Die wichtigsten Grundkommandos

Die wichtigsten Grundkommandos für Hunde: Sitz, Platz, Bleib, Komm und Fuß einfach erklärt

Grundkommandos gehören zur Basis der Hundeerziehung. Dabei geht es nicht darum, dass ein Hund möglichst viele Kunststücke beherrscht oder auf jedes Wort militärisch exakt reagiert. Gute Grundsignale sollen vor allem eines tun: den Alltag einfacher und sicherer machen.

Ein Hund, der zuverlässig kommt, kurz warten kann oder sich auf Signal an seinem Menschen orientiert, lässt sich in vielen Situationen deutlich entspannter führen.

Die wichtigsten Kommandos sind dabei gar nicht besonders kompliziert. Entscheidend ist weniger die Anzahl der Signale als die Frage, ob dein Hund wirklich verstanden hat, was sie bedeuten.

Sitz

„Sitz“ gehört zu den bekanntesten Grundkommandos überhaupt.

Der Hund setzt sich auf sein Hinterteil und bleibt zunächst dort, bis die Situation beendet oder ein neues Signal gegeben wird.

Praktisch ist das beispielsweise an Straßen, beim Anziehen der Leine, im Restaurant oder wenn der Hund kurz warten soll.

Wichtig ist, dass „Sitz“ nicht automatisch bedeutet, dass der Hund minutenlang in dieser Position bleiben muss. Wenn du längeres Warten möchtest, kannst du zusätzlich ein Signal wie „Bleib“ verwenden.

Beim Aufbau solltest du darauf achten, den Hund nicht herunterzudrücken. Besser ist es, die gewünschte Position über Futter, Körpersprache oder freiwilliges Verhalten aufzubauen und anschließend mit einem Wortsignal zu verknüpfen.

Hier Weiterlesen: Sitz, Platz, Bleib und

Sitz aus der Entfernung

Platz

Bei „Platz“ legt sich der Hund hin.

Dieses Signal eignet sich besonders gut, wenn der Hund über einen längeren Zeitraum ruhig bleiben soll, beispielsweise im Café, beim Training oder zu Hause.

Viele Hunde empfinden Liegen außerdem als entspannter als langes Sitzen.

Auch hier sollte das Signal zunächst in ruhiger Umgebung aufgebaut werden. Erst wenn dein Hund zuverlässig verstanden hat, was du möchtest, kommen Ablenkungen hinzu.

Ein häufiger Fehler besteht darin, das Platzsignal ständig zu wiederholen. Sage das Signal einmal und gib deinem Hund einen kurzen Moment Zeit, darauf zu reagieren.

Bleib

„Bleib“ bedeutet, dass der Hund an seiner aktuellen Position bleibt, während du dich von ihm entfernst oder dich bewegst.

Das kann im Sitzen, Liegen oder sogar Stehen funktionieren.

Für den Aufbau solltest du zunächst nur einen winzigen Schritt zurückgehen und sofort wieder zum Hund zurückkehren. Erst nach und nach wird die Entfernung größer.

Wichtig ist außerdem die Dauer.

Viele Menschen erhöhen gleichzeitig Entfernung, Zeit und Ablenkung. Das macht die Übung unnötig schwer.

Besser ist es, immer nur einen Faktor zu steigern.

Bleibt dein Hund beispielsweise bereits zehn Sekunden zuverlässig sitzen, vergrößerst du zunächst nur die Entfernung und hältst die Wartezeit kurz.

Weiterlesen zu Bleib

Komm oder Hier

Ein zuverlässiger Rückruf gehört zu den wichtigsten Signalen überhaupt.

„Komm“ oder „Hier“ bedeutet: Der Hund unterbricht das, was er gerade tut, und kommt direkt zu seinem Menschen.

Das klingt einfach, ist draußen aber eines der schwierigsten Signale.

Im Garten kommt der Hund vielleicht problemlos. Läuft auf dem Feld jedoch ein Hase davon oder spielt ein anderer Hund in Sichtweite, sieht die Sache schon anders aus.

Deshalb sollte der Rückruf immer mit möglichst positiven Erfahrungen verbunden werden.

Belohne deinen Hund großzügig, wenn er zuverlässig zu dir kommt. Rufe ihn außerdem nicht ständig nur dann, wenn danach etwas Unangenehmes passiert, etwa Anleinen, Heimgehen oder Spielabbruch.

Der Hund soll lernen: Zu meinem Menschen zurückzukommen lohnt sich.

Aufbau des Rückrufes lernst Du hier : Rückruf leicht gemacht , dann noch Rückruf aus der Hundegruppe , Grundkenntnisse Rückruf und das Workbook Rückruf

Fuß

Beim Kommando „Fuß“ läuft der Hund eng und kontrolliert neben seinem Menschen.

Dabei sollte man zwischen einem echten Fußkommando und normalem Gehen an lockerer Leine unterscheiden.

Ein Hund muss nicht den gesamten Spaziergang perfekt am Bein laufen.

Das wäre für die meisten Hunde weder sinnvoll noch besonders angenehm.

„Fuß“ ist vielmehr ein gezieltes Signal für bestimmte Situationen. Beispielsweise beim Überqueren einer Straße, beim Vorbeigehen an anderen Menschen oder Hunden oder auf engen Wegen.

Danach darf der Hund wieder normal laufen und seine Umgebung erkunden.

Weiterlesen: Fusslaufen leicht gemacht

Nein oder Lass es

„Nein“, „Lass es“ oder ein ähnliches Abbruchsignal bedeutet, dass der Hund eine bestimmte Handlung beendet oder gar nicht erst beginnt.

Das kann beispielsweise bedeuten, dass er kein Futter vom Boden aufnimmt, nicht an etwas springt oder einen Gegenstand liegen lässt.

Damit ein solches Signal funktioniert, muss der Hund aber zunächst lernen, was es bedeutet.

Ein ständig gerufenes „Nein! Nein! Nein!“ wird schnell zu einem Hintergrundgeräusch.

Ein gutes Abbruchsignal sollte deshalb klar aufgebaut und anschließend bewusst eingesetzt werden.

Genauso wichtig ist es, dem Hund anschließend eine Alternative zu geben.

Statt nur zu verbieten, kannst du ihm zeigen, was er stattdessen tun soll.

Warte

„Warte“ ist im Alltag oft sogar praktischer als „Bleib“.

Während „Bleib“ häufig eine feste Position bedeutet, kann „Warte“ einfach heißen: Geh noch nicht weiter.

Das eignet sich hervorragend an Türen, beim Aussteigen aus dem Auto oder an Straßen.

Der Hund muss dabei nicht zwingend sitzen oder liegen. Er soll lediglich kurz innehalten, bis du ihm die Freigabe gibst.

Gerade deshalb ist „Warte“ ein sehr alltagstaugliches Signal.

Aus

„Aus“ bedeutet, dass der Hund etwas aus dem Maul fallen lässt oder freiwillig abgibt.

Das ist nicht nur beim Spielen wichtig.

Es kann auch entscheidend sein, wenn der Hund draußen etwas Gefährliches aufgenommen hat.

Das Signal sollte deshalb möglichst ohne Zwang aufgebaut werden.

Beim Training kannst du beispielsweise gegen etwas Wertvolleres tauschen. Der Hund lernt dadurch, dass Abgeben keinen Verlust bedeutet.

Gerade bei Hunden, die Dinge gerne festhalten oder verteidigen, ist dieser positive Aufbau besonders wichtig.

Schau oder Blickkontakt

Ein Orientierungssignal wie „Schau“ kann im Alltag sehr hilfreich sein.

Der Hund richtet dabei seine Aufmerksamkeit kurz auf seinen Menschen.

Das ist besonders praktisch bei Ablenkung, Hundebegegnungen oder bevor ein anderes Kommando gegeben wird.

Auch hier geht es nicht darum, dass der Hund minutenlang starr in dein Gesicht schauen muss.

Ein kurzer Blick reicht häufig vollkommen aus.

Weiterlesen: Wie bringe ich den Hund das Kommando „Schau“ bei

Welches Kommando ist wirklich das wichtigste?

Wenn man nur ein einziges Signal besonders gut trainieren möchte, wäre ein zuverlässiger Rückruf wahrscheinlich ganz oben auf der Liste.

Direkt danach kommen für mich ein gutes Stoppsignal, ruhiges Warten und Orientierung am Menschen.

Denn diese Signale bringen im Alltag oft mehr als ein besonders schönes Sitz oder Platz.

Grundkommandos sollen schließlich nicht beeindrucken.

Sie sollen dir und deinem Hund helfen, sicher und entspannt durch den Alltag zu kommen.

Lieber wenige Signale richtig als viele halbherzig

Ein Hund braucht keine zwanzig Kommandos.

Viel wichtiger ist, dass die wichtigsten Signale zuverlässig aufgebaut werden.

Trainiere zunächst zu Hause und in ruhiger Umgebung. Danach kommen Garten, Straße und schließlich stärkere Ablenkungen.

Steigere die Anforderungen langsam und belohne gutes Verhalten zuverlässig.

Dann entsteht aus einem einfachen Kommando nach und nach ein wirklich brauchbares Alltagssignal.

Und genau darum geht es bei guter Hundeerziehung.

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