
Was mache ich, wenn der Hund zu schnell wird an der Leine
Jeder von euch wird es kennen: Ihr geht an der Leine spazieren, es macht richtig Spaß und plötzlich wird euer Hund schneller und schneller und ihr fragt euch, was zu tun ist. Stehen bleiben? An der Leine rucken? Leckerli geben? Mitlaufen?
Gleich vor ab: schnelles Gehen an der Leine führt fast immer über kurz oder lang zum Leine ziehen, deswegen unternimmt lieber gleich etwas!
Ich habe die Lage aktuell mit Luca, auf dem Rückweg vom Gassi wird er immer schnell. Mit jagdlich motivierten Hunden werdet ihr dieses schneller werden an der Leine immer dann haben, wenn er etwas interessantes riecht, zum Beispiel eine Wildspur und er diese unbedingt verfolgen will.
Es passiert aber auch dann, wenn der Hund schnell mal irgendwo hin möchte.
Bei Luca ist es so, dass er auf den Hinweg beim Gassigehen total gut an der Leine geht und wenn ich dann zurückgehen möchte, erinnert er sich daran, dass es gleich Frühstück gibt und wird schneller und schneller.
Hier im Video habt ihr eine typische Situation. Paul möchte möglichst schnell zum Wasser und ich erkläre ihn „So geht es nicht“. Guckt euch das Video am besten mit Ton an, denn ich erkläre noch eine Menge zu meinen einzelnen Schritten.
Was wirklich wichtig ist um den Hund an der Leine ruhiger zu bekommen
Ziehe wirklich niemals mit der Leine, um deinen Hund langsamer zu bekommen, denn das führt zu absolut gar nichts.
Die meisten Hundebesitzer, jedenfalls wie ich das so beobachtet habe, haben sowieso viel zu grobe Leinen, dick und zu lang mit viel zu großen Karabinern, mit denen kann man gar nicht vernünftig einwirken.
Wenn ich Luca am Halsband Gassi führe nehme ich solche Leine
Biothane Leine. Die dünnste Variante mit den kleinen Karabiner, 1,50 lang, vielleicht 2 m , und fertig.
Meist müsst ihr die Leine einmal nutzen, um überhaupt vor den Hund zu kommen, aber gibt sofort wieder nach. Zwei oder dreimal ein wenig zupfen ist erlaubt, aber kein Zerren und kein festes Packen.
Hier habe ich mal eine Szene nachgestellt, wenn man einen sehr schwierigen Hund hat, der wirklich schon sehr stark zieht und zerrt.
Ihr seht ja auch, wie Paul schon beschwichtigt, weil ich so stark reagiere. Aber damals, als ich das Video machte, bat mit eine Dame um Hilfe, weil ihr Hund wirklich unfassbar stark an der Leine zog.
Ganz wichtig aber: bevor ihr solche, durchaus schon deutlichen Maßnahmen ergreift, seid euch überhaupt sicher, dass euer Hund überhaupt verstanden hat, was es bedeutet schön an der Leine zu gehen.
Wenn ihr jetzt gerade denkt: „ne eigentlich geht mein Hund echt schlecht an der Leine“ dann arbeitet erstmal das ganze Leineführigkeitsprogramm durch, damit er wirklich vorher auch verstanden hat, was denn eigentlich von ihn erwartet wird.
Hier hab ich für euch ein PDF zum sofortigen Download, das ist Leinenführigkeit Schritt für Schritt.
Wer lieber ein Buch im Regal stehen hat, kann sich das Gleiche auch als ganz normales Buch kaufen, nämlich hier: Workbook Leinenführigkeit.
Auch ist die Übung vom Video nicht geeignet für Hunde, die quasi immer hektisch an der Leine sind, diese Übung macht nur Sinn bei Hunden, die ganz gelegentlich mal zu schnell werden, aber sonst gelassen mit euch spazieren gehen.
Wem grundsätzlich noch die notwendige Gelassenheit auf der Gassirunde fehlt, dem kann ich empfehlen ein Ruhetraining zu machen. Ein hektischer Hund muss erstmal lernen, sich selber runter regulieren zu können, bevor er stoppen oder bremsen überhaupt wahrnimmt. Hektische Hunde sind gedanklich meist ganz woanders, da läuft dann ein ganz anderer Film ab und evtl würden sie einfach weiter gehen, ganz gleich, ob ihr da steht oder nicht 😅
Fehlt Ruhe und Gelassenheit und ihr wisst nicht recht, wie ihr das üben könnt, hab ich da auch ein Workbook Ruhetraining .
Auch wieder als PDF zum sofortigen Download:
oder als Buch in hochwertigen Premium Farbdruck
Bei Luca mache ich das übrigens immer, dass ich ihn belohne, wenn er sich schön zurückgenommen hat. Ich bremse ihn also aus, er setzt sich und wartet, und dann gibt es gute Hundekekse. Er wird ja so schnell, weil er Hunger hat und dann ist es eine passende Gelegenheit, ihn mit den Gleichen zu belohnen, weswegen er denn nun eigentlich so schnell geworden ist.

Zu viel Tempo an der Leine
Ein Hund, der an der Leine nach vorne prescht, als ginge es um sein Leben, macht aus einem entspannten Spaziergang schnell eine Schlepperei. Du kommst nach Hause, dein Arm ist lang gezogen, dein Kopf brummt, und erholt hat sich dabei keiner von euch beiden. Wenn dein Hund an der Leine ständig zu schnell läuft, unruhig hin und her zieht und das Tempo beim Spazierengehen einfach nicht drosselt, dann liegt das so gut wie nie an bösem Willen oder daran, dass er dich ärgern will. Dahinter steht meistens ein Zusammenspiel aus Erregung und Gewohnheit, dazu ein paar Dinge, die wir Menschen ganz ungewollt selbst befeuern. Wer diese Zusammenhänge versteht, kann viel verändern. Ganz ohne Ruck an der Leine und ohne Druck.
Zu schnell heißt fast immer: zu aufgeregt
Ein hohes Tempo an der Leine hat in den allermeisten Fällen mit Gefühlen zu tun. Dein Hund rast, weil sein System auf Hochtouren läuft, nicht weil er dich provozieren will. Draußen wartet eine Welt voller Gerüche und Bewegung, voller Reize, die von überall auf ihn einprasseln. Für viele Hunde ist der Spaziergang der emotionale Höhepunkt des ganzen Tages. Diese Aufregung muss irgendwohin, und sie wandert direkt in die Beine.
Man kann sich das wie einen Erregungspegel vorstellen, der im Laufe eines Reizes ansteigt. Ist der Pegel hoch, wird der Hund schneller und hektischer, und er nimmt seine Umgebung immer weniger bewusst wahr. Er hört dann auch schlechter auf dich, weil in einem aufgeregten Gehirn schlicht kein Platz für ruhiges Nachdenken bleibt. Genau deshalb bringt es wenig, an einem rasenden Hund herumzukommandieren. Solange der Pegel oben ist, kommt bei ihm kaum etwas an. Der eigentliche Schlüssel liegt darin, diese Erregung zu senken, statt sie mit noch mehr Anspannung zu beantworten.
Warum dein Hund das Tempo hochhält
Die Gründe für zu viel Tempo sind von Hund zu Hund verschieden, und oft kommen gleich mehrere zusammen. Manche Hunde sind schlicht unterfordert und laden ihre ganze Energie in die eine Stunde des Tages ab, in der draußen etwas passiert. Andere haben nie gelernt, dass entspanntes Gehen sich lohnt, weil das Ziehen sie bisher immer ans Ziel gebracht hat. Junghunde in der Pubertät kochen ohnehin besonders schnell über, ihr Nervensystem ist in dieser Phase eine Dauerbaustelle.
Manche Rassen wurden über Generationen darauf ausgelegt, Strecke zu machen und Tempo zu halten. Für einen solchen Hund ist gemütliches Bummeln erst einmal unnatürlich, er will vorwärts, weil ihn genau das über Jahrhunderte ausgemacht hat. Dazu kommen die Hunde, die nach vorne drängen, weil sie unsicher sind und die Lage möglichst schnell unter Kontrolle bringen wollen. Bevor du am Tempo arbeitest, lohnt sich deshalb ein ehrlicher Blick darauf, was bei deinem Hund tatsächlich dahintersteckt.
Der Moment vor der Haustür entscheidet mit
Viele Spaziergänge sind schon verloren, bevor der erste Schritt getan ist. Wenn dein Hund vor dem Rausgehen aufgeregt kläfft und gegen die Tür springt, und du ihm ausgerechnet in diesem Zustand die Leine anlegst, dann startet ihr euren Spaziergang bereits bei hundertachtzig. Ein Hund, der zitternd vor Vorfreude aus der Tür stürmt, wird draußen nicht auf einmal ruhig.
Es lohnt sich, das Anleinen selbst zu einem ruhigen Moment zu machen. Warte, bis dein Hund kurz durchatmet, bis er sitzt oder wenigstens still steht, bevor die Leine ans Geschirr kommt. Öffne die Tür erst, wenn keine Hektik mehr da ist. Das klingt nach einer Kleinigkeit, entscheidet aber darüber, mit welchem Grundpegel ihr überhaupt loslauft. Ein Hund, der die Wohnung gelassen verlässt, hat draußen von Anfang an bessere Chancen, gelassen zu bleiben.
Dein eigenes Tempo wandert die Leine entlang
Hunde sind unglaublich fein darin, unsere Stimmung zu lesen, und die Leine überträgt beides in beide Richtungen. Wenn du gestresst bist, unter Zeitdruck stehst und den Spaziergang innerlich schon abhaken willst, dann spürt dein Hund diese Anspannung ganz genau. Hektik am oberen Ende der Leine erzeugt Hektik am unteren.
Der erste Schritt zu einem langsameren Hund ist deshalb oft ein langsamerer Mensch. Geh bewusst gemächlicher, atme tiefer, lass die Schultern sinken. Nimm dir vor, den Spaziergang nicht als Programmpunkt abzuarbeiten, den du hinter dich bringen musst. Diese innere Entschleunigung überträgt sich erstaunlich zuverlässig. Ich habe über die Jahre immer wieder erlebt, dass allein die ruhigere Körpersprache des Menschen einen kribbeligen Hund nach ein paar Minuten sichtbar herunterfahren lässt, ganz ohne ein einziges Kommando.
Warum Ziehen und Rasen sich von selbst belohnen
Hunde tun das, was sich für sie auszahlt, und Ziehen zahlt sich fast immer aus. Zieht dein Hund nach vorne, kommt der spannende Grashalm näher, der andere Hund, die Wiese am Ende der Straße. Jeder schnelle Schritt in Richtung Ziel bestätigt ihm ganz unmittelbar: Tempo funktioniert. Wir belohnen dieses Verhalten unbewusst hundertfach, indem wir einfach hinterherlaufen, sobald er zieht. Für den Hund ist die Sache damit klar.
Das Gute an diesem Zusammenhang ist, dass er sich auch umdrehen lässt. Wenn schnelles Ziehen nicht mehr ans Ziel führt und ruhiges Gehen deinem Hund dafür etwas Schönes einbringt, verschiebt sich mit der Zeit, was sich für ihn überhaupt lohnt. Genau hier setzt jedes gute Leinentraining an. Es geht nicht darum, dem Hund etwas zu verbieten, sondern ihm eine neue, angenehmere Erfahrung anzubieten. Und die entsteht in unzähligen kleinen Wiederholungen im Alltag, nicht in einer einzigen großen Übung.
Schnüffeln ist die Bremse, die dein Hund schon eingebaut hat
Es gibt ein Werkzeug gegen zu viel Tempo, das nichts kostet und das dein Hund von Natur aus mitbringt: seine Nase. Schnüffeln senkt nachweislich die Erregung. Der Puls sinkt und die Atmung wird ruhiger. Das Gehirn schaltet vom Renn- in den Suchmodus. Ein Hund, der ausgiebig an einem Grasbüschel arbeitet, ist danach spürbar entspannter als vorher, weil Nasenarbeit ihn auf eine tiefe Art auslastet, die reines Laufen niemals leisten kann.
Viele Menschen zerren ihren Hund vom Schnüffeln weg, weil sie vorankommen wollen. Dabei ist genau dieses Verweilen eine der besten Bremsen überhaupt. Gönn deinem Hund lange Schnüffelpausen und mach sie zu einem festen Teil des Spaziergangs. Such dir Strecken mit interessantem Untergrund, mit Hecken und Wiesenrändern, an denen es viel zu entdecken gibt. Ein Spaziergang, bei dem die Nase arbeiten darf, ist für den Hund deutlich erfüllender und läuft von ganz allein langsamer ab als ein gleichförmiges Abmarschieren auf blankem Asphalt.
Was du konkret tun kannst, damit dein Hund langsamer wird
Der wirksamste Ansatz ist, das ruhige Verhalten zu bestätigen, statt das schnelle zu bestrafen. Achte im Alltag bewusst auf die Momente, in denen dein Hund von selbst langsamer wird, kurz zu dir schaut oder mit lockerer Leine neben dir hergeht. Genau diese Momente belohnst du, mit einem Leckerchen oder der Erlaubnis, einfach weiterzugehen. Du zeigst deinem Hund damit auf die freundlichste Art, welches Tempo sich für ihn auszahlt.
Sobald Spannung auf die Leine kommt, bleibst du einfach stehen. Kein Ziehen, kein Ruck, du wirst zum Baum. Erst wenn die Leine wieder locker ist, geht es weiter. Anfangs kommt ihr auf diese Weise kaum vom Fleck, und das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Dein Hund lernt in diesen vielen Wiederholungen etwas Grundlegendes: Ziehen bringt ihn nicht schneller ans Ziel. Ruhiges Mitgehen dagegen schon. Bleib dabei selbst ruhig und freundlich. Das Ganze ist keine Machtprobe. Es ist eine geduldige Absprache über das gemeinsame Tempo.
Richtung und Tempo zu deiner Sache machen
Ein schönes Hilfsmittel für unruhige Hunde ist, im besten Sinne unberechenbar zu werden. Statt immer stur geradeaus zu marschieren, wechselst du regelmäßig die Richtung, bleibst mal stehen, gehst ein paar Schritte zurück, schlägst einen Bogen über die Wiese. Dein Hund kann dann nicht mehr einfach vorausplanen und Vollgas geben, weil er nie genau weiß, wohin es als Nächstes geht. Er fängt an, sich stärker an dir zu orientieren, und diese Aufmerksamkeit ist die Grundlage für ein ruhigeres Tempo.
Wichtig ist, dass diese Richtungswechsel freundlich bleiben und nicht als Strafe gemeint sind. Du reißt deinen Hund nicht herum und überrumpelst ihn nicht. Du machst dich einfach interessant und übernimmst die Führung über den Weg. Mit der Zeit lernt dein Hund, öfter bei dir nachzufragen, statt blind nach vorne zu stürmen. So wird aus dem täglichen Wettrennen nach und nach ein gemeinsames Gehen, bei dem du den Takt vorgibst und dein Hund gerne mitkommt.
Wenn die Unruhe aus Unsicherheit kommt
Nicht jeder schnelle Hund ist ein übermütiger Hund. Manche preschen nach vorne, weil sie sich draußen unwohl fühlen und die Situation so schnell wie möglich hinter sich bringen wollen. Sie ziehen zur nächsten Ecke, weil ihnen die offene Fläche Angst macht, oder sie hetzen an anderen Hunden vorbei, weil ihnen die Begegnung nicht geheuer ist. Dieses Tempo sieht von außen ganz ähnlich aus wie reine Aufregung, hat aber eine völlig andere Wurzel.
Bei einem unsicheren Hund hilft mehr Drill genau gar nichts, im Gegenteil, er verschlimmert die Sache oft noch. Hier geht es zuerst um Sicherheit. Halte großzügig Abstand zu dem, was deinem Hund Angst macht. Geh Strecken, die er gut kennt und die ihm ein ruhiges Gefühl geben. Lass ihm die Zeit, Dinge in Ruhe anzuschauen, statt ihn durch die Gegend zu schleusen. Wenn ein Hund sich sicher fühlt, sinkt sein Tempo oft ganz von allein, weil die innere Dringlichkeit verschwindet. Bei starker Angst lohnt sich die Begleitung durch eine gute Hundeschule oder eine Trainerin, die mit fairen, gewaltfreien Methoden arbeitet.
Ruhe ist eine Fähigkeit und will geübt werden
Ein oft übersehener Punkt: Ein Hund, der ständig zu schnell und zu unruhig an der Leine ist, ist häufig ein Hund, der im Alltag zu wenig echte Ruhe bekommt. Das klingt erst einmal widersprüchlich, ist aber ein sehr verbreitetes Thema. Hunde brauchen enorm viel Schlaf, und ein chronisch übermüdeter Hund fährt nicht herunter, sondern dreht auf. Übermüdung sieht bei Hunden ganz oft aus wie Überdrehtheit. Wenn dein Hund kaum zur Ruhe kommt, den ganzen Tag auf Empfang ist und wirklich jeden Reiz mitnimmt, dann fehlt ihm möglicherweise schlicht Erholung.
Ruhe lässt sich üben wie jede andere Sache auch. Schaff deinem Hund feste Rückzugsorte, an denen ihn niemand stört und an denen er wirklich abschalten darf. Sorg für ausreichend Schlafphasen, die sich über den ganzen Tag verteilen. Ein Hund, der zu Hause gelernt hat, richtig herunterzufahren, geht auch draußen gelassener durch die Welt. Gerade diese Arbeit an der Entspannung im Alltag wirkt sich am Ende oft stärker auf das Leinentempo aus als jede einzelne Übung, die du unterwegs machst.
Das richtige Geschirr nimmt Druck aus der Sache
Am Equipment scheitert kein Training, aber gutes Equipment macht vieles leichter. Für einen Hund, der zieht und schnell ist, eignet sich ein gut sitzendes Brustgeschirr, bei dem die Leine am Rücken eingehängt wird. So verteilt sich die Zugkraft angenehm und nichts drückt auf empfindliche Stellen. Von Geschirren, bei denen die Leine vorne an der Brust einhakt, rate ich ausdrücklich ab, weil sie in die natürliche Bewegung eingreifen und der Wirbelsäule auf Dauer schaden können. Ein einfaches Halsband ist für einen ziehenden Hund ohnehin keine gute Wahl, da der volle Zug dann auf den empfindlichen Hals geht.
Für mehr Freiheit unterwegs kann eine lange Leine wunderbar sein. Sie gibt deinem Hund Raum zum Schnüffeln und Erkunden, ohne dass du ständig am kurzen Ende bremsen musst. Viele Hunde werden mit etwas mehr Bewegungsfreiheit von ganz allein ruhiger, weil der Dauerkonflikt am straffen Band einfach wegfällt. Der ständige Zug erzeugt nämlich selbst wieder Anspannung, und die treibt das Tempo weiter nach oben.
Wie lange das dauert und was realistisch ist
Ein Hund, der über Jahre gelernt hat, dass Ziehen und Tempo ihn durchs Leben bringen, ändert das nicht innerhalb einer Woche. Sei geduldig, mit deinem Hund und genauso mit dir selbst. Es wird gute Tage geben und Tage, an denen ihr wieder zieht wie ganz am Anfang. Das gehört dazu und sagt überhaupt nichts darüber aus, ob ihr auf dem richtigen Weg seid.
Achte auf die kleinen Fortschritte. Der erste Spaziergang, an dem die Leine öfter locker war. Der Moment, in dem dein Hund an einer richtig spannenden Ecke kurz zu dir schaut, statt sofort loszupreschen. Diese leisen Zeichen zeigen dir, dass sich etwas bewegt. Dein Hund ist nicht kaputt und schon gar kein hoffnungsloser Fall. Er hat bisher nur ein Tempo gelernt, das ihm gutgetan hat, und er darf jetzt in seinem eigenen Rhythmus ein neues lernen. Mit Ruhe und Wiederholung, und mit etwas Gelassenheit auf deiner Seite, wird aus der täglichen Schlepperei nach und nach ein Spaziergang, auf den ihr euch beide wieder freut.
Hier mehr zum Thema Leinenführigkeit und Ruhetraining, was beides irgendwie ja zusammen hängt







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