
Warum ich auf dieser Webseite kritisch über Designer Dogs und Doodles schreibe
Wer meine Webseite bereits kennt, wird sich vielleicht wundern, warum hier ausgerechnet so viele Designer Dogs und Doodles vorgestellt werden. Schließlich beschäftige ich mich seit vielen Jahren intensiv mit Hunden, ihrer Gesundheit und verantwortungsvoller Zucht. Sollte ich dann nicht lieber ausschließlich über anerkannte Hunderassen schreiben?
Meine Antwort lautet ganz klar: Nein.
Gerade weil Designer Dogs inzwischen zu den meistgesuchten Hunden überhaupt gehören, halte ich es für wichtig, dass sie nicht ausschließlich von Menschen beschrieben werden, die sie verkaufen oder deren Geschäftsmodell unmittelbar von ihnen lebt. Wer bei Google nach einem Goldendoodle, Labradoodle, Cockapoo oder Maltipoo sucht, landet häufig auf Webseiten von Züchtern, Vermittlern oder Portalen, die diese Hunde überwiegend positiv darstellen. Das ist verständlich, schließlich sollen Welpen verkauft werden. Gleichzeitig führt es aber dazu, dass kritische Fragen oft nur am Rande behandelt oder ganz ausgeblendet werden.
Genau diese Lücke möchte ich schließen.
Diese Webseite versteht sich nicht als Werbeplattform für Designer Dogs. Sie soll informieren, Zusammenhänge erklären und auch dort kritisch hinschauen, wo Marketingversprechen oft schöner klingen als die Realität. Denn nur wer beide Seiten kennt, kann eine fundierte Entscheidung treffen.
Der Hund selbst ist nicht das Problem
Bevor ich auf die eigentlichen Kritikpunkte eingehe, ist mir eines besonders wichtig.
Ein Goldendoodle, Cockapoo oder Aussiedor kann ein großartiger Hund sein. Viele leben als geliebte Familienmitglieder, sind freundlich, ausgeglichen und bereiten ihren Menschen viele Jahre Freude. Kein Hund trägt Verantwortung dafür, wie oder warum er gezüchtet wurde.
Meine Kritik richtet sich deshalb niemals gegen den einzelnen Hund.
Sie richtet sich gegen Teile eines Zuchtsystems, das sich in den vergangenen Jahren nahezu unkontrolliert entwickelt hat und in dem häufig wirtschaftliche Interessen wichtiger geworden sind als langfristige Gesundheitsvorsorge.
Genau diesen Unterschied halte ich für entscheidend.
Was verantwortungsvolle Hundezucht eigentlich bedeutet
Wer noch nie näher mit Hundezucht zu tun hatte, stellt sich Zucht oft recht einfach vor. Zwei gesunde Hunde werden miteinander verpaart, die Welpen wachsen liebevoll auf und später ziehen sie in ihre neuen Familien.
So einfach ist verantwortungsvolle Zucht jedoch nicht.
Hinter jeder anerkannten Hunderasse stehen meist Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte züchterischer Arbeit. Dabei geht es nicht nur um das Aussehen eines Hundes. Gute Zucht bedeutet vor allem, Krankheiten möglichst aus der Population herauszuhalten, problematische Linien zu erkennen und nur Tiere einzusetzen, die gesundheitlich möglichst wenig Risiken an ihre Nachkommen weitergeben.
Deshalb verlangen viele Rassehundvereine umfangreiche Gesundheitsuntersuchungen, bevor überhaupt an eine Zucht gedacht werden darf. Je nach Rasse gehören dazu Röntgenaufnahmen der Hüften oder Ellenbogen, augenärztliche Untersuchungen durch spezialisierte Tierärzte, Herzuntersuchungen, Gentests auf bekannte Erbkrankheiten oder weitere rassespezifische Gesundheitsprogramme. Hinzu kommen Zuchtzulassungen, Wesenstests und die sorgfältige Dokumentation der Abstammung über viele Generationen.
Natürlich ist auch dieses System nicht perfekt. Auch innerhalb anerkannter Rassehundezuchten gibt es schwarze Schafe. Niemand sollte behaupten, jeder VDH-Züchter arbeite automatisch vorbildlich. Der entscheidende Unterschied besteht jedoch darin, dass überhaupt verbindliche Regeln existieren und Verstöße zumindest kontrolliert werden können.
Warum ich viele Designerhund-Zuchten kritisch sehe
Bei einem großen Teil der Designerhund-Zuchten fehlt genau dieses Kontrollsystem.
Es gibt keine weltweit anerkannten Zuchtstandards. Es gibt keine verbindlichen Gesundheitsprogramme. Es gibt keine übergeordneten Zuchtordnungen, die konsequent überwacht werden. Jeder kann sich im Grunde als Doodle-Züchter bezeichnen.
Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass alle Designerhund-Züchter unseriös arbeiten. Es gibt durchaus einzelne Züchter, die ihre Hunde umfangreich untersuchen lassen und sehr verantwortungsvoll vorgehen.
Meine Erfahrung zeigt allerdings, dass dies eher die Ausnahme als die Regel ist.
Wer sich zahlreiche Webseiten von Designerhund-Züchtern ansieht, findet oft wunderschöne Fotos, liebevolle Beschreibungen und Aussagen über Familienfreundlichkeit oder Allergiker-Eignung. Sehr viel seltener findet man dagegen vollständige Gesundheitsdaten der Elterntiere, nachvollziehbare Zuchtprogramme oder Informationen über mehrere Generationen hinweg.
Für einen Welpenkäufer ist das kaum zu beurteilen. Er sieht zwei sympathische Hunde und geht verständlicherweise davon aus, dass diese gesund sind. Ob sie tatsächlich auf Hüftgelenksdysplasie untersucht wurden, ob Augenkrankheiten ausgeschlossen wurden oder ob in den Familien bereits genetische Erkrankungen bekannt sind, bleibt häufig offen.
Reinrassig bedeutet nicht automatisch zuchttauglich
Ein Punkt wird in der öffentlichen Diskussion fast nie angesprochen.
Nicht jeder reinrassige Golden Retriever, Labrador oder Pudel wäre überhaupt für eine verantwortungsvolle Zucht geeignet.
Im Gegenteil.
Viele Hunde werden ganz bewusst von der Zucht ausgeschlossen. Manchmal wegen einer Hüftdysplasie, manchmal wegen einer erblichen Augenerkrankung, manchmal wegen auffälliger Wesensmerkmale oder anderer gesundheitlicher Probleme.
Das ist kein Makel des Hundes.
Es ist genau der Sinn einer verantwortungsvollen Zucht: Nur diejenigen Tiere einzusetzen, die möglichst gute Voraussetzungen für gesunde Nachkommen mitbringen.
Im Designerhund-Bereich stellt sich deshalb zwangsläufig die Frage, nach welchen Kriterien die Elterntiere überhaupt ausgewählt wurden. Wurden sie deshalb gewählt, weil sie nachweislich besonders gesund waren? Oder schlicht deshalb, weil sie fortpflanzungsfähig waren?
Diese Frage wird erstaunlich selten gestellt.
Der Begriff „Hybrid“ klingt wissenschaftlicher, als er tatsächlich ist
Besonders kritisch sehe ich auch die Vermarktung.
Viele Designer Dogs werden als Hybridhunde bezeichnet. Das klingt modern, fast wissenschaftlich, und vermittelt manchen Käufern den Eindruck, hier entstehe etwas genetisch Hochwertigeres als ein gewöhnlicher Mischling.
Tatsächlich handelt es sich biologisch zunächst einmal um Mischlinge.
Der Begriff Hybrid beschreibt lediglich die Kreuzung unterschiedlicher Linien oder Rassen. Daraus folgt jedoch keineswegs automatisch eine bessere Gesundheit.
Immer wieder wird behauptet, Designer Dogs seien durch den sogenannten Heterosis-Effekt grundsätzlich robuster als Rassehunde. Diese Aussage wird häufig stark vereinfacht dargestellt.
Der Heterosis-Effekt kann unter bestimmten genetischen Voraussetzungen tatsächlich positive Auswirkungen haben. Er ersetzt jedoch keine Gesundheitsuntersuchungen und keine verantwortungsvolle Selektion der Elterntiere. Tragen beide Eltern dieselbe Erbkrankheit oder ähnliche genetische Risiken in sich, verschwinden diese Probleme nicht dadurch, dass sie unterschiedlichen Rassen angehören.
Genetik funktioniert deutlich komplexer als viele Werbeaussagen vermuten lassen.
Die eigentliche Gefahr liegt in der fehlenden Selektion
Genau hier liegt aus meiner Sicht das Kernproblem.
Gesundheit entsteht nicht dadurch, dass zwei verschiedene Rassen miteinander verpaart werden.
Gesundheit entsteht dadurch, dass über viele Generationen konsequent darauf geachtet wird, welche Tiere überhaupt Nachkommen bekommen.
Dieser Prozess ist langwierig, teuer und manchmal auch unbequem. Er bedeutet, dass ein ansonsten wunderschöner Hund von der Zucht ausgeschlossen wird, wenn seine Untersuchungsergebnisse nicht überzeugen.
Viele Designerhund-Zuchten umgehen genau diesen Schritt.
Nicht unbedingt aus böser Absicht, sondern weil es dafür häufig gar keine verbindlichen Vorgaben gibt.
Dadurch wächst jedoch das Risiko, genetische Probleme unbemerkt weiterzugeben.
Warum ich trotzdem jede Designer-Rasse ausführlich vorstelle
Vielleicht fragst du dich jetzt, warum ich überhaupt eigene Seiten über Goldendoodle, Maltipoo oder Cockapoo veröffentliche.
Die Antwort ist einfach.
Die Menschen suchen nach diesen Hunden ohnehin. Wenn sie ihre Informationen ausschließlich auf Verkaufsseiten beziehen, hören sie meist nur eine Seite der Geschichte.
Ich möchte stattdessen vollständige Informationen liefern.
Dazu gehören selbstverständlich Wesen, Fellpflege, Erziehung und Alltagstauglichkeit. Genauso selbstverständlich gehören aber auch die unbequemen Themen dazu: Gesundheitsvorsorge, Zuchtqualität, genetische Risiken, unrealistische Werbeversprechen und die Frage, woran man einen wirklich verantwortungsvollen Züchter erkennt.
Mein Ziel ist nicht, jemanden von seinem Hund abzubringen
Ich möchte niemandem ein schlechtes Gewissen machen, weil bereits ein Designer Dog im Wohnzimmer liegt. Dafür gibt es keinen Grund.
Mein Ziel ist ein anderes.
Ich wünsche mir, dass zukünftige Welpenkäufer kritischer werden. Dass sie Gesundheitsunterlagen verlangen. Dass sie nach den Untersuchungsergebnissen der Elterntiere fragen. Dass sie sich nicht mit allgemeinen Aussagen wie „die Eltern sind kerngesund“ zufriedengeben, sondern wissen, welche Untersuchungen tatsächlich wichtig sind.
Je informierter Käufer werden, desto größer wird auch der Druck auf unseriöse Anbieter, ihre Zucht transparenter zu gestalten.
Wenn diese Webseite dazu beiträgt, dass künftig mehr Menschen genau hinschauen, bevor sie einen Welpen kaufen, dann hat sie ihren Zweck erfüllt. Denn guter Tierschutz beginnt nicht erst dann, wenn ein Hund Hilfe braucht. Er beginnt bereits lange bevor der erste Welpe überhaupt geboren wird.






