
Warum leckt mein Hund mich ab?
Kaum ein Verhalten wird beim Hund so schnell übersetzt wie das Abschlecken. Der Hund schleckt über die Hand, das Gesicht oder die Füße und schon steht die Diagnose fest:
„Er gibt mir Küsschen.“
Das kann durchaus etwas mit Zuneigung und sozialer Nähe zu tun haben. Nur ist die Hundezunge leider kein Übersetzungsprogramm, bei dem einmal Lecken automatisch einmal „Ich liebe dich“ bedeutet.
Hunde lecken Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen ab. Sie nutzen Lecken zur sozialen Kommunikation, erkunden Gerüche und Geschmäcker, suchen Aufmerksamkeit und können durch Lecken auch mit Aufregung oder Unsicherheit umgehen. Außerdem lernen viele Hunde ziemlich schnell, dass man mit einer feuchten Zunge erstaunlich zuverlässig einen Menschen in Bewegung bekommt.
Wenn dein Hund dich abschleckt, lautet die spannendere Frage deshalb nicht nur:
„Was bedeutet Lecken beim Hund?“
Sondern:
Wann leckt er dich, wo leckt er dich und was passiert unmittelbar davor und danach?
Erst dann lässt sich das Verhalten vernünftig einordnen.
Warum lecken Hunde Menschen überhaupt ab?
Lecken gehört von Geburt an zum Verhaltensrepertoire eines Hundes.
Eine Hündin leckt ihre neugeborenen Welpen unter anderem zur Reinigung und Stimulation. Auch zwischen Welpen, ihrer Mutter und später anderen Hunden spielt Lecken im sozialen Verhalten eine Rolle.
Das Verhalten beginnt also lange bevor ein Hund zum ersten Mal entdeckt, dass Menschen wunderbar abschleckbare Unterarme besitzen.
Bei wildlebenden Caniden ist außerdem das Lecken im Bereich von Maul und Gesicht beschrieben. Jungtiere können durch Lecken am Fang erwachsener Tiere unter anderem Futterbettelverhalten zeigen. Bei Hunden hat sich Lecken darüber hinaus als Bestandteil sozialer Interaktion erhalten.
Wenn dein Hund dich ableckt, verwendet er also ein Verhalten, das für Hunde keineswegs ungewöhnlich ist.
Was es in diesem konkreten Moment bedeutet, ist damit allerdings noch nicht geklärt.
Leckt mein Hund mich ab, weil er mich liebt?
Ja, das kann eine Rolle spielen.
Soziale Nähe und freundliche Interaktion gehören zu den möglichen Erklärungen. Besonders wenn ein Hund von sich aus entspannt Kontakt sucht, eine lockere Körperhaltung zeigt und seinen Menschen beispielsweise bei der Begrüßung abschleckt, passt Zuneigung durchaus zum Gesamtbild.
Trotzdem sollten wir daraus keine mathematische Gleichung machen:
Lecken = Liebe.
So einfach ist Hundeverhalten selten.
Ein Hund kann dich in einer Situation aus freundlicher sozialer Motivation ablecken und fünf Minuten später deine Hand abschlecken, weil dort noch ein Hauch Leberwurst zu finden ist.
Beides ist echtes Hundeverhalten.
Nur eines davon eignet sich besser für eine romantische Grußkarte.
Dein Hund leckt dich ab, weil du interessant schmeckst
Dieser Grund wird erstaunlich häufig unterschätzt.
Menschliche Haut ist für eine Hundenase und Hundezunge kein geschmacksneutraler Untergrund.
Auf unserer Haut befinden sich Schweiß, Salze, Hautfette und jede Menge Gerüche. Hinzu kommen sämtliche Dinge, mit denen wir im Laufe des Tages in Kontakt gekommen sind.
Vielleicht hast du gekocht. Vielleicht gerade etwas gegessen. Vielleicht eine andere Person oder ein anderes Tier angefasst. Vielleicht Creme benutzt oder Sport gemacht.
Veterinärmedizinische Quellen nennen Gerüche, Geschmack und insbesondere salzhaltigen Schweiß ausdrücklich als mögliche Gründe dafür, dass Hunde Menschen ablecken.
Dein Hund kann also durchaus sehr an dir interessiert sein, ohne in diesem Moment über eure tiefe emotionale Verbindung nachzudenken.
Du schmeckst einfach spannend.
Warum leckt mein Hund meine Hände ab?
Hände sind für Hunde besonders interessant.
Mit ihnen fassen wir Lebensmittel an, streicheln andere Tiere, greifen draußen Dinge an und hinterlassen beziehungsweise sammeln ständig Gerüche.
Außerdem sind Hände der Körperteil, mit dem wir besonders häufig Kontakt zu unserem Hund aufnehmen.
Wenn dein Hund deine Hand abschleckt, können deshalb mehrere Dinge zusammenkommen: sozialer Kontakt, interessante Gerüche und Geschmäcker, Aufmerksamkeit oder schlicht eine erlernte Gewohnheit.
Vielleicht hat dein Hund außerdem festgestellt:
Hand lecken → Mensch streichelt mich.
Damit wird aus einem zunächst beiläufigen Verhalten schnell ein ziemlich zuverlässiges Kommunikationsmittel.
Warum leckt mein Hund meine Füße ab?
Füße sind aus Hundesicht vermutlich erheblich interessanter als aus unserer.
An den Fußsohlen befinden sich viele Schweißdrüsen. Entsprechend können Füße für einen Hund intensiv riechen und salzig schmecken.
Dazu kommt alles, womit Füße beziehungsweise Socken und Schuhe im Laufe des Tages in Berührung gekommen sind.
Wenn dein Hund begeistert deine Füße abschleckt, muss dahinter deshalb keine geheimnisvolle psychologische Botschaft stecken.
Vielleicht mag er den Geschmack.
Vielleicht interessieren ihn die Gerüche.
Vielleicht sucht er Kontakt.
Und möglicherweise hat er längst herausgefunden, dass Menschen auf eine Hundezunge zwischen den Zehen besonders zuverlässig reagieren.
Warum leckt mein Hund mein Gesicht ab?
Beim Gesicht kommen mehrere mögliche Ursachen zusammen.
Gesicht und Mund spielen auch in der sozialen Kommunikation zwischen Hunden eine besondere Rolle. Das Lecken im Bereich des Fangs hat seine Wurzeln unter anderem im frühen Verhalten von Jungtieren.
Beim Menschen kommen interessante Gerüche und Geschmäcker hinzu. Auf der Haut befinden sich Schweiß und Hautsekrete, und rund um den Mund können zusätzlich Gerüche von Lebensmitteln vorhanden sein.
Gesichtslecken kann deshalb freundliche soziale Kommunikation sein, Aufmerksamkeit erzeugen oder schlicht sensorisch interessant sein.
Auch hier entscheidet der Zusammenhang.
Kommt dein Hund morgens entspannt zu dir, wedelt locker und schleckt kurz über dein Gesicht, sieht die Situation anders aus als bei einem Hund, der während einer für ihn unangenehmen körperlichen Annäherung hektisch das Gesicht eines Menschen ableckt.
Abschlecken kann freundliche Kommunikation sein
Lecken kann im sozialen Kontakt beschwichtigende beziehungsweise freundliche Funktionen haben.
Deshalb sollte man einen Hund beim Lecken nicht nur auf seine Zunge reduzieren.
Schau den ganzen Hund an.
Ist sein Körper locker? Sucht er freiwillig Kontakt? Wirkt er entspannt? Oder macht er sich klein, wendet immer wieder den Kopf ab, zeigt eine angespannte Mimik oder versucht eigentlich, Abstand zu gewinnen?
Gerade beim Gesichtskontakt kann Lecken nämlich auch in Situationen auftreten, in denen sich ein Hund unwohl fühlt.
Ein Mensch beugt sich beispielsweise über den Hund, hält ihn fest und möchte ihn küssen. Der Hund beginnt daraufhin hektisch, das Gesicht abzulecken.
Das muss nicht bedeuten:
„Bitte hör niemals damit auf, ich liebe das!“
Es kann genauso gut Bestandteil einer beschwichtigenden Kommunikation sein.
Deshalb ist Körpersprache immer wichtiger als irgendeine pauschale Übersetzung des Leckens.
Warum leckt mein Hund mich beim Streicheln ab?
Auch das ist eine sehr interessante Situation.
Manche Hunde beginnen während des Streichelns ganz ruhig die Hand oder den Arm ihres Menschen abzulecken.
Bei einem entspannten Hund kann das Teil der sozialen Interaktion sein. Körperkontakt wird gewissermaßen mit Körperkontakt beantwortet.
Aber wieder gilt: Schau genauer hin.
Wenn dein Hund locker liegt, weiche Gesichtszüge hat und freiwillig den Kontakt fortsetzt, spricht das für eine andere Situation als bei einem Hund, der sich versteift, den Kopf abwendet und wiederholt über deine Hand leckt.
Nicht jedes Abschlecken während des Streichelns bedeutet automatisch Genuss.
Das gilt übrigens auch für andere vermeintlich eindeutige Signale. Hundeverhalten lässt sich fast nie anhand einer einzelnen Bewegung zuverlässig beurteilen.
Warum leckt mein Hund mich immer ab?
Wenn aus gelegentlichem Abschlecken ein festes Ritual geworden ist, kommt Lernen ins Spiel.
Hunde sind ausgesprochen gut darin herauszufinden, welches Verhalten bei Menschen funktioniert.
Stell dir vor, dein Hund leckt deine Hand.
Du schaust ihn an.
Du sprichst mit ihm.
Du streichelst ihn.
Vielleicht sagst du sogar: „Ach, gibst du mir wieder Küsschen?“
Aus menschlicher Sicht hast du auf seine Zuneigung reagiert.
Aus lerntheoretischer Sicht ist etwas anderes passiert:
Hund leckt → Mensch reagiert.
Das kann reichen, damit das Verhalten häufiger gezeigt wird.
Und selbst wenn du das Lecken nicht magst, kannst du es unabsichtlich verstärken.
„Lass das!“
Hand wegziehen.
Hund anschauen.
Hund wegschieben.
Auch das ist Aufmerksamkeit.
Für manche Hunde ist selbst genervte Aufmerksamkeit immer noch interessanter als gar keine.
Warum leckt mein Hund mich morgens ab?
Auch bestimmte Tageszeiten können Teil eines erlernten Rituals werden.
Wenn dein Hund morgens auf das Bett springt, dich abschleckt und du daraufhin aufstehst, hat das Verhalten möglicherweise eine ausgesprochen praktische Funktion bekommen.
Der Wecker hat Fell.
Dasselbe kann bei Begrüßungen passieren.
Du kommst nach Hause, dein Hund leckt dich ab und bekommt sofort Aufmerksamkeit. Wiederholt sich dieser Ablauf häufig, wird daraus leicht ein festes Begrüßungsritual.
Das bedeutet nicht, dass sich dein Hund nicht freut.
Es bedeutet lediglich, dass Emotion und gelerntes Verhalten gleichzeitig existieren können.
Warum leckt mein Hund mich nach dem Duschen ab?
Nach dem Duschen riechst du anders.
Duschgel, Shampoo und andere Pflegeprodukte verändern deinen normalen Körpergeruch. Gleichzeitig befinden sich Wasser und möglicherweise Reste von Pflegeprodukten auf der Haut.
Manche Hunde finden genau das ausgesprochen interessant.
Andere lecken besonders gern nach körperlicher Aktivität, wenn die Haut durch Schweiß salziger ist.
Auch hier ist die Hundezunge also teilweise ein Erkundungswerkzeug.
Für uns ist ein Bein ein Bein.
Für eine Hundenase kann dasselbe Bein eine ziemlich umfangreiche Geruchssammlung sein.
Kann Abschlecken den Hund selbst beruhigen?
Lecken kann für Hunde auch eine selbstberuhigende Komponente haben.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Hund, der einen Menschen abschleckt, gestresst ist.
Entscheidend sind Häufigkeit, Intensität und Situation.
Leckt ein Hund kurz deine Hand und legt sich anschließend zufrieden daneben, gibt es zunächst wenig Anlass, daraus ein Problem zu konstruieren.
Beginnt er dagegen in angespannten Situationen regelmäßig hektisch zu lecken, kann das Verhalten Teil seiner Strategie sein, mit Erregung oder Unsicherheit umzugehen.
Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn Lecken zunehmend stereotyp wirkt und der Hund kaum noch damit aufhören kann.
Ist Abschlecken ein Zeichen von Unterwerfung?
Hier landen wir schnell bei alten Vorstellungen von Dominanz und Rangordnung.
Lecken kann durchaus in beschwichtigender sozialer Kommunikation vorkommen. Daraus sollte man aber nicht die pauschale Regel machen:
„Mein Hund leckt mich, weil ich der Rudelführer bin.“
Das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund lässt sich nicht sinnvoll auf eine permanente Rangordnungsschlacht reduzieren.
Ein Hund kann deine Hand ablecken, weil er Kontakt möchte, weil du interessant schmeckst, weil er Aufmerksamkeit erwartet oder weil das Verhalten in der jeweiligen Situation beschwichtigend wirkt.
Die Vorstellung, jedes Abschlecken sei eine Unterwerfungsgeste gegenüber dem ranghöheren Menschen, erklärt reales Hundeverhalten wesentlich schlechter als eine Betrachtung des jeweiligen Kontextes.
Warum leckt mein Hund andere Menschen ab?
Auch hier gelten grundsätzlich dieselben Möglichkeiten.
Manche Hunde nehmen sehr schnell sozialen Kontakt auf und lecken auch fremde oder weniger vertraute Menschen.
Andere interessieren sich besonders für deren Geruch.
Und wieder andere haben schlicht gelernt, dass Menschen ausgesprochen leicht zu trainieren sind:
Einmal über die Hand schlecken und schon beginnt die kostenlose Streicheleinheit.
Interessant wird es, wenn dein Hund bestimmte Menschen besonders häufig ableckt.
Dann lohnt sich die Frage, was diese Personen unterscheidet. Geruch, Verhalten, Reaktion und bisherige Erfahrungen können eine Rolle spielen.
Warum leckt mein Hund andere Hunde ab?
Lecken kommt selbstverständlich nicht nur zwischen Hund und Mensch vor.
Hunde können sich gegenseitig im Gesicht, an den Ohren oder an anderen Körperstellen lecken. Dabei können soziale Kommunikation und gegenseitige Pflege eine Rolle spielen.
Auch hier ist das Gesamtbild entscheidend.
Kurzes gegenseitiges Lecken zwischen entspannten Hunden ist etwas anderes als permanentes Lecken an einer bestimmten Körperstelle.
Wenn ein Hund einen anderen auffällig häufig an derselben Stelle ableckt, sollte man auch daran denken, dass dort ein interessanter Geruch, eine Hautveränderung, Sekret oder eine Verletzung vorhanden sein könnte.
Darf mein Hund mich im Gesicht ablecken?
Das ist weniger eine Frage der Hundepsychologie als der Hygiene.
Ein Hundemaul ist nicht steril. Hunde lecken ihren eigenen Körper, nehmen draußen Dinge ins Maul und untersuchen ihre Umwelt bekanntermaßen nicht unter Reinraumbedingungen.
Bei gesunden Erwachsenen ist ein gelegentliches Abschlecken intakter Haut normalerweise kein Drama.
Direkten Kontakt mit offenen Wunden sowie Mund und Schleimhäuten würde ich trotzdem nicht fördern. Bei kleinen Kindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist zusätzliche Vorsicht sinnvoll.
Und nein: Hundespeichel ist kein magisches Desinfektionsmittel.
Warum möchte mein Hund meine Wunden ablecken?
Auch Wunden können Hunde stark interessieren.
Geruch, Blut und Wundsekret unterscheiden sich deutlich von normaler Haut. Gleichzeitig gehört das Belecken eigener Verletzungen zum natürlichen Verhalten vieler Säugetiere.
Dass dein Hund eine kleine Verletzung an dir sofort entdeckt und untersuchen möchte, ist deshalb nicht erstaunlich.
Trotzdem solltest du ihn eine menschliche Wunde nicht ablecken lassen.
Dass ein Verhalten natürlich ist, bedeutet schließlich nicht automatisch, dass es hygienisch sinnvoll ist.
Wann wird Abschlecken zu viel?
Ein Hund, der dich gelegentlich begrüßt und dabei deine Hand ableckt, zeigt zunächst einmal normales Verhalten.
Anders sieht es aus, wenn Lecken sehr häufig, hektisch oder kaum unterbrechbar wird.
Besonders interessant ist dann, was der Hund außerdem ableckt.
Leckt er ausschließlich Menschen?
Leckt er ständig seine eigenen Pfoten?
Leckt er den Boden, Teppiche oder Möbel?
Schmatzt und schluckt er gleichzeitig auffällig?
Hat sich das Verhalten plötzlich verändert?
Übermäßiges Lecken kann mit Stress oder zwanghaftem Verhalten zusammenhängen. Beim intensiven Belecken des eigenen Körpers kommen zusätzlich körperliche Ursachen wie Hautprobleme, Allergien oder Schmerzen infrage. Auch bestimmte Formen des auffälligen Leckens von Gegenständen können mit körperlichem Unwohlsein zusammenhängen. (PetMD)
Das ist dann ein anderes Thema als der Hund, der dir morgens dreimal über die Hand schleckt.
Hund leckt sich selbst ständig: Das sollten wir getrennt betrachten
Hier ist eine wichtige Grenze.
„Warum leckt mein Hund mich ab?“ ist in erster Linie eine Frage nach sozialem und alltäglichem Hundeverhalten.
„Warum leckt sich mein Hund ständig selbst?“ kann dagegen schnell eine gesundheitliche Frage werden.
Ständiges Pfotenlecken kann beispielsweise mit Juckreiz, Allergien, Verletzungen oder anderen Beschwerden zusammenhängen. Häufiges Lecken am After kann unter anderem mit normaler Körperpflege, aber bei übermäßigem Verhalten auch mit Beschwerden in diesem Bereich zusammenhängen. (PetMD)
Deshalb sollte man diese beiden Themen nicht einfach unter „Hunde lecken eben“ zusammenwerfen.
Wenn dein Hund sich selbst plötzlich auffällig häufig an einer bestimmten Stelle beleckt, die Haut verändert ist, Haare ausfallen oder er sich dabei wund leckt, gehört die Ursache abgeklärt.
Soll ich meinem Hund das Abschlecken verbieten?
Wenn dich gelegentliches Lecken nicht stört, gibt es keinen grundsätzlichen Grund, normales soziales Abschlecken zu unterbinden.
Du musst es allerdings auch nicht mögen.
Ein Hund hat kein emotionales Anrecht darauf, dir regelmäßig die komplette Gesichtsreinigung abzunehmen.
Wenn du das Verhalten reduzieren möchtest, ist vor allem Konsequenz wichtig. Aufmerksamkeit sollte nicht zuverlässig genau dann beginnen, wenn der Hund leckt.
Statt zu schimpfen oder hektisch zu reagieren, kannst du den Kontakt ruhig unterbrechen und erwünschtes ruhiges Verhalten belohnen.
Vor allem sollte innerhalb eines Haushalts halbwegs Einigkeit herrschen.
Wenn eine Person begeistert „Küsschen!“ ruft und die andere das Lecken verbietet, bekommt der Hund eine ausgesprochen abwechslungsreiche Gebrauchsanweisung.
Was bedeutet es, wenn mein Hund mich ableckt?
Die kurze Antwort lautet:
Es kommt darauf an.
Dein Hund kann dich ablecken, weil er soziale Nähe sucht oder freundlich kommuniziert. Er kann deine Aufmerksamkeit wollen. Deine Haut kann interessant riechen oder salzig schmecken. Das Verhalten kann gelernt sein. In bestimmten Situationen kann Lecken außerdem mit Unsicherheit, Beschwichtigung oder Selbstberuhigung zusammenhängen. (PetMD)
Deshalb gefällt mir die Bezeichnung „Hundeküsse“ zwar sehr gut, solange man sie nicht mit einer wissenschaftlichen Übersetzung verwechselt.
Wenn dein Hund abends entspannt neben dir liegt und langsam deine Hand abschleckt, darfst du das selbstverständlich als liebevolle gemeinsame Situation genießen.
Du musst dabei nur nicht glauben, dass jedes Schlecken dieselbe Botschaft trägt.
Manchmal ist es soziale Nähe.
Manchmal ist es Aufmerksamkeit.
Manchmal ist es Kommunikation.
Und manchmal hast du einfach sehr interessante Füße.






