
Wie der Hund sich bei Hitze selber kühlt
Du sitzt mit Deinem Hund am See, am Bach oder einfach am Wassernapf im Garten, und auf einmal taucht er die ganze Schnauze unter Wasser. Nicht zum Trinken, er lässt sie da, manchmal mehrere Sekunden lang.
Für viele Hundemenschen sieht das im ersten Moment merkwürdig aus. Dahinter steckt eine der klügsten Kühltechniken, die ein Hund an heißen Tagen einsetzt.

Warum das erst einmal seltsam aussieht
Der erste Gedanke ist meist die Sorge um die Atmung. Genau hier liegt der Trick. Ein Hund, der seine Schnauze bewusst ins Wasser hält, atmet dabei durch die Nase aus. Du erkennst das an den Luftblasen, die nach oben steigen. Er steuert das selbst und bestimmt, wie lange und wie tief er die Schnauze eintaucht.
Ein wacher, munterer Hund bleibt dabei die ganze Zeit Herr der Lage. Er hebt den Kopf, sobald er Luft holen möchte, und taucht danach oft gleich wieder ein.

Was dabei im Hundekopf passiert
Hunde kühlen sich vor allem über das Hecheln. Bei Hitze strömt warmes Blut zum Kopf. Auf dem Weg dorthin passiert die Schlagader ein feines Geflecht aus vielen kleinen Adern, das von Blut aus Nase und Maul umspült wird. Dieses Blut aus der Nasengegend ist durch die Verdunstung deutlich kühler.
Der eigentliche Kniff
Das warme Blut auf dem Weg zum Gehirn gibt seine Wärme an das kühlere Blut aus der Nase ab. So bleibt das Gehirn kühler als der übrige warme Körper. Fachleute nennen dieses Gefäßgeflecht am Kopf das Carotis-Rete. Es arbeitet wie ein eingebauter Wärmetauscher.
Steckt Dein Hund nun die Schnauze ins Wasser, kühlt er genau die Stelle, aus der das Blut für diesen Wärmetauscher kommt. Die kühle Nase liefert kühleres Blut, das kühlere Blut senkt die Temperatur des Blutes zum Gehirn, und der ganze Kreislauf bleibt bei Hitze belastbar. Dein Hund betreibt also gezielte Klimatechnik für seinen eigenen Kopf.
Deshalb ist ausgerechnet die Schnauze so wichtig
Die feuchten Flächen in Nase und Maul sind die Stellen, an denen ein Hund am meisten Wärme über Verdunstung abgibt. Wasser an der Schnauze verstärkt genau diesen Weg. Das erklärt, warum viele Hunde bei Hitze so gezielt die Nase suchen und den Rest des Körpers erst einmal außen vor lassen.
Retriever und andere wasserfreudige Hunde zeigen das oft besonders deutlich, weil sie ohnehin gern mit dem Kopf ins Wasser gehen. Bei ihnen fließt Kühlung und Freude am Wasser zusammen.
Worauf Du achtest
Diese Selbstkühlung passt zu einem wachen, ansprechbaren Hund, der von sich aus die Schnauze ins Wasser hält. Am besten wirkt handwarmes bis kühles Wasser aus dem Hahn, weil es ein sanftes Temperaturgefälle zur warmen Haut bildet.
Zeigt Dein Hund bei Hitze schon schwere Anzeichen wie Taumeln, Teilnahmslosigkeit oder Krämpfe, gehört er sofort in tierärztliche Hände. Kühle ihn auf dem Weg dorthin mit lauwarmem Wasser über Körper und Beine und halte den Kopf frei, damit er ungestört atmen kann. Eiskaltes Wasser bleibt in diesem Fall besser im Schrank, weil der Kreislauf ein zu schroffes Gefälle schwer verkraftet.
Kurz gesagt
Das Eintauchen der Schnauze wirkt auf den ersten Blick unlogisch, weil man an die Atmung denkt. Dein Hund atmet dabei kontrolliert unter Wasser aus und kühlt gezielt die Nasengegend. Über den Wärmetauscher am Kopf senkt diese kühle Region die Temperatur des Blutes, das zum Gehirn fließt. So hält Dein Hund bei Hitze seinen Kopf klar und seinen Kreislauf belastbar. Aus einer scheinbar seltsamen Angewohnheit wird eine richtig kluge Kühltechnik.

Wie funktioniert Kühlung im Wasser beim Hund
Manche Hunde lieben das Schwimmen, andere bleiben lieber im flachen Wasser oder am Ufer. Gerade bei diesen Wassermuffeln siehst Du an heißen Tagen oft dasselbe Bild. Sie stellen sich mit den Pfoten und den unteren Beinen ins flache Wasser und bleiben oben herum ganz trocken.
Auf den ersten Blick sieht das nach zu wenig aus. In Wirklichkeit kühlt sich Dein Hund darüber erstaunlich wirksam, und der Schlüssel dazu liegt in seinen Pfoten.
Warum ausgerechnet die Pfoten so viel bewirken
Bei Hitze weiten sich die Blutgefäße in den Pfoten. Warmes Blut rückt dadurch näher an die Hautoberfläche. Genau an den Ballen liegt nur eine dünne Fellschicht, und darunter fließt viel Blut dicht unter der Oberfläche. Das macht die Pfote zu einer der besten Stellen am ganzen Hund, um Wärme nach außen abzugeben.
Der eigentliche Kniff
Die Pfote ist wie ein eingebauter Wärmetauscher gebaut. In den Ballen liegen die Adern in einem feinen Geflecht dicht beieinander. Über diese gut durchblutete Fläche gibt Dein Hund bei Hitze Wärme ab, sobald sie mit etwas Kühlerem in Berührung kommt.

Was das kühle Wasser daraus macht
Steht Dein Hund nun mit den Pfoten im flachen Wasser, trifft das warme, oberflächennahe Blut auf eine kühle Fläche. Das Wasser nimmt die Wärme auf, das abgekühlte Blut fließt zurück in den Körper und senkt Stück für Stück die Gesamttemperatur. So kühlt sich Dein Hund über die Füße herunter, während Rücken und Fell oben trocken bleiben. Trockenes Fell reicht ihm dafür völlig.
Auch die Forschung bestätigt das. Ließ man erhitzte Hunde einfach in flachem Wasser stehen, kühlte das wirksam und blieb dabei angenehm für den Kreislauf.
Die Hundepfote zur Temperatur – Regulierung
Das Schöne an dieser Bauweise ist, dass sie sowohl im Sommer als auch im Winter passt. In der kalten Jahreszeit lenkt dasselbe Geflecht in den Ballen die Wärme zurück in den Körper, damit Dein Hund auf Schnee und Eis warme Pfoten behält. An heißen Tagen gibt dieselbe Fläche im kühlen Wasser Wärme ab. Ein und dieselbe Pfote hält also mal die Wärme und gibt sie ein andermal weg, je nachdem, was Dein Hund gerade braucht.
Worauf Du achtest
Wenn Du Deinen Hund bei Hitze aktiv kühlst, zielst Du am besten auf die Stellen mit wenig Fell und viel Durchblutung. Dazu gehören die Pfoten, die Innenseiten der Beine, der Bauch und die Leistengegend. Lauwarmes bis kühles Wasser wirkt dort am besten.
Zeigt Dein Hund schon schwere Anzeichen wie Taumeln, Teilnahmslosigkeit oder Krämpfe, gehört er sofort in tierärztliche Hände. Kühle ihn auf dem Weg dorthin mit lauwarmem Wasser über Pfoten, Beine und Bauch und fahre ohne Umweg los.

Kurz gesagt
Ein Hund muss zum Kühlen weder schwimmen noch komplett nass werden. Über die Pfoten im flachen Wasser gibt er ordentlich Wärme ab, weil dort wenig Fell liegt und viel Blut dicht unter der Oberfläche fließt. Das kühle Wasser nimmt diese Wärme auf, das gekühlte Blut wandert zurück in den Körper und senkt die Temperatur. Gerade Deine Wassermuffel holen sich so bei Hitze ganz entspannt ihre Abkühlung, mit trockenem Rücken und kühlem Kopf.







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