
Die Moxonleine oder auch Retrieverleine genannt, wird in Dackelkreisen oft abgelehnt, da sie angeblich nicht Tierschutz konform ist und den Dackel würgen würde.
Mit diesen Mythen möchte ich gern mal aufklären.
Die perfekte Retrieverleine ist für mich die Hunter Freestyle , kaufe sie bitte nicht zu lang und nicht zu dick. 1,20 m Länge und 8 mm Breite sind ideal
Eine Retrieverleine ist nicht verboten, es ist lediglich nicht mehr erlaubt, diese Art Leinen ohne Zugstop zu verwenden.
Die Regeln sind klar: die Leine hängt locker um den Hals und eine Verwendung hinter den Ohren ist klar verboten und wird insbesondere auf Hundeaustellung scharf kontrolliert.
Rechtliche Einordnung von Zugstopp-Leinen auf Veranstaltungen
Maßgeblich ist jedoch der allgemeine Grundsatz des § 1 Tierschutzgesetz: Einem Tier dürfen keine Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden. Ebenso verbietet § 3 Tierschutzgesetz Ausbildungs- oder Trainingsmethoden, die erhebliche Schmerzen oder Leiden verursachen.
Auf Hundeveranstaltungen, Prüfungen und Ausstellungen wird dieser Grundsatz konkret umgesetzt. Dort finden sich in behördlichen Auflagen und Veranstaltungsordnungen klare Vorgaben, dass Führleinen oder Showleinen ohne Zugstopp als tierschutzwidrig bewertet und nicht zugelassen werden. Entsprechend wird vor Ort kontrolliert, ob verwendete Leinen über eine wirksame Begrenzung verfügen, die ein vollständiges Zuziehen am Hals verhindert.
Damit ist klar: Die Retriever- oder Moxon-Leine als solche ist nicht verboten. Entscheidend ist, dass sie so konstruiert und eingestellt ist, dass sie sich am Hals nicht strangulierend zuziehen kann. Genau deshalb ist der Zugstopp auf Veranstaltungen faktisch vorgeschrieben und wird dort auch überprüft.
Hier ein paar Bilder, die euch genau zeigen, was gemeint ist:





Der zweite Stop am Ende der Leine verhindert zusätzlich, dass die Leine sich zu weit öffnet und euer Dackel da hinauskommt.
Die Vorteile einer Moxonleine sind riesig!
Die Moxon- oder Retrieverleine überzeugt vor allem durch ihr unkompliziertes Handling. Sie lässt sich in Sekunden anlegen und ebenso schnell wieder abnehmen, was sie besonders praktisch macht, wenn im Alltag zügige Wechsel zwischen Freilauf und Sicherung gefragt sind. Gerade in dynamischen Situationen spart das Zeit und sorgt für einen ruhigen Ablauf.
Ein weiterer Vorteil zeigt sich im Gelände. Da kein separates Halsband am Hund bleibt, besteht keine Gefahr, dass sich etwas im Unterholz verfängt oder beim Schwimmen störend am Körper hängt. Nach dem Ableinen ist der Hund tatsächlich frei, ohne zusätzliche Ausrüstung am Hals.
Auch im Training oder bei sportlichen Aktivitäten spielt diese Leinenform ihre Stärken aus. Wenn ein Hund kurzfristig gesichert oder ebenso rasch wieder freigegeben werden soll, gelingt das mit wenigen Handgriffen. Das schafft Klarheit im Ablauf und ermöglicht konzentriertes Arbeiten.
Nicht zuletzt punktet die Retrieverleine durch ihr reduziertes Design. Sie ist leicht, kompakt und lässt sich problemlos in der Jackentasche oder im Rucksack verstauen. Materialien wie Leder oder Nylon sorgen dafür, dass sie robust bleibt und dennoch angenehm zu transportieren ist.
Die Nachteile einer Moxonleine
Das man kein Halsband hat, kann in manchen Situationen auch ein Nachteil sein.
Zb:
Man kann nirgends die Tassoplakette und die Steuermarke fest machen
Man hat nichts zum greifen am Hund
Man kann den Hund nicht damit anbinden
Für einen Waldspaziergang ist sie zu kurz und zu dünn.
Wofür benötige ich eine Moxonleine ?
- Für alles was mit Training zu tun hat
- Hundeplatz
- Apportieren
- Hundesport
- Die Strecken mit „Fuß“ beim Spaziergang
Alles zum Thema Leinenführigkeit findest Du übrigens in meinem Buch „Leinenführigkeit“, es ist ein echtes Workbook mit Schritt für Schritt Anleitung, Bildern und Links/ QR Codes zu Videos.
Hier auf dem Video seht ihr noch mal, wie einfach die Handhabung ist.
Selbst, wenn euer Dackel noch nicht freilaufen kann und ansonsten an Geschirr und Schleppleine läuft, ist es immer schnell übergeworfen, wenn zb ein anderer Hund von vorne kommt.
Ist eine Retrieverleine Tierquälerei?
Tierquälerei ist ein klar umrissener Begriff. Das Tierschutzgesetz meint damit, einem Tier erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. An diesem Maßstab gemessen ist eine Retrieverleine als Ausrüstung keine Tierquälerei. Ob sie hundefreundlich ist, hängt an zwei Dingen: an ihrer Bauart und daran, wie du sie einsetzt. Eine pauschale Antwort wird dem Thema nicht gerecht.
Eine Retrieverleine verbindet Halsband und Leine in einem Stück, meist nach dem Moxon-Prinzip. Ohne Stopper funktioniert sie wie ein Würger. Sobald der Hund in die Leine geht, zieht sich die Schlaufe um den Hals zu. Die gesamte Krafteinwirkung liegt dann auf einer empfindlichen Region mit Luftröhre, Kehlkopf, Schilddrüse, Halswirbelsäule und großen Blutgefäßen. Genau diese Wirkung willst du nicht.
Entscheidend: der Zugstopp
Ein fest eingestellter Stopper begrenzt, wie weit sich die Schlaufe schließen kann. Die Leine sitzt dann in fester Weite wie ein normales Halsband und zieht sich nicht zu. Ohne diesen Zugstopp gehört eine Retrieverleine aus meiner Sicht nicht an den Hund.
Auch mit Stopper bleibt ein Punkt bestehen. Die Last liegt komplett am Hals und verteilt sich nicht wie bei einem gut sitzenden Geschirr. Für einen Hund, der zieht, in die Leine springt oder an der Leine hochfährt, ist das die falsche Wahl, weil jeder Ruck auf einer sensiblen Stelle landet. Hier ist ein passendes Y-Geschirr mit Rückenring die schonendere Lösung.
Richtig kritisch wird es bei einem ganz anderen Einsatz. Wer mit dem Leinenruck am Hals korrigiert, nutzt Schmerz als Erziehungsmittel. Damit arbeite ich grundsätzlich nicht. An dieser Stelle wird aus einem Ausrüstungsstück tatsächlich ein Tierschutzthema, unabhängig davon, ob ein Stopper verbaut ist.
Sinnvoll ist eine Retrieverleine dagegen in kurzen, kontrollierten Momenten: beim schnellen An- und Ableinen und bei einem Hund, der entspannt an lockerer Leine läuft. Wichtig ist die richtige Größe. Eng genug, dass sie nicht über den Kopf rutscht, weit genug, dass sie auch bei eingestelltem Stopp nicht drückt.
Für Dackel kommt die Anatomie dazu. Viele Dackel fahren bei Bewegung, Wild oder anderen Hunden ruckartig nach vorn, der Jagdtrieb sitzt tief.
Für solche Dackel ist die Retrieverleine nicht geeignet. Lese erst den Beitrag
Was mache ich, wenn mein Dackel immer nach vorne geht und arbeite an den Problem.
Eine Schlaufe am Hals bei einem Hund, der in die Leine springt, ist für diese empfindliche Stelle keine gute Idee. Für den Alltag ist ein gut angepasstes Dackel- oder Y-Geschirr mit Rückenring die bessere Wahl, weil es den Hals und den langen Rücken entlastet. Als schnelles An- und Ableingerät für den ruhigen, leinenführigen Dackel in kontrollierten Situationen ist eine Retrieverleine mit Stopp in Ordnung.
Tierquälerei ist eine Retrieverleine also nicht von sich aus. Zum Problem wird sie ohne Stopper und an einem Hund, der zieht oder reaktiv ist. Richtig schädlich wird sie erst, wenn jemand sie als Korrekturwerkzeug am Hals einsetzt.
Meiner Erfahrung nach: Wann eine Moxonleine wirklich passt
Meiner Erfahrung nach passt eine Moxonleine nur unter klaren Bedingungen, und die sind enger, als viele denken.
Die erste Bedingung: Dein Dackel darf überhaupt nicht mehr ziehen. Er muss wirklich ruhig neben dir hertraben. Solange noch Zug auf der Leine liegt, ist die Moxonleine fehl am Platz, weil genau dieser Zug ungefiltert auf den Hals geht.
Die zweite Bedingung betrifft die Art, wie ihr unterwegs seid. Beim Spazierengehen setze ich sie nur ein, wenn meine Hunde ohnehin sehr viel frei laufen und ich die Leine nur kurz brauche, wenn ein anderer Hund entgegenkommt oder ein Radfahrer vorbeimuss. Als durchgehende Leine für den kompletten Spaziergang taugt eine Moxonleine für mich nicht. Dafür gehört ein Geschirr an den Hund.
So leine ich ab
Genauso wichtig wie die Leine selbst ist der Moment, in dem sie abgeht. Bei mir läuft das Ableinen immer nach demselben Ablauf:
- Ich lasse den Hund sitzen.
- Ich nehme die Leine ab. Der Hund bleibt dabei sitzen.
- Der Hund bleibt weiter sitzen, auch ohne Leine. Es passiert erst einmal nichts.
- Ich lasse ihn etwa drei bis fünf Meter bei Fuß gehen und gebe dabei auch mal einen Keks.
- Erst danach gebe ich ihn mit meinem Freigabesignal frei.
Der wichtigste Punkt
Dein Hund darf niemals genau in dem Moment losrennen, in dem die Leine abgeht. Lässt du ihn beim Ableinen nach vorn schießen, lernt er, dass abgeleint werden so viel heißt wie Vollgas. Er steht dann schon beim Öffnen des Karabiners unter Strom und prescht los, womöglich auf eine Straße oder einen anderen Hund zu. Das Ableinen soll ein ruhiger, kontrollierter Übergang sein, kein Startschuss.







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