Suchspiele

Suchspiele für Hunde: 15 einfache Ideen für drinnen und draußen

Wenn du deinen Hund mit wenig Aufwand sinnvoll beschäftigen möchtest, brauchst du weder ein Arsenal an Intelligenzspielzeug noch einen eigenen Hundeplatz. Ein paar Leckerli, ein alter Karton, ein Handtuch oder eine Wiese reichen für erstaunlich viele Suchspiele aus. Denn während wir Menschen bei Beschäftigung schnell an Bewegung denken, besitzt der Hund ein Werkzeug, mit dem er sich hervorragend beschäftigen kann und das er sowieso den ganzen Tag benutzt: seine Nase.

Suchspiele gehören deshalb zu meinen liebsten Beschäftigungen mit Hunden. Sie lassen sich nahezu überall einbauen, kosten meistens nichts und können so leicht beginnen, dass selbst ein Hund ohne jede Erfahrung innerhalb weniger Minuten versteht, worum es geht. Gleichzeitig lässt sich aus einem scheinbar simplen Spiel später eine anspruchsvolle Suchaufgabe entwickeln.

Der entscheidende Punkt dabei ist nicht, wie spektakulär das Versteck aussieht.

Der Hund soll suchen, nicht verzweifeln.

Deshalb findest du hier keine Sammlung nach dem Motto „Leckerli irgendwo verstecken und fertig“, sondern 15 Suchspiele mit einem sinnvollen Aufbau von sehr leicht bis deutlich kniffliger.

Warum Suchspiele für Hunde so gut geeignet sind

Ein Hund nimmt seine Umwelt wesentlich stärker über Gerüche wahr als wir Menschen. Bei einer Suchaufgabe nutzt er deshalb keine künstlich antrainierte Fähigkeit, sondern etwas, das ohnehin zu seinem normalen Verhalten gehört.

Während dein Hund sucht, arbeitet er außerdem hoch konzentriert. Er nimmt Geruch auf, verändert die Richtung, verliert eine Spur möglicherweise wieder, findet sie neu und entscheidet fortlaufend, wo die Geruchsquelle liegen könnte.

Genau deshalb können bereits relativ kurze Suchspiele ausgesprochen anspruchsvoll sein.

In meinem Buch über Nasenarbeit setze ich für einen gesunden erwachsenen Hund etwa 15 bis 30 Minuten konzentrierte Sucharbeit als vollständige Einheit an. Bei Welpen und Senioren reichen oft fünf bis zehn Minuten, bei sehr aufgeregten Hunden kann man sogar mit wenigen Minuten beginnen. 

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Das bedeutet allerdings nicht, dass zehn Minuten Schnüffeln mathematisch exakt dreißig oder sechzig Minuten Spaziergang ersetzen. Solche Umrechnungen liest man häufig, auch bei aktuellen Konkurrenten.  Ich halte davon wenig. Spaziergang und Sucharbeit erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse.

Suchspiele sind eine zusätzliche Form geistiger Beschäftigung. Und eine ausgesprochen gute.

Was brauchst du für Suchspiele mit deinem Hund?

Erfreulich wenig.

Für viele der folgenden Spiele reichen kleine Futterstücke und Dinge, die sowieso herumliegen: Kartons, Handtücher, Papier, Becher oder ein Lieblingsspielzeug.

Nimm kleine Belohnungen, damit dein Hund nicht nach fünf Minuten seine komplette Tagesration zusätzlich gefressen hat. Trockenfutter lässt sich für leichte Aufgaben verwenden, für schwierigere Suchen darf die Belohnung interessanter sein.

Am Anfang solltest du außerdem einen möglichst ruhigen Ort wählen.

Der Garten klingt für uns oft einfacher als das Wohnzimmer. Für den Hund ist es meist genau umgekehrt. Draußen liegen Gerüche anderer Hunde, Wildspuren, Pflanzen, Menschen und unzählige weitere Informationen in der Luft.

Deshalb beginnen wir drinnen.


Suchspiele für Hunde drinnen

1. Die einfache Leckerlisuche

Das ist der beste Einstieg in die Nasenarbeit und gleichzeitig das Suchspiel, das fast jeder Hund sofort versteht.

Nimm etwa zehn bis zwanzig kleine Futterstücke und beginne sehr leicht.

Lege zunächst ein Stück direkt vor deinen Hund auf den Boden. Beim nächsten Durchgang wirfst du es einen halben Meter weit. Danach verteilst du mehrere Stückchen sichtbar auf einer kleinen Fläche.

Jetzt führst du dein Suchsignal ein, beispielsweise:

„Such!“

Dann hältst du dich heraus.

Wenn dein Hund fertig ist, ist die Übung vorbei.

In meinem Buch beginnt die erste Leckerlisuche genau auf diese Weise: zunächst direkt vor dem Hund, anschließend mit etwas Abstand und danach in einem kleinen Suchfeld. Erst dann bekommt das Suchen sein eigenes Signal. 

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So wird es schwieriger

Vergrößere nach und nach die Fläche.

Lege Futter hinter ein Stuhlbein, neben einen Schrank oder an eine Teppichkante.

Später kann dein Hund kurz vor der Tür warten, während du versteckst.

Aber immer nur eine Sache verändern.

Nicht gleichzeitig das Suchgebiet verdoppeln, die Leckerli unsichtbar machen und in ein anderes Zimmer wechseln.


2. Die Handtuchsuche

Ein altes Handtuch ist im Grunde ein kostenloser Schnüffelteppich.

Breite es zunächst flach auf dem Boden aus und verteile einige Futterstücke darauf.

Beim nächsten Durchgang legst du einzelne Falten hinein.

Dann rollst du das Handtuch locker ein.

Mit zunehmender Erfahrung kannst du mehrere Stofflagen übereinanderlegen und Futter dazwischen verstecken.

In meinem Aufbau wird das Handtuch ebenfalls Schritt für Schritt schwieriger gerollt und später mit mehreren Lagen kombiniert. Wichtig ist, bei Hunden aufzupassen, die Stoff zerreißen und Fasern schlucken. Für solche Kandidaten sind Kartons oft die bessere Wahl. 

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Das Spiel eignet sich besonders gut für Regentage oder für Hunde, die körperlich gerade etwas kürzertreten müssen.


3. Die Kartonsuche

Jetzt wird es interessanter.

Nimm zunächst einen einzigen offenen Karton.

Lege ein gut sichtbares Futterstück hinein und lass deinen Hund es holen.

Danach kommen mehrere Stücke hinein.

Im nächsten Schritt gibst du zerknülltes Papier dazu und verteilst das Futter dazwischen.

Erst wenn dein Hund ohne Zögern den Kopf in den Karton steckt und darin arbeitet, kommen mehrere Kartons dazu.

Dann enthält nur noch einer die Belohnung.

Damit verändert sich die Aufgabe: Dein Hund muss nicht mehr einfach einen Karton untersuchen. Er muss herausfinden, welcher interessant ist.

Genau hier unterscheidet sich eine sinnvoll aufgebaute Kartonsuche von dem oft gelesenen Tipp „Karton mit Zeitung füllen und Leckerli rein“. In deinem Buch bekommt diese Übung deshalb ein eigenes Kapitel mit einem Aufbau für Hunde, die so etwas noch nie gemacht haben. 

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Sicherheitsregel

Entferne Klebeband, Klammern und andere Dinge, die dein Hund verschlucken könnte. Auch Purina weist bei Kartonspielen auf solche Gefahren hin. 


4. Das Becherspiel

Nimm zunächst zwei standfeste Becher oder kleine Blumentöpfe.

Dein Hund darf zuschauen, während du unter einen davon ein Futterstück legst.

Dann lässt du ihn wählen.

Anfangs geht es nur darum, dass er versteht:

Unter einem dieser Dinge steckt etwas Interessantes.

Später stellst du drei oder vier Behälter auf und versteckst das Futter, ohne dass dein Hund zusieht.

Noch interessanter wird es, wenn er den richtigen Behälter nicht einfach umwerfen soll, sondern lernen darf, davor stehen zu bleiben oder ihn mit der Nase anzuzeigen.

Damit hast du plötzlich den ersten kleinen Schritt Richtung Zielobjektsuche und Anzeige gemacht.


5. Das Schnüffelteppich-Spiel ohne Schnüffelteppich

Du musst keinen fertigen Schnüffelteppich kaufen.

Lege mehrere alte Handtücher locker übereinander oder verteile zerknülltes Papier in einer flachen Kiste.

Dazwischen kommen einige Futterstücke.

Der Hund muss die Nase hineinstecken, Stoff oder Papier verschieben und die einzelnen Geruchsquellen finden.

Für Anfänger bleibt alles locker.

Bei erfahrenen Hunden kannst du dichter packen.

Das Entscheidende ist nicht, dass der Hund möglichst lange beschäftigt ist. Er soll eine lösbare Suchaufgabe bekommen.

Ein Spiel, bei dem ein Hund zwanzig Minuten zunehmend frustriert an einem Stoffknoten arbeitet, ist keine besonders gelungene Nasenarbeit.


6. Einen Gegenstand suchen

Bis jetzt war das Suchziel immer Futter.

Jetzt kann dein Hund lernen, einen Gegenstand zu finden.

Dafür brauchst du zunächst etwas, das er ohnehin interessant findet: sein Lieblingsspielzeug, einen Dummy oder einen weichen Gegenstand.

Zeige ihm das Objekt und lege es zunächst sichtbar einige Meter entfernt ab.

Schicke ihn hin.

Danach liegt es halb hinter einem Möbelstück.

Später ganz dahinter.

Erst wenn dein Hund verstanden hat, dass dieser Gegenstand das Ziel ist, versteckst du ihn wirklich.

Bei Hunden, die Gegenstände völlig uninteressant finden, solltest du den Aufbau nicht erzwingen. Dein Buch behandelt deshalb sogar separat, wie man Interesse an Gegenständen erst weckt. Und wenn ein Hund trotzdem lieber Futter sucht, ist auch das völlig in Ordnung.


7. Verstecken mit dem Menschen

Dieses Spiel braucht zwei Menschen oder einen Hund, der kurz alleine warten kann.

Am Anfang versteckt sich die gesuchte Person sehr leicht, beispielsweise hinter einer offenen Tür.

Der Hund darf sogar noch sehen, wohin sie geht.

Dann kommt das Suchsignal.

Beim nächsten Durchgang verschwindet die Person vollständig hinter der Tür.

Danach kann sie in einem anderen Zimmer stehen.

Später wird nicht mehr zugeschaut.

Aus einem simplen Versteckspiel entsteht so schrittweise eine echte Personensuche.

Das Schöne daran: Viele Hunde finden Menschen erheblich interessanter als Gegenstände.


8. Gegenstände beim Namen suchen

Das ist eine schöne Mischung aus Nasenarbeit und Lernen.

Beginne mit einem Gegenstand, den dein Hund gut kennt, beispielsweise seinem Ball.

Sage seinen Namen immer wieder in Situationen, in denen der Hund ihn ohnehin ansieht oder aufnimmt.

Später legst du Ball und ein anderes Spielzeug nebeneinander und fragst:

„Wo ist der Ball?“

Zunächst liegen beide sichtbar.

Später wird der Ball leicht versteckt.

Und irgendwann kann dein Hund tatsächlich gezielt einen benannten Gegenstand suchen.

Das wird besonders spannend, wenn er mehrere Namen kennt.

Dann wird aus „Such!“ eine wesentlich genauere Aufgabe:

Such genau dieses eine Ding.


Suchspiele für Hunde draußen

Draußen wird Nasenarbeit automatisch schwieriger.

Wind, fremde Hunde, Wild, Menschen und wechselnde Untergründe verändern die Geruchslage. In deinem Vierwochenaufbau wird deshalb ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Hund draußen häufig zunächst auf einer leichteren Stufe einsteigen muss. Das ist kein Rückschritt, sondern völlig normal. 

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9. Die Streusuche im Gras

Das ist draußen der einfachste Einstieg.

Nimm eine kleine Handvoll Futter und streue sie zunächst auf kurzes Gras.

Dein Hund darf dabei zuschauen.

Dann gibst du dein Suchsignal.

Kurzes Gras macht es leicht.

Höheres Gras wird schwieriger.

Später verteilst du weniger Futter auf einer größeren Fläche.

Schon dadurch verändert sich die Aufgabe erheblich, denn der Hund muss einzelne Geruchsquellen immer genauer lokalisieren.

Dieses Spiel eignet sich hervorragend für eine kleine Pause während des Spaziergangs.


10. Der verlorene Gegenstand

Du gehst mit deinem Hund einen Weg entlang und lässt unbemerkt einen Gegenstand fallen.

Nach einigen Metern bleibst du stehen.

Dann schickst du den Hund zurück und lässt ihn suchen.

Beim ersten Mal darf der Gegenstand sehr auffällig sein und nur wenige Meter entfernt liegen.

Später wird die Strecke länger.

Dann liegt der Gegenstand im Gras.

Noch später wartest du einige Minuten, bevor ihr zurücksucht.

Das ist bereits deutlich anspruchsvoller als eine Futtersuche.

Der Hund muss jetzt verstehen, dass irgendwo auf der bereits gelaufenen Strecke etwas liegt, das zu eurer Aufgabe gehört.


11. Der Futterbeutel im Gras

Für Hunde, die gern Gegenstände tragen oder apportieren, ist ein Futterbeutel eine schöne Zwischenstufe.

Zunächst liegt er sichtbar auf dem Boden.

Der Hund läuft hin und bekommt daraus seine Belohnung.

Später liegt er teilweise im Gras.

Dann vollständig verborgen.

Schließlich wird das Suchgebiet größer.

Dadurch verbindet der Hund zwei Dinge:

Suchen und anschließend gemeinsam am Fund arbeiten.

Gerade für Retriever oder andere apportierfreudige Hunde kann daraus schnell eine Lieblingsaufgabe werden.


12. Personensuche draußen

Jetzt übertragen wir das Versteckspiel aus der Wohnung ins Freie.

Eine Person läuft zunächst wenige Meter weg und stellt sich sichtbar hinter einen Baum.

Der Hund darf suchen.

Danach geht die Person weiter.

Später verschwindet sie vollständig außer Sicht.

Und irgendwann kann sie bereits einige Minuten vorher losgehen.

Wichtig ist, dass du am Anfang gegen den Wind arbeiten lässt. Dann trägt der Wind den Geruch der versteckten Person in Richtung Hund und erleichtert ihm die Aufgabe.

Wind beeinflusst Suchaufgaben erheblich. Er trägt Geruch fort, verdünnt ihn und kann die eigentliche Geruchsquelle scheinbar verschieben. Für Anfänger ist Arbeiten gegen den Wind deshalb am leichtesten. 

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13. Die erste kleine Fährte

Jetzt verlassen wir die reine Flächensuche und kommen zu einer völlig anderen Form der Nasenarbeit.

Bei einer Fährte soll der Hund einer Spur am Boden folgen.

Für den ersten Einstieg brauchst du keine kilometerlange Strecke.

Tritt zunächst auf einer kleinen Fläche Gras und Boden etwas fest und verteile dort Futter.

Wenn dein Hund dort ruhig mit tiefer Nase sucht, gehst du anschließend nur wenige Schritte geradeaus und legst in jeden Tritt ein kleines Futterstück.

Der Hund lernt dadurch:

Die Geruchsspur führt weiter.

Genau so beginnt der Fährtenaufbau in deinem Buch: zunächst eine etwa einen Quadratmeter große Startfläche und danach nur fünf einzelne Schritte mit Futter in jedem Trittsiegel. 

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Eine vollständige Anleitung bekommt später natürlich unsere eigene Landingpage Fährtenarbeit mit Hund.


14. Der versteckte Lieblingsgegenstand draußen

Nimm einen Gegenstand, den dein Hund bereits drinnen suchen kann.

Verstecke ihn zunächst draußen in einem sehr kleinen Bereich.

Zum Beispiel in einem Stück Wiese von drei mal drei Metern.

Er darf am Anfang zusehen.

Danach versteckst du ihn, während dein Hund kurz wartet.

Später wird das Suchfeld größer und der Gegenstand kleiner oder weniger sichtbar.

Dadurch lernst du gleichzeitig etwas sehr Interessantes über deinen Hund.

Manche Hunde suchen systematisch mit tiefer Nase.

Andere gehen erst einmal in größeren Bögen durch das Gebiet.

Beides kann richtig sein.


15. Die Mini-Verlorensuche im Wald

Dieses Spiel ist für Hunde gedacht, die die einfachen Gegenstandssuchen bereits kennen.

Nimm einen kleinen Gegenstand und wirf ihn unbemerkt einige Meter neben den Weg ins Laub oder Gras.

Gehe mit deinem Hund noch ein paar Schritte weiter.

Dann bleibst du stehen und gibst dein Suchsignal.

Anfangs weißt du natürlich genau, wo der Gegenstand liegt.

Aber jetzt kommt der schwierige Teil für dich:

Sag nichts.

Zeig nicht hin.

Starre nicht zum Versteck.

Lauf nicht zufällig genau in die richtige Richtung.

Menschen sind beim Suchtraining beeindruckend talentiert darin, dem Hund die Lösung mit dem ganzen Körper vorzutanzen und sich anschließend über seine hervorragende Nase zu freuen.

Lass ihn wirklich suchen.

Wenn er die Spur verliert, Bögen läuft oder zunächst an einer scheinbar falschen Stelle schnüffelt, arbeitet er möglicherweise trotzdem völlig richtig. Geruch liegt draußen nicht ordentlich auf dem Gegenstand herum, sondern wird durch Wind und Umgebung verteilt.


Welche Suchspiele eignen sich für Anfänger?

Für einen Hund, der noch nie gezielt gesucht hat, würde ich mit genau drei Spielen beginnen:

der einfachen Leckerlisuche, der Handtuchsuche und einer sehr leichten Kartonsuche.

Mehr braucht es zunächst nicht.

Dein Hund soll zuerst verstehen, dass ein bestimmtes Signal bedeutet:

Jetzt lohnt es sich, die Nase einzusetzen.

Danach kann man die Aufgabe schrittweise erweitern.

Der häufigste Fehler besteht nämlich darin, dass Menschen die ersten Erfolge sofort mit Schwierigkeitsgrad verwechseln.

Der Hund findet drei Kekse.

Also werden beim nächsten Mal zwei unter dem Sofa, einer hinter einer geschlossenen Tür und der letzte vermutlich im Keller versteckt.

Das ist keine Steigerung.

Das ist ein Überraschungstest.

Wie macht man ein Suchspiel schwieriger?

Eine Suchaufgabe besitzt mehrere Stellschrauben.

Du kannst das Suchgebiet vergrößern, die Entfernung erhöhen, den Gegenstand stärker verdecken, draußen arbeiten, Ablenkungen hinzufügen oder die Spur älter werden lassen.

Aber ändere immer nur eine Sache.

Genau diese Regel zieht sich durch meinen gesamten Suchaufbau. Wenn das Suchgebiet größer wird, bleibt der Rest leicht. Wenn du zum ersten Mal nach draußen gehst, wird die eigentliche Aufgabe wieder einfacher. Erst wenn eine Stufe mehrfach sicher klappt, kommt die nächste. 

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Das ist der Punkt, an dem Suchspiele tatsächlich zu Nasenarbeit werden.

Nicht das möglichst komplizierte Versteck macht eine gute Aufgabe aus.

Sondern ein Aufbau, den dein Hund versteht.

Soll ich meinem Hund beim Suchen helfen?

So wenig wie möglich.

Das ist schwieriger, als es klingt.

Du weißt schließlich, wo das Futter liegt.

Dein Hund sucht drei Meter daneben.

Und sofort beginnt das menschliche Gehirn:

Da! Nein, da! Guck doch mal! Hier! Such hier!

Damit lernt dein Hund allerdings etwas vollkommen anderes.

Er lernt, dich zu beobachten.

Nicht seine Nase.

Wenn die Aufgabe angemessen schwer ist, solltest du nach dem Suchsignal möglichst still bleiben.

Braucht dein Hund wirklich Hilfe, mach die Aufgabe beim nächsten Durchgang leichter. In deinem Buch gilt deshalb: Scheitert ein Hund zweimal hintereinander, wird nicht mehr gedrängt, sondern die Aufgabe verkleinert, sichtbarer, wertvoller oder ruhiger gemacht. 

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Das ist vernünftiges Training.

Wie lange sollten Suchspiele dauern?

Ein leichtes Suchspiel kann zwei oder drei Minuten dauern.

Ein erfahrener Hund kann deutlich länger konzentriert arbeiten.

Entscheidend ist nicht die Stoppuhr.

Beobachte deinen Hund.

Beginnt er herumzuschauen, sucht plötzlich irgendwelche vollkommen anderen Dinge, setzt sich hin, gähnt, kratzt sich oder wird hektisch, kann die Aufgabe zu lang oder zu schwierig geworden sein.

Dann ist Schluss oder du hängst noch eine sehr leichte Aufgabe an.

Der beste Zeitpunkt zum Aufhören ist oft genau der Moment, in dem der Hund gern noch eine Runde machen würde.

Suchspiele für Welpen

Welpen können bereits sehr früh kleine Futtersuchspiele machen.

Aber klein bedeutet wirklich klein.

Ein paar Futterstücke auf einem Teppich reichen.

Zwei bis fünf Minuten sind vollkommen genug.

Der Welpe erlebt ohnehin jeden Tag ein gigantisches Beschäftigungsprogramm, schließlich ist für ihn fast die gesamte Welt neu.

Er braucht keinen Schnüffel-Fünfkampf.

Suchspiele für Senioren

Gerade für ältere Hunde sind Suchspiele ausgesprochen wertvoll.

Lange Spaziergänge werden möglicherweise schwieriger, die Nase kann aber noch sehr gut arbeiten.

Halte Verstecke bodennah, vermeide rutschige Untergründe und verkürze die Wege.

So bekommt auch ein Hund mit körperlichen Einschränkungen weiterhin Aufgaben, die er selbst lösen kann.

Welche Suchspiele passen zu welchem Hund?

Beobachte einfach, was dein Hund gern macht.

Ein Hund, der begeistert Spuren verfolgt, wird möglicherweise Fährtenarbeit lieben.

Ein Retriever, der alles durch die Gegend trägt, kann große Freude an Futterbeutel, Dummy und Verlorensuche entwickeln.

Ein Hund, der Menschen spannender findet als jeden Gegenstand, ist möglicherweise für Personensuche oder später Mantrailing zu begeistern.

Und ein Hund, dessen höchstes Glück darin besteht, Käse aus einem Karton zu schnüffeln, darf genau dabei bleiben.

Es gibt keinen Pokal für das komplizierteste Suchspiel.

Aus einfachen Suchspielen kann echte Nasenarbeit entstehen

Genau das gefällt mir an Suchspielen besonders.

Sie können einfach Beschäftigung bleiben.

Du streust an einem Regentag Futter auf den Teppich, dein Hund sucht fünf Minuten und anschließend ist die Angelegenheit erledigt.

Aber aus genau denselben Grundlagen kann sich viel mehr entwickeln.

Aus der Leckerlisuche wird eine systematische Flächensuche.

Aus dem versteckten Spielzeug entsteht Gegenstandssuche.

Aus dem Menschen hinter der Tür wird Personensuche.

Aus fünf Futterstücken in Fußspuren entsteht irgendwann eine lange Fährte.

Und aus der Suche nach einem bestimmten Geruch kann Zielobjektsuche werden.

Dein Hund muss dafür am Anfang nichts können.

Er muss nicht perfekt gehorchen, nicht apportieren und keine komplizierten Kommandos beherrschen.

Er braucht eigentlich nur etwas, das er seit seiner Geburt besitzt.

Eine Nase.

Und du brauchst die Geduld, ihn sie benutzen zu lassen.

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