Was ist zu tun, wenn ein fremder Hund angreift

Meine Erfahrungen beim Hundeangriff

Hundeattacke auf den Kleine Hunde: Was tun, wenn ein fremder Hund angreift?

Es passiert in Sekunden: Ein unangeleinter Hund taucht auf, fixiert deinen Hund und rennt los. Für einen kleinen Hund ist das eine besonders gefährliche Situation – er kann nicht weglaufen, sich kaum wehren und wirkt auf größere Hunde schnell wie Beute. Dieser Beitrag zeigt dir, was du im Ernstfall tust.

Im Moment der Attacke: Was du sofort tun solltest

Das Wichtigste vorweg: Deine Reaktion entscheidet mehr als alles andere. Hunde lesen Körpersprache blitzschnell – Panik, Schreien und hektisches Wegziehen verschärfen die Lage oft, statt sie zu entschärfen.

  • Ruhe ausstrahlen, nicht rennen. Wegrennen löst bei vielen Hunden den Jagdtrieb aus. Bleib stehen, mach dich groß und aufrecht.
  • Dem fremden Hund nicht frontal gegenüberstehen. Dreh ihm leicht die Schulter zu statt Brust und Blick direkt entgegen – frontales Anstarren wirkt konfrontativ.
  • Tiefe, laute Stimme einsetzen. Ein klares, autoritäres „Nein!” oder „Geh weg!” stoppt erstaunlich viele Hunde, weil sie auf Souveränität reagieren.
  • Eine Barriere schaffen. Tasche, Rucksack, Jacke oder ein aufgespannter Regenschirm zwischen die beiden Hunde – alles, was den direkten Zugriff erschwert, hilft.

Der heikle Punkt beim kleineren Hund, hochnehmen oder nicht?

Hier gehen die Meinungen auseinander, und beim Dackel ist die Frage besonders sensibel. Den Hund hochzureißen kann den eigenen Hund auf Augenhöhe des Angreifers bringen und ihn erst recht zum Ziel machen, manche fremde Hunde springen dann hoch. Gleichzeitig ist der Dackelrücken empfindlich: ruckartiges Hochreißen am falschen Griff kann selbst zur Verletzung führen.

Wenn du deinen Hund sicherst, dann ruhig, mit beiden Händen unter Brust und Hinterteil, den Rücken gerade, nie am Geschirr in die Höhe zerren. Ob Hochnehmen in der konkreten Lage richtig ist, hängt von Größe und Verhalten des Angreifers ab.

Wenn es trotzdem zur Beißerei kommt

  • Niemals mit den Händen dazwischengreifen. Du wirst fast sicher selbst gebissen.
  • Lärm und Wasser können lösen – lautes Klatschen, Schreien, eine Wasserflasche.
  • Den Besitzer sofort einbinden: laut nach dem Rückruf des Hundes verlangen, klare Ansage.

Vorbeugen: So bist du vorbereitet, bevor es passiert

  • Umgebung scannen. Achte früh auf freilaufende Hunde, halt Abstand, wechsle die Seite.
  • „Hinter mich” trainieren. Ein Dackel, der auf Kommando hinter deine Beine kommt, ist im Ernstfall geschützt und du behältst die Kontrolle.
  • Hilfsmittel dabeihaben. Manche Dackelhalter tragen einen kleinen Schirm oder eine Wasserflasche bewusst als Notfallwerkzeug.
  • Sicheres Geschirr statt Halsband auf Spaziergängen in heiklen Gegenden – ein gut sitzendes Standard- oder maßgefertigtes Dackelgeschirr gibt dir besseren Halt, ohne den Hals zu belasten.

Nach der Attacke: nicht unterschätzen

Auch wenn dein Hund scheinbar unverletzt ist, lass ihn vom Tierarzt anschauen. Bisse können tiefer gehen, als sie aussehen, und beim kleineren Hund sind Brustkorb und Rücken besonders gefährdet. Innere Verletzungen zeigen sich oft erst später.

Genauso wichtig ist die Psyche: Viele Hunde entwickeln nach einer Attacke Angst gegenüber Artgenossen. Geh die nächsten Begegnungen ruhig und positiv an, überfordere ihn nicht.

Rechtlich solltest du den Vorfall dokumentieren: Personalien des Halters, Fotos, gegebenenfalls Zeugen. Bei Verletzungen oder Verstoß gegen die Leinenpflicht ist eine Meldung sinnvoll.

Fazit

Eine Hundeattacke ist für jeden Hundehalterein Albtraum, aber mit Ruhe, der richtigen Körpersprache und ein wenig Vorbereitung kannst du die Gefahr deutlich entschärfen. Ein kleiner Hund braucht dabei besonderen Schutz, weil er klein, tiefgebaut und empfindlich ist. Wer die Situation einmal durchdacht hat, reagiert im Ernstfall überlegter.


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8 Kommentare zu „Was ist zu tun, wenn ein fremder Hund angreift“

  1. Avatar von Audrey Johnson
    Audrey Johnson

    Ich habe deinen Artikel zweimal gelesen, bis ich verstanden habe, dass du immer das Frauchen bist und ich der Paul. Zuerst dachte ich, das Frauchen des Riesenviehs wäre dazugekommen.
    Aber alles klar, habe ich verstanden.
    Ja, so eine Situation habe ich auch schon einige Male erlebt, meistens kläfft Heidi jedoch, was es schwieriger macht. Aber ich vertreibe den großen Hund, während mein Mann mit unserem Hund Abstand nimmt. Ich weiß, das kann gefährlich ausgehen, aber handeln und die Situation auflösen muss sein.
    Trotzdem ganz fürchterlich und das kann auch mal schiefgehen.
    Mit einem großen Hund hätte man diese Angst wahrscheinlich nicht. Siehst du das auch so, du hattest doch die großen Flats?

    1. Avatar von Daniela Dührkop

      Oh doch mit einem großen Hund hat man die Angst genauso. Tatsächlich war es aber das erste Mal, dass ich überhaupt so etwas erlebt hatte.

  2. Avatar von Monika

    Hallo Daniela,
    ich habe so etwas vor Jahren mit unserem letzten Dackel Susi, abends mitten im Dorf erlebt. Dackel an der Leine und plötzlich kam ein Rottweiler aus einem Garten geschossen und hat meinen Dackel gepackt. Irgendwie hab ich den Köter – ohne zu überlegen- am Nacken zu fassen gekriegt und dann kam Gott sei Dank schon die Besitzerin. Der Rottweiler hat dann losgelassen, aber eine Narbe auf der Nase ist meiner Susi zeitlebens geblieben.
    Wie hast du heute die Situation gemeistert? Wie muss ich das verstehen, dass du dich zwischen Paul und diesen Köter geworfen hast ? Mir graut es davor, so etwas nochmal zu erleben.
    Liebe Grüße an dich und Paul
    Erholt euch gut von diesem Riesenschreck.😱🥰🥰

    1. Avatar von Daniela Dührkop

      Ich hab zugetreten. Das war mir im Moment egal. Ich hatte echt Schiss der killt Paul. Der große Hund war ziemlich feige und ist dann schnell geflüchtet. Aber Paul hat Stunden gebraucht, wieder zu Ruhe zu kommen

      1. Avatar von Monika

        Gut gemacht 💪
        👍👍 Hoffe, ihr seid beide unverletzt.
        Manchmal brauchen Hund und Mensch eben einen Schutzengel.🙏🙏

      2. Avatar von Daniela Dührkop

        Vielen Dank! Ja wir sind unverletzt!

  3. […] erlebe das sehr intensiv bei meinem Dackel Paul, der unfassbar sensibel ist und ein ganz anderer Hund wird, wenn man auf Momente achtet, in denen […]

  4. […] erlebe das sehr intensiv bei meinem Dackel Paul, der unfassbar sensibel ist und ein ganz anderer Hund wird, wenn man auf Momente achtet, in denen […]

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