
Wann beginnt man eigentlich mit dem Ruhetraining?
Aus meiner Hundetrainerzeit und auch aus den Lesen in den Verschiedenen Facebook Gruppen, stelle ich fest, dass viele Hundebesitzer erst viel zu spät mit Ruheübungen für den Hund beginnen.
Nämlich dann, wenn fehlende Ruhe und Resilenz zum Problem wird.
Also wenn der Hund kaum noch schläft am Tage, hysterisch am Gartenzaun kläfft, andere Hunde anpöbelt oder so dermaßen an der Leine zerrt, dass einen jeden Abend die Schultern schmerzen, dann überlegen viele, dass man vielleicht mal was unternehmen könnte.
Aber was bloß?
Dazu hab ich für euch ein Workbook erstellt:

Warum Ruhetraining von Anfang an?
Viele Hundeschulen lehren kein Ruhetraining. Selbst in Junghundegruppen erfährt man nicht, dass es sowas überhaupt gibt und als Ersthundebesitzer weiß man auch nicht, dass es nötig ist.
Der eine oder andere denkt vielleicht auch: mein Hund ist gar nicht unruhig, ich brauche das gar nicht.
Da müssen wir einmal kurz innehalten und uns um die Entwicklung von Welpe zur Pubertät einlesen, hier: Neues vom Dackel ABC.
Denn bevor unser Hund nicht 8 oder 10 Monate als ist, können wir ja gar nicht wissen, ob er eher der ruhige Typ wird oder der etwas lebhaftere.
Dazu kann ich euch aber sagen: wenn man sich eine aktive Arbeitsrasse holt, wie den Dackel, dann werdet ihr ein Ruhetraining niemals umsonst machen. Wobei kein Training je umsonst ist. Ein Ruhetraining von Welpen an zeigt euer Dackel gleich von Anfang an, dass von Ausruhen und Entspannung nicht die Welt untergeht.
Viele Hunde wollen sich einfach nicht entspannen, weil sie natürlich denken, sie verpassen was und anderseits vielleicht auch nicht loslassen können, weil sie nicht wissen, wer die Verantwortung übernimmt, während geschlafen wird.
Damit euer Hund nun überhaupt entspannen kann, braucht er den ganzen Tag mehrere Erlebnisse, wo er sieht, dass er sich nicht um Probleme kümmern muss.
Das geht so einfach:
Bei jeden Problem, welches euer Hund am liebsten lösen möchte, zb „ wie jage ich die Hühner“ oder „wie jage ich den Radfahrer weg, damit er nicht mehr wiederkommt“ oder „wie vertreibe ich Besucher, damit die hier nicht stören“ lasst ihr ihn liegen oder sitzen und zeigt ihn deutlich, dass dieses hier nicht sein Job ist.
Es genügt dabei völlig, wenn er bei jeder Gelegenheit, die Aufregung beinhaltet oder beinhalten könnte, sitzen oder liegen muss.
Zum Beispiel hatte Paul als Welpe enorme Ambitionen, Radfahrer und Jogger wild kläffend zu verfolgen. Also musste er wirklich immer ( auch jetzt noch) bei jeden Radfahrer sitzen und zur Ruhe kommen. Das belohne ich so hoch, dass die Belohnung wichtiger ist als der Radfahrer.
Luca hat überhaupt keine Ambitionen in diese Richtung, trotzdem muss er genauso auch sitzen und warten, wenn ein Jogger oder Radfahrer kommt. Dackel sind nun mal reizempfänglich und auch, wenn Luca das hier noch nicht so zeigt, kann sich das mit erreichen der Pubertät und Entwicklung des Jagdtriebes ändern.
Hier im Video seht ihr gleich so eine Situation: Hühner sind immer spannend, so kann ich das gleich nutzen für einen Entspannungsmoment. Ententeiche oder Bäche mit Enten sind auch super. Um so häufiger ihr irgendwas macht mit warten, ruhen und Entspannung, um so mehr wird es zur Routine für euern Hund.
Macht das aber natürlich nur, wenn er überhaupt in der Lage ist, still zu sitzen und zu liegen und steigert Reize allmählich.
Ich weiß zum jetzigen Zeitpunkt nicht, ob Luca ein ruhiger oder ein temperamentvoller Dackel wird. Paul war deutlich temperamentvoller und frecher und aufgeweckter als Welpe und hat jetzt auch die Ruhe weg. Weil wir eben dran gearbeitet haben. Und Luca ist jetzt total ruhig und entspannt, aber noch etwas unsicher. Es kann sein, dass sein Temperament komplett in die andere Richtung umschlägt, wenn er sich eingelebt hat. Deswegen machen wir Ruheübungen jetzt schon.
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