersten Rippe. Niemals in der Achsel, niemals hinter den Rippenbogen in den Bauchbereich.

Es gibt nur wenig handelsübliche Geschirre, die Goldens passen. Alternativ kann ein maßgeschneidertes Geschirr gewählt werden, das exakt an den Golden angepasst ist.

Halsband und Leinen – Vor- und Nachteile

Das Halsband bleibt die klassische Wahl. Es kann dauerhaft getragen werden und bietet Platz für eine Telefonnummer, eine Hundemarke oder einen GPS- Tracker. Besonders bei Hunden mit Jagdtrieb gibt das zusätzliche Sicherheit.

Auch die Wahl der Leinenlänge hängt vom Einsatz ab. Für Spaziergänge im Feld oder im Wald eignet sich eine lange Schleppleine von fünf Metern, damit der Golden ein wenig Freiheitsgefühl hat. In der Stadt 1,20 Metern sinnvoll, um Nähe und Kontrolle zu gewährleisten. Beim Training nehmen wir eine sehr dünne Leine ohne Handschlaufe. Achtet auf kleine Karabinerhaken, denn ist dieser zu groß, stört es den Golden sehr.

Besonders hilfreich ist es, den Hund auf verschiedene Leinenarten zu prägen. Wird zum Beispiel eine bestimmte Leine ausschließlich für Gehorsamsübungen genutzt, weiß der Hund: Jetzt ist Arbeitsmodus angesagt. Eine andere Leine kann für Freizeit oder Alltagsspaziergänge stehen. Diese klare Trennung schafft Orientierung und erleichtert das Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund erheblich.

Beim jungen Hund haben wir beim Spazieren immer zwei Leinen dabei. Eine für das Fuß laufen und eine lange Leine für die Freizeit.

Transport im Auto

Die Hundebox ist das klassische und unverzichtbare Hilfsmittel für einen sicheren Transport im Auto. Sie schützt den Hund bei einem Unfall und verhindert, dass er den Fahrer ablenkt.

Wichtig ist, dass wir eine TÜV geprüfte Box mit hohen Sicherheitsstandard für das Auto verwenden. Diese sind nicht ganz billig, aber einmal angeschafft, bietet sie den Hund grösstmögliche Sicherheit beim fahren.

Auch zu Hause kann eine Hundebox wertvolle Dienste leisten. Sie dient als Rückzugsort und behagliche Höhle, die der Hund gerne aufsucht. Mit einer Decke über der Box lässt sie sich verdunkeln, sodass Ruhe leichter fällt. Wichtig ist: Eine Hundebox darf niemals als Strafe genutzt oder geschlossen werden, um den Hund „wegzusperren“. Sie sollte jederzeit offenstehen und positiv verknüpft werden, dann wird sie von den meisten Hunden gern angenommen.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Welpenauslauf oder Welpengitter. Das eignet sich nicht nur für junge Hunde, sondern auch für erwachsene Golden, die schwer zur Ruhe kommen oder bei Alleinbleiben noch unsicher sind. Der begrenzte Raum gibt Sicherheit und hilft reaktiven Hunden, Stress zu reduzieren. Damit das funktioniert, muss der Auslauf schrittweise aufgebaut werden. Zunächst bleibt der Besitzer dabei, später wird die Zeit langsam gesteigert. Wichtig: Das Gitter sollte immer dort stehen, wo die Familie ist, zum Beispiel im Wohnzimmer.

Trainingplan: Gewöhnung an die Box

Die Box soll für den Golden ein sicherer, angenehmer Ruheort werden, ein Platz zum Schlafen, Entspannen und später auch für Autofahrten oder kurze Ruhezeiten im Alltag. Die Gewöhnung an die Box läuft ruhig, kleinschrittig und mit vielen guten Verknüpfungen. Gerade Golden reagieren sehr fein auf Druck, deshalb bringt Gelassenheit hier deutlich mehr als Tempo.

Am ersten Tag steht die Box offen im Raum, dort, wo ihr euch viel aufhaltet. Eine weiche Decke, ein vertrauter Geruch und ein paar Futterstücke direkt vor dem Eingang reichen völlig. Der Golden darf schauen, schnuppern und selbst entscheiden, wie nah er gehen möchte. Später wandert das Futter ein Stück weiter hinein, bis er freiwillig mit allen vier Pfoten in der Box steht.

Am zweiten Tag bekommt die Box einen noch höheren Wert. Das Futter gibt es nun regelmäßig dort, gern auch einen kleinen Kauartikel oder gefüllten Schleckmatte-Einsatz. Wichtig ist, dass die Tür offen bleibt. Ziel ist, dass dein Golden lernt: In der Box passiert Angenehmes und dort lohnt es sich, länger zu bleiben.

An weiteren Tagen beginnen die Ruhephasen. Schicke ihn in die Box, wenn Du weißt, das er müde ist. Werfe dazu ein paar Leckerli hinein, warte bis er die gefressen hat und sage gegebenenfalls „Platz“ oder „bleib“ oder was Du sonst sagst, wenn er irgendwo bleiben soll.

Nachdem Du die Box 1 -2 Wochen positiv aufgebaut hast, kannst Du weitere Schritte probieren.

Während dein Golden in der Box frisst oder mit einer Schleckmatte beschäftigt ist, schließt du die Tür für zwei bis drei Sekunden und öffnest sie sofort wieder. Das wird mehrfach wiederholt, ganz selbstverständlich und ohne großes Aufheben. Danach verlängerst du langsam auf zehn, zwanzig und später dreißig Sekunden.

An weitere Tagebentfernst du dich erstmals wenige Schritte. Erst nur bis zur Tür, dann kurz aus dem Raum und direkt wieder zurück. Dein Hund soll erleben, dass Ruhe in der Box und dein Weggehen zusammengehören und dass du immer verlässlich wiederkommst.

Ab dann kannst Du die Box für das Autofahren verwenden.Mein Golden Paul ist von Anfang an immer gern zum Schlafen in seine Box gegangen, so dass er immer eine Stoffbox zuhause als Rückzugsort hat und eben seine Autobox, die ich kuschelig und gemütlich eingerichtet hab.

Eine Box ist niemals dafür da, einen Hund einzusperren oder zu Maßregeln, aber als kuscheliger Rückzugsort, positiv wie beschrieben aufgebaut, meist für Golden ein gern angenommener Schlafplatz.

Weitere Transportmöglichkeiten

Für das Fahrrad bieten sich Hundeanhänger an. Sie sind eine gute Lösung für Radtouren. Dabei gilt: Billige Modelle sind tabu. Sie sind oft nicht kippstabil, nicht ausreichend getestet und bergen ein hohes Unfallrisiko. Nur hochwertige Markenprodukte, die auf Sicherheit geprüft sind, bieten den nötigen Schutz.

Du kannst bei deiner Radtour deinen Golden auch neben dem Rad laufen lassen. Beachte bitte, dass er dabei nur traben und nicht rennen sollte und die Temperatur nich höher als etwa 20 Grad dabei ist.

Treppen, Sprünge und Gelenke

Ein Golden Retriever wächst im ersten Jahr schnell zu einem großen, schweren Hund heran. In dieser Zeit sind seine Gelenke und Wachstumsfugen besonders empfindlich. Deshalb sollte man den Alltag so gestalten, dass unnötige Belastungen vermieden werden.

Treppen : Früher hieß es oft, Golden dürften keine Treppen steigen. Heute weiß man, dass maßvolles Treppenlaufen sogar die Muskulatur stärken kann – entscheidend ist die Dosierung. Einzelne Stufen im Alltag oder ein kurzer Treppenabschnitt sind meist unproblematisch. Mehrere Stockwerke am Stück sollte man jedoch vermeiden und den Golden besser tragen. Besonders Welpen und junge Hunde, deren Knochen noch im Wachstum sind, sollten Treppen weitgehend meiden.

Sprünge : Das Hinauf- oder Hinunterspringen von Sofa, Bett oder Auto belastet die Gelenke stark. Hier empfiehlt es sich, Hundetreppen oder Rampen zu nutzen, damit der Hund selbstständig, aber schonend auf und ab steigen kann. Besonders riskant ist das Hinunterspringen, da dabei die Gelenke stark gestaucht werden.

Allgemeine Belastung : Bewegung ist für Golden wichtig, aber in gesunder Form. Lange Spaziergänge, Schwimmen oder kleine Gymnastikübungen stärken die Rückenmuskulatur und beugen Problemen vor. Verboten sind abrupte Bewegungen oder extreme Belastungen.

Training: Golden an Rampe oder Hundetreppe zum Sofa und Bett gewöhnen

Eine Rampe oder kleine Hundetreppe gehört für den Golden zu den sinnvollsten Alltagshilfen überhaupt. Gerade bei einem schweren Hund lohnt es sich, den Weg aufs Sofa oder Bett von Anfang an gelenkschonend aufzubauen. Entscheidend ist, dass dein Hund die Hilfe als sicheren, normalen Laufweg erlebt.

Stelle die Rampe oder Treppe zuerst stabil an einen niedrigen Platz, zum Beispiel an das Sofa. Sie muss absolut fest stehen, damit beim ersten Kontakt sofort Vertrauen entsteht. Ein rutschfester Belag gibt zusätzlichen Halt, besonders auf glattem Boden.

Am ersten Trainingstag lockst du Deinen Golden mit einem Leckerchen an die neue Rampe. Das heißt, er steht noch auf den Boden, du gibst ihn Belohnung, wenn er sich die Rampe nur anschaut. Danach legst Du ein Stück Wurst oder Käse drauf und lässt ihn das fressen. Das ganze mehrmals am Tag. Nach zwei Tagen führt du ihn die ersten Male, auch mit einen Leckerli hinauf und hinunter, er bekommt wirklich jedes Mal was richtig gutes dafür.

Nach etwa einer Woche kommt der richtige Zeitpunkt, wo er nur noch die Rampe nutzen darf, um auf das Sofa zu kommen. Das heißt, du musst jetzt richtig konsequent sein. Macht er Ansätze zum Springen, sagte „Nein“, locke ihn auf die Rampe und belohne das dann mit Begeisterung in der Stimme. Unter Umständen brauchst du einen langen Atem, bis du es durchgesetzt hast, aber es ist echt super wichtig für den Rücken.

Wie gestalte ich ein hundegerechtes Zuhause

Ein geeigneter Schlafplatz gehört zu den Grundlagen im Leben eines Goldens. Während viele Hunde mit einem klassischen Hundekörbchen zufrieden sind, haben Golden oft besondere Vorlieben. Sie suchen sich am liebsten geschützte, abgedunkelte Rückzugsorte, in denen sie sich sicher fühlen. Ein einfaches offenes Körbchen in der Ecke wird daher von vielen Goldens nur ungern genutzt.

Ideal sind halbgeschlossene Körbchen, Hundehöhlen, in die sie hineinkriechen können. Auch eine Hundebox ist sehr beliebt, solange sie offen steht und kuschelig ausgestattet ist. Mit einer Decke darüber verwandelt sie sich in eine kleine Höhle, die Geborgenheit vermittelt.

Viele Halter machen gute Erfahrungen damit, mehrere Schlafplätze im Haus bereitzustellen. So kann der Golden je nach Stimmung, Temperatur oder Nähe zur Familie selbst wählen, wo er zur Ruhe kommt. Manche Hunde schlafen lieber erhöht, andere suchen sich Bodennähe.

Ein Golden, der einen geeigneten Schlafplatz hat, schläft ruhiger und ist im Alltag ausgeglichener. Schlafmangel führt dagegen oft zu Unruhe, Nervosität oder erhöhter Reizbarkeit. Darum lohnt es sich, den Bedürfnissen des Hundes besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Ein gemütlicher, dunkler, sicherer Platz ist nicht nur Komfort, sondern die Basis für Gesundheit und Wohlbefinden.

Golden haben eine ganz eigene Art, sich ihren Schlafplatz auszusuchen. Wer mit ihnen lebt, weiß, dass sie nicht nur Körbchen oder Boxen nutzen, sondern ständig auf der Suche nach neuen, ungewöhnlichen Orten sind.

Auch schlafen sie gern mal gemütlich auf den Rücken

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