Neue Hunderasse

Neue Hunderassen – welche Hunderassen sind wirklich neu?

Wer sich heute nach neuen Hunderassen umsieht, stößt schnell auf Begriffe wie Goldendoodle, Pomsky oder Aussiedor. Gleichzeitig tauchen immer wieder Rassen auf, von denen viele Hundeliebhaber noch nie gehört haben, etwa der Miniature American Shepherd oder der Rumänische Corb-Schäferhund. Da stellt sich schnell die Frage: Welche Hunde sind tatsächlich neue Hunderassen und welche sind lediglich moderne Mischlinge?

Die Antwort ist überraschender, als viele vermuten. Tatsächlich entstehen auch heute noch neue Hunderassen. Allerdings ist der Weg von der ersten Zuchtidee bis zur offiziellen Anerkennung lang und kann mehrere Jahrzehnte dauern. Nur ein kleiner Teil der neu entwickelten Populationen erfüllt am Ende alle Voraussetzungen, um als eigenständige Hunderasse anerkannt zu werden. Gleichzeitig werden jedes Jahr zahlreiche Mischlinge gezüchtet, die oft als neue Hunderassen beworben werden, obwohl sie aus kynologischer Sicht keine anerkannten Rassen sind.

In diesem Beitrag schauen wir uns deshalb beide Seiten an. Du erfährst, welche Hunderassen tatsächlich noch relativ jung sind, welche Rassen erst in den vergangenen Jahren offiziell anerkannt wurden und warum Doodles und viele andere sogenannte Designerhunde zwar modern und beliebt, aber keine anerkannten Hunderassen sind.

Um das noch genauer zu verstehen, hab ich noch den Beitrag

Was bedeutet FCI und VDH für Dich.

Was ist überhaupt eine neue Hunderasse?

Viele Menschen stellen sich unter einer neuen Hunderasse einfach einen Hund vor, den es früher noch nicht gab. So einfach ist es allerdings nicht.

Eine Hunderasse entsteht nicht dadurch, dass zwei unterschiedliche Rassen miteinander verpaart werden. Eine einmalige Kreuzung ergibt zunächst lediglich einen Mischling. Auch wenn alle Welpen ähnlich aussehen, handelt es sich noch lange nicht um eine eigenständige Rasse.

Von einer Hunderasse spricht man erst dann, wenn über viele Generationen hinweg gezielt weitergezüchtet wird. Die Hunde müssen sich dabei nicht nur äußerlich ähneln, sondern auch ein möglichst einheitliches Wesen, eine vergleichbare Gesundheit und vorhersehbare Eigenschaften entwickeln. Erst wenn diese Merkmale dauerhaft vererbt werden, kann überhaupt über eine Anerkennung nachgedacht werden.

Dafür wird ein sogenannter Rassestandard entwickelt. Er beschreibt sehr genau, wie ein Vertreter dieser Rasse aussehen soll, welche Größe und welches Gewicht typisch sind, welche Fellfarben erlaubt sind und welches Wesen angestrebt wird. Gleichzeitig müssen Zuchtbücher geführt und die Abstammung der Hunde über viele Generationen dokumentiert werden.

Das erklärt auch, warum die Entwicklung einer neuen Hunderasse oft Jahrzehnte dauert. Während Mischlinge bereits in der ersten Generation entstehen können, benötigt eine stabile Rasse viele Generationen konsequenter Zuchtarbeit.

Wer entscheidet, ob eine Hunderasse anerkannt wird?

Die bekannteste Organisation ist die Fédération Cynologique Internationale (FCI). Ihr gehören die meisten europäischen Zuchtverbände an. Sie legt internationale Rassestandards fest und entscheidet darüber, ob eine Hunderasse weltweit anerkannt wird.

Allerdings ist die FCI nicht die einzige Organisation. Viele Länder erkennen zunächst eigene nationale Rassen an, bevor diese später international vorgestellt werden. In Deutschland übernimmt diese Aufgabe beispielsweise der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), in anderen Ländern existieren vergleichbare Dachverbände.

Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass eine Hunderasse in ihrem Ursprungsland bereits offiziell anerkannt ist, international aber noch gar nicht geführt wird. Andere Rassen befinden sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte in einer Art Beobachtungsphase. Erst wenn genügend gesunde Hunde mit einem stabilen Erscheinungsbild vorhanden sind, wird über eine endgültige Anerkennung entschieden.

Das bedeutet gleichzeitig: Nicht jede neue Hunderasse schafft diesen Schritt. Manche verschwinden wieder, andere entwickeln sich weiter oder bleiben dauerhaft nur national anerkannt.

Warum entstehen überhaupt noch neue Hunderassen?

Viele glauben, alle Hunderassen seien bereits vor Jahrhunderten entstanden. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Ein großer Teil der heute bekannten Rassen ist deutlich jünger, als die meisten vermuten.

Vor allem im 20. Jahrhundert entstanden zahlreiche neue Rassen. Dahinter standen oft ganz unterschiedliche Ziele. Manche Züchter wollten besonders gesunde Familienhunde entwickeln, andere suchten einen vielseitigen Arbeitshund oder versuchten, regionale Landschläge zu erhalten, die bisher nie offiziell beschrieben worden waren.

Ein gutes Beispiel ist der Eurasier. Diese Rasse wurde erst in den 1960er-Jahren gezielt entwickelt. Auch der Weiße Schweizer Schäferhund ist wesentlich jünger als viele annehmen und wurde erst nach langer Zuchtarbeit international anerkannt.

Bis heute arbeiten Zuchtverbände in verschiedenen Ländern an weiteren Rassen. Besonders häufig betrifft das traditionelle Hirtenhunde oder Jagdhunde, die regional schon lange existieren, aber bisher nie offiziell beschrieben wurden. Erst wenn ausreichend Tiere erfasst, dokumentiert und nach festen Zuchtregeln vermehrt werden, beginnt der Weg zur Anerkennung.

Weißer Schweizer Schäferhund – vom unerwünschten Farbfehler zur eigenen Hunderasse

Der Weiße Schweizer Schäferhund ist eines der bekanntesten Beispiele dafür, wie aus einer zunächst unerwünschten Variante schließlich eine eigenständige Hunderasse entstehen kann.

Weiße Deutsche Schäferhunde gab es bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Lange Zeit galten sie jedoch als unerwünscht, weil man fälschlicherweise annahm, die weiße Fellfarbe stehe mit gesundheitlichen Problemen oder einer schwächeren Leistungsfähigkeit in Zusammenhang. Deshalb verschwand die Farbe in vielen europäischen Zuchtlinien nahezu vollständig.

In Nordamerika wurden weiße Schäferhunde dagegen weiterhin gezüchtet. Von dort gelangten sie später in die Schweiz, wo engagierte Züchter begannen, eine eigene Population aufzubauen. Über viele Jahre wurden Gesundheit, Wesen und ein einheitliches Erscheinungsbild gezielt gefestigt.

Heute gilt der Weiße Schweizer Schäferhund als eigenständige Rasse. Er ähnelt dem Deutschen Schäferhund zwar auf den ersten Blick, unterscheidet sich jedoch in mehreren Punkten. Viele Vertreter wirken etwas eleganter, haben häufig ein weicheres Wesen und werden vor allem als Familien-, Sport- oder Begleithunde gehalten.

Die Geschichte dieser Rasse zeigt sehr deutlich, dass eine neue Hunderasse nicht immer durch Kreuzungen entstehen muss. Manchmal entwickelt sich aus einer bestehenden Population über viele Jahre hinweg eine eigenständige Zuchtrichtung, die schließlich offiziell anerkannt wird.

Eurasier – eine der jüngsten deutschen Hunderassen

Viele Hundebesitzer halten den Eurasier für eine alte nordische Hunderasse. Tatsächlich ist er überraschend jung.

Seine Geschichte beginnt in den 1960er-Jahren. Der deutsche Züchter Julius Wipfel verfolgte das Ziel, einen ausgeglichenen Familienhund zu schaffen, der die positiven Eigenschaften verschiedener Spitz- und Urhundrassen miteinander verbindet. Ausgangspunkt waren zunächst Chow Chow und Wolfsspitz. Wenig später wurde auch der Samojede eingekreuzt.

Das Ergebnis war ein mittelgroßer Hund mit dichtem Fell, ruhigem Wesen und einer engen Bindung an seine Familie. Anders als viele klassische Gebrauchshunde wurde der Eurasier nicht für eine bestimmte Arbeitsaufgabe gezüchtet, sondern gezielt als angenehmer Begleit- und Familienhund.

Heute gehört der Eurasier zu den bekanntesten jungen deutschen Hunderassen. Seine Entwicklung ist hervorragend dokumentiert und zeigt beispielhaft, wie konsequente Zuchtarbeit innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer anerkannten Rasse führen kann.

Miniature American Shepherd – aus einer Idee wurde eine eigene Rasse

Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden diese Hunde häufig einfach als besonders kleine Australian Shepherds bezeichnet.

In den USA entstand jedoch der Wunsch, gezielt kleinere, leistungsfähige Hütehunde zu züchten, die die Arbeitsfreude und Intelligenz des Australian Shepherds behalten, aber handlicher bleiben. Über viele Generationen entwickelte sich daraus eine stabile Population mit klar definierten Merkmalen.

Heute ist der Miniature American Shepherd eine eigenständige Hunderasse und wird nicht mehr als Variante des Australian Shepherds angesehen.

Gerade diese Entwicklung verdeutlicht den Unterschied zwischen einer anerkannten Rasse und einer zufälligen Kreuzung. Die Hunde wurden nicht einfach kleiner gezüchtet, sondern über viele Generationen nach einem festen Zuchtziel ausgewählt und dokumentiert.

Tschechoslowakischer Wolfhund – eine außergewöhnliche Neuentwicklung

Kaum eine moderne Hunderasse sorgt für so viele Diskussionen wie der Tschechoslowakische Wolfhund.

Die Rasse entstand in den 1950er-Jahren im damaligen Staatsgebiet der Tschechoslowakei. Ziel war es, die Ausdauer und Robustheit des Karpatenwolfs mit den Arbeitsanlagen des Deutschen Schäferhundes zu verbinden.

Nach den ersten Kreuzungen begann eine jahrzehntelange Auswahl geeigneter Tiere. Dabei wurden die Hunde immer weiter gefestigt, bis schließlich eine eigenständige Population mit einheitlichem Erscheinungsbild entstand.

Heute handelt es sich um eine offiziell anerkannte Hunderasse. Trotz ihrer wolfähnlichen Optik sind Tschechoslowakische Wolfhunde keine Wolf-Hund-Hybriden mehr, sondern eine eigenständige Rasse mit festgelegtem Standard.

Für unerfahrene Hundehalter eignen sie sich allerdings nur selten. Sie gelten als intelligent, sehr bewegungsfreudig und benötigen eine konsequente, fachkundige Erziehung sowie viel Beschäftigung.

Saarlooswolfhund – ebenfalls eine vergleichsweise junge Rasse

Auch der Saarlooswolfhund gehört zu den modernen europäischen Hunderassen.

In den Niederlanden begann Leendert Saarloos bereits in den 1930er-Jahren mit Kreuzungen zwischen Deutschen Schäferhunden und europäischen Wölfen. Anders als beim Tschechoslowakischen Wolfhund stand hier weniger die Leistungsfähigkeit als vielmehr ein ursprünglicheres Erscheinungsbild und ein natürliches Verhalten im Mittelpunkt.

Heute besitzt der Saarlooswolfhund einen eigenen Rassestandard und gilt als eigenständige Hunderasse. Sein Wesen unterscheidet sich jedoch deutlich von klassischen Familienhunden. Viele Vertreter reagieren sensibel auf Umweltreize, sind zurückhaltend gegenüber Fremden und benötigen erfahrene Halter.

Seine Geschichte zeigt ebenfalls, dass selbst ungewöhnliche Zuchtprojekte über viele Jahrzehnte zu einer anerkannten Hunderasse werden können – vorausgesetzt, die Population entwickelt sich stabil und erfüllt die Anforderungen der Zuchtverbände.

Kromfohrländer – eine deutsche Nachkriegsrasse

Der Kromfohrländer gehört zu den jüngsten deutschen Hunderassen und hat eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte. Anders als viele alte Jagd- oder Hütehunde entwickelte sich diese Rasse erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der Ursprung geht auf einen herrenlosen Hund zurück, der amerikanische Soldaten nach Deutschland begleitet haben soll. Dieser Hund wurde später mit verschiedenen Terrier- und Griffon-Typen verpaart. Aus diesen Verbindungen entstand nach und nach eine einheitliche Population mit einem klaren Zuchtziel. Bereits in den 1950er-Jahren wurde der Kromfohrländer offiziell als eigenständige Hunderasse anerkannt.

Heute gilt er als freundlicher Familienhund mit einer engen Bindung an seine Bezugspersonen. Da die Rasse weltweit nur in vergleichsweise kleiner Zahl gezüchtet wird, gehört sie trotz ihrer Anerkennung noch immer zu den eher seltenen Hunderassen.

Russkiy Toy – klein, aber noch eine junge Hunderasse

Der Russkiy Toy zählt zu den jüngeren europäischen Zwerghunderassen. Zwar reichen seine Vorfahren bis ins Russland des frühen 20. Jahrhunderts zurück, die heutige Rasse entwickelte sich jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg neu.

Ziel war es, einen eleganten, lebhaften Begleithund zu erhalten, der sowohl kurzhaarig als auch langhaarig vorkommen kann. Außerhalb Osteuropas war der Russkiy Toy lange nahezu unbekannt. Erst in den vergangenen Jahren gewann die Rasse auch in Westeuropa an Beliebtheit und wurde dadurch einem größeren Publikum bekannt.

Mit einer Schulterhöhe von oft nur rund 20 bis 28 Zentimetern gehört der Russkiy Toy zu den kleinsten anerkannten Hunderassen überhaupt.

Český Terrier – gezielt für die Jagd entwickelt

Auch der Český Terrier ist eine vergleichsweise junge Hunderasse. Er entstand in den 1940er- und 1950er-Jahren in der damaligen Tschechoslowakei.

Ein Jäger und Züchter wollte einen Terrier entwickeln, der sich besser für die Baujagd und die Jagd in schwierigem Gelände eignet als die damals vorhandenen Terrierrassen. Durch eine sorgfältige Auswahl geeigneter Zuchttiere entstand nach und nach eine neue Population mit einem einheitlichen Erscheinungsbild und klar definierten Eigenschaften.

Heute ist der Český Terrier international anerkannt, außerhalb seines Heimatlandes jedoch noch immer eher selten anzutreffen.

Rumänischer Corb-Schäferhund – eine der neuesten anerkannten Hunderassen

Während viele bekannte Hunderassen bereits seit Jahrzehnten anerkannt sind, entstehen auch heute noch neue Rassen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Rumänische Corb-Schäferhund.

Dieser große Herdenschutzhund stammt aus Rumänien und wurde dort seit Generationen zum Schutz von Schafherden vor Wölfen und Bären eingesetzt. Erst in den vergangenen Jahren begann jedoch eine systematische Erfassung und Zucht nach einheitlichen Standards.

Inzwischen befindet sich die Rasse auf internationaler Ebene in einem Anerkennungsverfahren und zählt damit zu den jüngsten offiziell erfassten Hunderassen Europas. Für Hundehalter außerhalb Rumäniens ist sie bislang noch weitgehend unbekannt.

Kasachischer Tazy – ein uralter Hund mit neuer Anerkennung

Der Kasachische Tazy zeigt, dass eine neue Anerkennung nicht immer bedeutet, dass auch die Rasse selbst jung ist.

Diese elegante Windhundrasse begleitet Nomaden in Zentralasien bereits seit Jahrhunderten. Dennoch existierte lange Zeit kein international anerkannter Rassestandard. Erst in den vergangenen Jahren wurde der Tazy systematisch beschrieben und offiziell in internationale Anerkennungsverfahren aufgenommen.

Damit gehört er zu den neuesten anerkannten Hunderassen, obwohl seine Geschichte deutlich älter ist als die vieler bekannter europäischer Rassen.

Campeiro Bulldog – ein neuer Vertreter der Bulldoggen

Auch Brasilien arbeitet seit Jahren daran, traditionelle regionale Hunderassen international bekannt zu machen. Dazu gehört der Campeiro Bulldog.

Er geht auf alte Arbeitshunde zurück, die ursprünglich auf Rinderfarmen eingesetzt wurden. Über viele Jahre wurden Gesundheit, Körperbau und Wesen vereinheitlicht, bis schließlich eine stabile Population entstand.

Heute zählt der Campeiro Bulldog zu den jüngsten Rassen, die internationale Anerkennung anstreben beziehungsweise bereits vorläufig anerkannt wurden. Außerhalb Südamerikas ist er bislang noch kaum verbreitet.

Werden auch künftig noch neue Hunderassen entstehen?

Die Antwort lautet eindeutig: Ja.

Obwohl heute bereits mehrere hundert Hunderassen existieren, arbeiten Zuchtverbände weltweit weiterhin an neuen Populationen. Häufig handelt es sich dabei um regionale Hüte-, Jagd- oder Herdenschutzhunde, die in ihrem Heimatland seit Generationen bekannt sind, bisher aber nie offiziell beschrieben wurden.

Daneben entstehen immer wieder völlig neue Zuchtprojekte mit klar definierten Zuchtzielen. Allerdings schaffen es nur wenige davon bis zur internationalen Anerkennung. Dafür müssen über viele Generationen hinweg Gesundheit, Wesen, Erscheinungsbild und genetische Stabilität nachgewiesen werden.

Der Weg zu einer neuen Hunderasse dauert deshalb meist viele Jahrzehnte. Genau das unterscheidet eine anerkannte Rasse von einer einfachen Kreuzung zweier Hunderassen.

Sind Doodles und Designerhunde neue Hunderassen?

Wer heute nach neuen Hunderassen sucht, stößt früher oder später auf Begriffe wie Goldendoodle, Labradoodle, Cockapoo, Pomsky oder Aussiedor. In den sozialen Medien, auf Verkaufsplattformen und auf vielen Webseiten werden diese Hunde häufig als neue Hunderassen bezeichnet. Aus kynologischer Sicht ist diese Bezeichnung jedoch nicht korrekt.

Die meisten dieser Hunde sind sogenannte Designerhunde. Gemeint sind gezielt geplante Kreuzungen zweier anerkannter Hunderassen. Das Ziel besteht meist darin, bestimmte Eigenschaften beider Elternrassen miteinander zu kombinieren. So soll beispielsweise ein Hund entstehen, der freundlich wie ein Golden Retriever, intelligent wie ein Pudel oder besonders klein wie ein Yorkshire Terrier ist.

Das allein macht aus einem Mischling jedoch noch keine neue Hunderasse.

Warum Designerhunde keine anerkannten Hunderassen sind

Eine anerkannte Hunderasse zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Merkmale über viele Generationen hinweg zuverlässig vererbt werden. Größe, Fellstruktur, Körperbau, Wesen und Arbeitsanlagen bewegen sich innerhalb eines festgelegten Rahmens. Wer einen Welpen aus einer anerkannten Rasse kauft, kann deshalb recht gut einschätzen, wie sich der Hund später entwickeln wird.

Bei Designerhunden ist das deutlich schwieriger. Auch wenn beide Elterntiere reinrassig sind, können die Welpen sehr unterschiedlich ausfallen. Manche ähneln fast vollständig der einen Rasse, andere eher der zweiten. Oft unterscheiden sich sogar Geschwister aus demselben Wurf deutlich in Größe, Fellstruktur, Temperament oder Haarwechsel.

Aus diesem Grund werden Designerhunde von der FCI und den meisten großen europäischen Zuchtverbänden nicht als eigenständige Hunderassen anerkannt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Designerhunde grundsätzlich schlechte Hunde sind. Viele sind angenehme Familienhunde. Sie erfüllen lediglich nicht die Voraussetzungen, die für die Anerkennung einer eigenständigen Hunderasse erforderlich sind.

Was sind Doodles?

Der Begriff Doodle bezeichnet eine Untergruppe der Designerhunde.

Gemeinsam haben alle Doodles, dass mindestens eine der Elternrassen ein Pudel ist. Dahinter steckt häufig die Hoffnung auf ein wenig haarendes Fell oder eine Kombination aus der Intelligenz des Pudels mit den Eigenschaften einer anderen Rasse.

Bekannte Beispiele sind:

  • Goldendoodle oder Minigoldendoodle (Golden Retriever × Pudel)
  • Labradoodle (Labrador Retriever × Pudel)
  • Cockapoo (Cocker Spaniel × Pudel)
  • Cavapoo (Cavalier King Charles Spaniel × Pudel)
  • Maltipoo (Malteser × Pudel)
  • Bernedoodle (Berner Sennenhund × Pudel)
  • Aussiedoodle (Australian Shepherd × Pudel)
  • Schnoodle (Schnauzer × Pudel)

Obwohl einige dieser Mischlinge bereits seit Jahrzehnten gezüchtet werden, gelten sie bis heute nicht als eigenständige Hunderassen.

Hier findet ihr Meine persönliche Meinung zu Designerhunden

und meine Erfahrungen mit Doodle

Designerhunde ohne Pudel

Nicht jeder Designerhund ist ein Doodle. In den vergangenen Jahren sind zahlreiche weitere Mischlingskombinationen entstanden, bei denen überhaupt kein Pudel beteiligt ist.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Aussiedor (Australian Shepherd × Labrador Retriever)
  • Pomsky (Zwergspitz × Siberian Husky)
  • Shepsky (Deutscher Schäferhund × Siberian Husky)
  • Chug (Chihuahua × Mops)
  • Puggle (Mops × Beagle)
  • Bullherder (Belgischer Schäferhund × Bulldog-Typ)
  • Shorkie (Shih Tzu × Yorkshire Terrier)

Auch hier gilt: Es handelt sich um bewusst gezüchtete Mischlinge, nicht um offiziell anerkannte Hunderassen.

Sonderfälle: Wäller und Elo

Besonders interessant sind der Wäller und der Elo. Beide werden häufig mit Designerhunden in einen Topf geworfen, unterscheiden sich jedoch deutlich von klassischen Doodles.

Beim Wäller verfolgen die Zuchtvereine seit vielen Jahren ein festes Zuchtziel. Es werden nicht einfach beliebige Mischlinge gezüchtet, sondern eine möglichst einheitliche Population aufgebaut. Gesundheit, Wesen und Erscheinungsbild werden gezielt dokumentiert und ausgewählt.

Ähnlich verhält es sich beim Elo. Auch hier existiert ein strukturiertes Zuchtprogramm mit klaren Vorgaben. Ziel ist ein familienfreundlicher Begleithund mit einem ausgeglichenen Wesen. Der Name Elo ist sogar markenrechtlich geschützt und darf nur von bestimmten Zuchtvereinen verwendet werden.

Trotzdem gelten weder Wäller noch Elo derzeit als international anerkannte Hunderassen im Sinne der FCI. Sie nehmen damit eine Sonderstellung ein. Es handelt sich um organisierte Zuchtpopulationen mit einem langfristigen Zuchtziel, aber nicht um weltweit anerkannte Rassen.

Werden einige Designerhunde irgendwann als Hunderasse anerkannt?

Grundsätzlich ist das nicht ausgeschlossen.

Viele der heute anerkannten Hunderassen haben ebenfalls einmal mit einer kleinen Population begonnen. Entscheidend ist jedoch, dass über viele Generationen hinweg konsequent nach einem festen Standard gezüchtet wird. Die Hunde müssen gesundheitlich stabil sein und ihre typischen Merkmale zuverlässig an ihre Nachkommen weitergeben.

Ob einzelne Designerhund-Linien diesen Weg künftig einschlagen, lässt sich heute nicht vorhersagen. Die meisten werden jedoch wahrscheinlich Mischlingszuchten bleiben, weil viele Züchter bewusst immer wieder unterschiedliche Rassen miteinander verpaaren, anstatt eine langfristig stabile Population aufzubauen.

Fazit: Neue Hunderasse oder moderner Mischling?

Auch im 21. Jahrhundert entstehen noch neue Hunderassen. Allerdings ist ihre Zahl deutlich geringer, als viele Menschen vermuten. Hinter jeder anerkannten Rasse stehen meist Jahrzehnte sorgfältiger Zuchtarbeit, umfangreiche Dokumentationen und ein klar definiertes Zuchtziel.

Designerhunde wie Goldendoodle, Labradoodle, Pomsky oder Aussiedor gehören dagegen nicht zu den anerkannten Hunderassen. Sie sind gezielt gezüchtete Mischlinge und können wunderbare Begleithunde sein, erfüllen jedoch nicht die Voraussetzungen, die internationale Zuchtverbände an eine eigenständige Hunderasse stellen.

Wer sich für neue Hunderassen interessiert, sollte deshalb immer unterscheiden, ob es sich um eine offiziell anerkannte junge Rasse handelt oder um einen modernen Mischling, der vor allem aus der Kombination zweier bereits bestehender Hunderassen entstanden ist.

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