Verhaltensänderungen beim Hund wegen Schmerzen

Birkenholz hilft bei Entzündungen

Hundeverhalten und Schmerz

Vier Jahre dachte ich, Paul mag einfach nicht mehr schwimmen. Dabei hatte er die ganze Zeit Schmerzen.

Paul hatte wegen seiner Schmerzen sein Verhalten geändert.

Dabei war er als Welpe und Junghund eine echte Wasserratte. Er ist begeistert in jeden See gesprungen, hat Stöckchen aus dem Wasser geholt und konnte gar nicht genug davon bekommen. Irgendwann hörte das plötzlich auf. Er badete zwar weiterhin gerne, stellte sich ins Wasser oder legte sich hinein, um sich abzukühlen, aber richtig schwimmen wollte er nicht mehr. Selbst Stöckchen aus dem Wasser interessierten ihn plötzlich überhaupt nicht mehr.

Natürlich fand ich das damals etwas merkwürdig. Schließlich war das vorher eines seiner liebsten Hobbys gewesen. Aber ich suchte nach einer Erklärung. Paul hatte im Laufe der Jahre unglaublich viel Fell bekommen. Ich dachte einfach, dass ihm das Schwimmen mit diesem dicken Langhaarfell unangenehm geworden war. Ehrlich gesagt fand ich das auch nicht schlimm. Ich wollte ihn zu nichts überreden. Für mich war wichtig, dass er sich unterwegs im Sommer im Wasser abkühlen konnte. Wenn er nicht schwimmen wollte, dann eben nicht.

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Genau das habe ich vier Jahre lang geglaubt.

Heute könnte ich fast darüber weinen.

Denn seit Paul wegen seiner Diagnose einer hochgradigen Hüftgelenksdysplasie Schmerzmedikamente bekommt, habe ich meinen alten Dackel zurück. Den Paul von früher.

Vor ein paar Tagen saß plötzlich eine Ente auf einem Teich. Noch bevor ich überhaupt begriffen hatte, was passiert, sprang Paul ins Wasser und schwamm los. Er wollte tatsächlich die Ente verfolgen. Das hatte er noch nie gemacht vorher. Irgendwann war sie ihm dann doch zu weit weg und er drehte wieder um. Eigentlich hätte ich ihn in diesem Moment anmeckern müssen. Ein Dackel hat schließlich keine Enten zu jagen und das weiß Paul auch.

Aber ich war einfach nur sprachlos.

Nicht wegen der Ente.

Sondern weil mir in diesem Moment klar wurde: Dieser Hund kann wieder schwimmen. Er hatte die ganze Zeit Schmerzen. Und ich habe es nicht erkannt.

Das beschäftigt mich bis heute.

Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, dass Paul dauerhaft Schmerzen haben könnte. Im Alltag hat man ihm nichts angemerkt. Erst als er immer häufiger lahmte und nach etwa einer halben Stunde Spaziergang einfach nicht mehr weiter wollte, wurde ich stutzig.

Natürlich sucht man zuerst nach anderen Erklärungen.

Wir waren viel im Süden unterwegs. Es war heiß. Wieder schob ich alles auf sein dichtes Fell. Ja, natürlich schwitzt ein Langhaardackel im Sommer mehr als andere Hunde. Aber irgendwann passte diese Erklärung einfach nicht mehr.

Also fuhren wir zum Tierarzt.

Paul wurde letzte geröntgt und auch im CT untersucht. Beide Untersuchungen fanden unter Narkose statt. Das Ergebnis war eindeutig: hochgradige Hüftgelenksdysplasie.

Natürlich stellt man sich in so einem Moment sofort die Frage, ob man operieren sollte.

In den sozialen Medien liest man schnell von künstlichen Hüftgelenken oder davon, die Hüftköpfe entfernen zu lassen. Genau deshalb habe ich mir eine zweite tierärztliche Meinung eingeholt.

Und beide Tierärzte waren sich erstaunlich einig.

Von einer Hüftkopfresektion wurde mir ausdrücklich abgeraten. Diese Operationsmethode gilt heute als veraltet. Die Ergebnisse sind nach Aussage beider Tierärzte häufig deutlich schlechter, als viele Beiträge im Internet vermuten lassen. Auch eine Nervenresektion wurde nicht empfohlen. Sie bedeutet für den Hund eine belastende Operation mit langer Rehabilitation, ohne dass sie bei vielen Patienten den gewünschten Erfolg bringt.

Bleiben künstliche Hüftgelenke.

Grundsätzlich ist das bei kleinen Hunden durchaus möglich. Das Problem ist jedoch das Risiko. Gerade nach der Operation kommt es vergleichsweise häufig zu Luxationen der neuen Hüftgelenke, sodass nicht wenige Hunde erneut operiert werden müssen. Schon die erste Operation kostet etwa 15.000 Euro, wenn alles problemlos verläuft.

Die Kosten wären für mich ehrlich gesagt nicht das Entscheidende gewesen. Zur Not hätte ich mein Auto verkauft, wenn ich Paul damit wirklich hätte helfen können.

Aber genau darum ging es den Tierärzten nicht.

Sie erklärten mir, dass der Dackel wegen seiner besonderen Anatomie ein schwieriger Patient für solche Eingriffe ist. Selbst wenn die Hüften anschließend funktionieren, besteht das Risiko, dass durch den veränderten Bewegungsablauf später erhebliche Probleme an der Wirbelsäule entstehen. Ein Bandscheibenvorfall wäre bei einem Dackel ein deutlich größeres Problem als bei vielen anderen kleinen Hunderassen.

Eine Tierärztin sagte sogar ganz deutlich, dass sie einem Dackel unter diesen Voraussetzungen keine künstlichen Hüftgelenke einsetzen würde.

Hinzu kommt, dass Paul zusätzlich bereits Veränderungen am Knie zeigt. Vermutlich besteht dort Arthrose. Eventuell ist früher sogar einmal unbemerkt ein Kreuzband oder der Meniskus verletzt worden. Man könnte das mit einem MRT zwar genauer untersuchen, therapeutisch würde sich dadurch aber im Moment nichts ändern.

Deshalb bleibt jetzt genau der Weg, den beide Tierärzte empfehlen.

Schmerztherapie.

Physiotherapie.

Möglichst schlank bleiben.

Regelmäßige Bewegung.

Muskelaufbau.

Und vielleicht zwei- oder dreimal pro Woche gezielte Gymnastikübungen.

Beide Tierärzte machten mir dabei erstaunlich viel Hoffnung. Sie sagten, dass viele Hunde mit einer gut eingestellten Schmerztherapie noch viele Jahre sehr gut leben können. Sollte ein Medikament irgendwann auf den Magen schlagen oder nicht mehr ausreichend wirken, könne man meist auf andere Präparate ausweichen oder die Behandlung anpassen. Jetzt bekommt Paul zunächst vier Wochen lang ein entzündungshemmendes Schmerzmittel. Danach wird ausprobiert, ob eine geringere Dosierung ausreicht oder ob er vielleicht zeitweise sogar ganz ohne Medikamente auskommt.

Im Moment geht es ihm jedenfalls hervorragend.

Er balanciert wieder auf Baumstämmen.

Er gräbt Löcher.

Er albert mit Luca herum.

Und er schwimmt wieder.

All die kleinen Dinge, die in den letzten Jahren langsam verschwunden waren, sind plötzlich wieder da.

Heute habe ich mir die zweite Meinung abgeholt. Paul musste dafür nicht noch einmal geröntgt werden. Die vorhandenen Aufnahmen und die Bilder aus dem CT waren eindeutig genug. Auch der zweite Tierarzt bestätigte, dass die Hüftgelenke stark geschädigt sind.

Seine Prognose hat mich trotzdem beruhigt.

Er fragte mich: „Vergleichen Sie das doch einmal mit einem Menschen.”

Ich musste lachen und sagte: „Ich habe selbst ein künstliches Hüftgelenk.”

Dann fragte er weiter: „Wie lange sind Sie mit Ihrer Arthrose herumgelaufen, bevor Sie sich operieren lassen haben?”

„Zehn, vielleicht sogar zwanzig Jahre”, antwortete ich.

„Sehen Sie. Und genau so wird es vermutlich auch Ihrem Hund gehen.”

„Und gab es in dieser Zeit Tage, an denen Sie kaum Beschwerden hatten?”

Natürlich gab es die.

Es war nicht jeden Tag gleich schlimm. Erst im letzten halben Jahr vor der Operation wurden die Schmerzen dauerhaft so stark, dass es kaum noch gute Tage gab.

Der Tierarzt nickte nur und sagte:

„Sehen sie, so wird es ihren Hund auch gehen“

Das war wahrscheinlich der Satz, der mir an diesem Tag am meisten Hoffnung gemacht hat.

Warum Schmerzen zu Verhaltensänderungen beim Hund führen

Wenn ein Hund sich auf einmal anders verhält, suchen die meisten Menschen die Ursache im Kopf des Hundes. Er sei bockig geworden, unerzogen, vielleicht ein bisschen faul. Die naheliegendste Erklärung übersehen wir dabei viel zu oft. Ein Hund, der sein Verhalten verändert, hat sehr häufig Schmerzen. Schmerz und Hundeverhalten hängen viel enger zusammen, als es in vielen Ratgebern steht, und wer das verstanden hat, schaut plötzlich mit ganz anderen Augen auf seinen Hund. Dieser Text zeigt dir, wie sich Schmerzen beim Hund im Verhalten äußern, welche Zeichen du ernst nehmen solltest und warum sich hinter manchem vermeintlichen Erziehungsproblem in Wahrheit ein körperliches Leiden verbirgt.

Warum eine Verhaltensänderung oft das erste Schmerzsignal ist

Ein Hund kann uns nicht sagen, dass ihm etwas wehtut. Er kann nicht erklären, dass sein Rücken zwickt oder sein Hüftgelenk bei jedem Aufstehen schmerzt. Das Einzige, was er tun kann, ist sein Verhalten zu ändern. Genau deshalb ist eine Verhaltensänderung so oft das allererste Zeichen, lange bevor ein Hund sichtbar lahmt oder jammert. Der Hund zieht sich zurück, wird empfindlicher, mag bestimmte Bewegungen nicht mehr. Für uns sieht das nach einer Laune aus. Für den Hund ist es der Versuch, mit einem Problem umzugehen, das wir noch gar nicht bemerkt haben.

Viele Schmerzzustände entwickeln sich langsam. Eine Arthrose, ein beginnender Bandscheibenschaden, ein schlechter Zahn, all das kommt schleichend. Weil der Hund sich dabei Stück für Stück anpasst, fällt die Veränderung im Alltag kaum auf. Erst wenn man genauer hinsieht oder die Bilder von früher mit heute vergleicht, wird oft klar, wie sehr sich der Hund über die Zeit verändert hat.

Warum Hunde ihren Schmerz so gut verstecken

Es liegt tief in der Natur des Hundes, Schwäche nicht zu zeigen. Ein Tier, das in freier Wildbahn deutlich macht, dass es verletzt oder krank ist, macht sich angreifbar. Dieses alte Erbe steckt bis heute in unseren Hunden. Selbst ein Hund mit erheblichen Schmerzen wedelt oft noch, begrüßt seine Menschen und funktioniert im Alltag, als wäre nichts. Das führt uns leicht in die Irre, weil wir annehmen, ein Hund mit Schmerzen müsse doch offensichtlich leiden.

Dazu kommt, dass wir Schmerz beim Hund meist mit lautem Jaulen verbinden. In Wahrheit äußert sich gerade Dauerschmerz sehr leise. Er zeigt sich nicht im Schrei, sondern in kleinen Veränderungen des Wesens, die man erst deuten lernen muss. Wer weiß, worauf zu achten ist, erkennt die Zeichen oft schon, bevor der Tierarzt eine Diagnose stellt.

Die leisen Zeichen im Alltag

Die Liste der möglichen Anzeichen ist lang, und kein Hund zeigt alle. Ein schmerzender Hund wird häufig ruhiger und zieht sich zurück, mag nicht mehr so viel spielen und wirkt insgesamt gedämpfter. Manche werden empfindlich, wenn man sie an einer bestimmten Stelle berührt. Andere mögen plötzlich keine Umarmungen mehr und weichen dem Streicheln aus, das sie früher genossen haben. Ein Hund, der nicht mehr aufs Sofa oder ins Auto springen will, hat dafür sehr oft einen guten körperlichen Grund.

Auch am Bewegungsapparat gibt es Hinweise. Der Hund läuft langsamer, bleibt bei Spaziergängen stehen, will kehrtmachen oder mag nicht mehr so weit wie früher. Manche lecken oder knabbern immer wieder an einer bestimmten Pfote oder Körperstelle, ohne dass dort eine Wunde zu sehen ist. Verändertes Fressverhalten, unruhiger Schlaf oder häufiges Hecheln ohne Anstrengung gehören ebenfalls dazu. Jedes einzelne Zeichen für sich mag harmlos sein. Kommen mehrere zusammen oder verändert sich dein Hund insgesamt, ist das ein deutlicher Anlass, genauer hinzuschauen.

Wenn Schmerz sich in Gereiztheit und Aggression zeigt

Eine der wichtigsten und zugleich am meisten missverstandenen Formen ist schmerzbedingte Aggression. Ein Hund, der Schmerzen hat, wird schneller gereizt. Er knurrt, wenn man ihn an der falschen Stelle anfasst, oder schnappt beim Hochheben. Manchmal reagiert er plötzlich unwirsch auf den anderen Hund im Haushalt. Das hat nichts mit einem schlechten Charakter zu tun, es ist ein Schutzmechanismus. Wer Schmerzen hat, will nicht berührt werden, und ein Hund hat nur begrenzte Mittel, das mitzuteilen.

Besonders tückisch ist, dass solche Reaktionen oft aus heiterem Himmel zu kommen scheinen. Ein Hund, der jahrelang alles mit sich machen ließ und nun beim Anfassen knurrt, hat sich nicht über Nacht in einen bissigen Hund verwandelt. Viel wahrscheinlicher ist, dass ihm etwas wehtut. Genau deshalb sollte bei jeder neu auftretenden Aggression, gerade bei einem älter werdenden Hund, immer auch an Schmerz gedacht werden, bevor man an der Erziehung ansetzt.

Schmerz hinter Leinenpöbeln und Wetterfühligkeit

Auch manches Verhalten an der Leine hat eine körperliche Wurzel. Ein Hund, der Schmerzen hat, gerät leichter in Stress und reagiert heftiger auf andere Hunde oder Reize, weil sein Nervensystem ohnehin schon unter Anspannung steht. Was wie plötzliche Leinenaggression aussieht, kann in Wahrheit ein Hund sein, der sich verletzlich fühlt und deshalb schneller nach vorne geht. Auch hier lohnt sich der Blick auf den Körper, bevor man das Verhalten allein als Trainingsthema behandelt.

Ein weiteres verräterisches Zeichen ist Wetterfühligkeit. Viele Hunde mit Gelenkproblemen sind an kalten, feuchten Tagen deutlich schlechter gelaunt und unbeweglicher als bei warmem Wetter. Wenn dein Hund bei bestimmten Wetterlagen regelmäßig gereizter oder träger wirkt, ist das ein ernstzunehmender Hinweis auf Schmerzen im Bewegungsapparat.

Wie Schmerz als Charakterfehler missverstanden wird

Hier kommen wir zum vielleicht wichtigsten Punkt. Unglaublich viel von dem, was Menschen ihren Hunden als Charakterfehler auslegen, ist in Wahrheit Schmerz. Ein Hund, der bei Spaziergängen stehen bleibt und nicht weitergehen will, gilt schnell als faul oder bockig. Ein Hund, der nicht ins Auto springt, wird für ungehorsam gehalten. Ein Hund, der beim Bürsten knurrt, bekommt das Etikett schwierig verpasst. In all diesen Fällen wird ein körperliches Problem in einen Willensakt umgedeutet.

Diese Verwechslung hat Folgen, denn wer glaubt, sein Hund wolle einfach nicht, reagiert oft mit mehr Druck. Der Hund wird gezogen, geschimpft oder gezwungen, obwohl ihm jede dieser Bewegungen wehtut. Dabei wäre die einzig richtige Frage nicht, wie man den Hund gehorsamer macht, sondern warum er sich so verhält. Ein Hund verweigert nur selten aus reiner Widerspenstigkeit. Sehr oft steckt ein handfester körperlicher Grund dahinter.

Aus der Praxis: der vermeintlich eigensinnige Hund

Ich erlebe das in meiner Arbeit immer wieder. Wenn Menschen mit einem Hund zu mir kommen, der angeblich nicht laufen will oder sich plötzlich verändert hat, schicke ich einen großen Teil dieser Hunde zuerst zum Röntgen, bevor wir überhaupt über Training reden. Erschreckend oft kommt genau das heraus, was ich vermutet habe, etwa eine Hüftgelenksdysplasie, eine Arthrose oder eine Veränderung an der Wirbelsäule. Hunde, die als eigensinnig galten, waren in Wahrheit Hunde mit Schmerzen.

Mein eigener Rüde Paul hat mir das eindrücklich vor Augen geführt. Er zeigte eine schwere Lahmheit und biss sich immer wieder in dieselbe Pfote, ohne dass dort etwas zu sehen war. Am Ende stand die Diagnose Hüftgelenksdysplasie mit einer kaum vorhandenen Hüftpfanne, die längst zu Arthrose geführt hatte. Sein Verhalten war nie ein Fehler seines Wesens. Es war sein Weg, mir zu zeigen, dass er litt. Seit ich weiß, wie oft Schmerz hinter vermeintlichem Ungehorsam steckt, sehe ich viele Hunde mit anderen Augen. Ein Hund, der sich verändert, will uns fast immer etwas sagen.

Akuter Schmerz und Dauerschmerz sehen anders aus

Es hilft, zwei Arten von Schmerz zu unterscheiden. Akuter Schmerz tritt plötzlich auf, etwa bei einer Verletzung oder einem akuten Bandscheibenvorfall. Er zeigt sich meist deutlich, durch Lahmheit, eine Schonhaltung, Jaulen bei bestimmten Bewegungen oder einen Hund, der wie erstarrt wirkt und sich kaum noch bewegen mag. Solche Fälle sind ein Grund, zügig zum Tierarzt zu gehen.

Dauerschmerz ist die heimtückischere Variante. Er begleitet den Hund über Monate oder Jahre und schleicht sich so unauffällig ein, dass er zum Normalzustand zu gehören scheint. Gerade chronischer Schmerz verändert das Wesen eines Hundes am stärksten, weil er ununterbrochen an ihm zerrt. Ein Hund, der ständig Schmerzen hat, ist irgendwann ein anderer Hund geworden, ohne dass ein einzelner dramatischer Moment darauf hingedeutet hätte.

Was du tun kannst, wenn dein Hund sich verändert

Der wichtigste Schritt ist, eine Verhaltensänderung ernst zu nehmen, statt sie wegzuerklären. Beobachte deinen Hund genau. Wann tritt das Verhalten auf, und bei welchen Bewegungen? Es hilft sehr, sich Notizen zu machen oder kurze Videos aufzunehmen, denn beim Tierarzt ist der Hund oft angespannt und zeigt genau das Verhalten nicht, das dir zu Hause aufgefallen ist.

Der nächste Schritt führt zum Tierarzt, am besten mit dem Wunsch nach einer gründlichen orthopädischen und neurologischen Untersuchung. Bei einem Verdacht auf Schmerz kann eine zeitlich begrenzte Schmerztherapie sehr aufschlussreich sein. Wird der Hund unter Schmerzmitteln plötzlich wieder aktiver und zugänglicher, ist das ein starker Hinweis darauf, dass tatsächlich Schmerz die Ursache war. Diesen Weg gemeinsam mit einer aufmerksamen Tierärztin zu gehen, bringt oft mehr als jedes Verhaltenstraining.

Warum Strafen genau das Falsche ist

Wenn ein Hund aus Schmerz heraus knurrt, verweigert oder gereizt reagiert, ist Strafe das Schlimmste, was ihm passieren kann. Du bestrafst dann einen Hund dafür, dass er leidet, und nimmst ihm zugleich die Möglichkeit, sich mitzuteilen. Ein Hund, der fürs Knurren gemaßregelt wird, knurrt beim nächsten Mal vielleicht nicht mehr und schnappt stattdessen ohne Vorwarnung, weil er gelernt hat, dass sein Warnsignal unerwünscht ist.

Statt gegen das Verhalten anzugehen, lohnt es sich, die Ursache zu suchen und dem Hund im Zweifel mehr Schonung und Rücksicht zu gönnen. Ein schmerzender Hund braucht keinen strengeren Halter. Er braucht jemanden, der versteht, was los ist, und ihm hilft, statt ihn zu maßregeln.

Wenn der Schmerz nachlässt, kommt oft der alte Hund zurück

Das Schönste an diesem Thema ist, wie viel sich verändern kann, sobald der Schmerz behandelt wird. Immer wieder erlebe ich, dass Hunde regelrecht aufblühen, wenn sie endlich schmerzfrei sind. Der Hund, der jede Berührung mied, sucht auf einmal wieder die Nähe. Der träge, gereizte Hund wird wieder verspielt und umgänglich. Manche Menschen erkennen ihren Hund kaum wieder, so sehr hatte der Dauerschmerz sein Wesen überlagert.

Genau darin liegt die eigentliche Botschaft. Verhalten und Schmerz sind beim Hund untrennbar verbunden, und ein großer Teil dessen, was wir für den Charakter eines Hundes halten, ist in Wahrheit sein körperliches Befinden. Wenn du das nächste Mal denkst, dein Hund sei launisch oder unwillig geworden, dann schenk der Möglichkeit Beachtung, dass er dir gerade auf die einzige Art, die ihm bleibt, von seinen Schmerzen erzählt. Diese Aufmerksamkeit ist vielleicht das Wertvollste, was du deinem Hund geben kannst.


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8 Kommentare zu „Verhaltensänderungen beim Hund wegen Schmerzen“

  1. Avatar von Monika

    Liebe Daniela,
    Es freut mich total, dass es Paul im Moment so gut geht. Hoffe, dass es lange so bleibt.👍👍👍

    1. Avatar von Daniela Dührkop

      Vielen lieben Dank. Heute hatte er wieder Schmerzen. Hoffe wirklich, dass es alles gut geht

      1. Avatar von Monika

        Vielleicht war das ausgelassene Spielen, Zerren am Wasser, Schwimmen etc. doch zu viel auf einmal. Vielleicht musst du Paul da ein wenig ausbremsen. Geht uns selber doch genauso. Wenn wir über die Stränge schlagen, haben wir das am nächsten Tag zu büßen. Ich bin zuversichtlich, dass ihr beide das hinbekommt.👍😘🐾

      2. Avatar von Daniela Dührkop

        Ja das stimmt. Er bekommt auch noch zu viel Schmerzmittel, dass ist nicht die Dosis mit der er jahrelang klar kommen kann. Heute hab ich es leicht runterreduziert und nichts ging mehr

      3. Avatar von Monika

        Würde ich mit dem TA besprechen. Hoffe, Du hast einen guten, der auch Zeit hat. Ich glaube das Einstellen der richtigen Dosis ist das A und O, damit es langfristig funktioniert. Drücke die Daumen, dass es Paul bald besser geht.😘😘😘

  2. Avatar von Monika

    Und vielleicht auch mit dem Physiotherapeuten darüber reden.😘🐾

    1. Avatar von Daniela Dührkop

      Ja auf jeden Fall

  3. […] Woran erkennt man Schmerzen beim Dackel […]

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Ich bin Daniela mit den Dackeln Paul und Luca

Willkommen in meinem Hundeblog, der eine Ergänzung zu der Website

Dackelwissen.de ist. Auch bin ich Autorin von mehreren Dackelbüchern

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