Wer zum ersten Mal eine Hundeausstellung besucht, stolpert über unzählige Abkürzungen und Fachbegriffe. Plötzlich ist von CAC, CACIB, V1, Jugendbester, BOB oder FCI-Gruppen die Rede. Für Einsteiger wirkt das zunächst ziemlich verwirrend.
In diesem Ratgeber erklären wir die wichtigsten Begriffe der Hundeausstellung verständlich und ohne Fachchinesisch.
Formwertnoten
- Vorzüglich (V)
- Sehr gut (SG)
- Gut (G)
- Genügend
Platzierungen
- V1
- V2
- V3
- V4
Anwartschaften
- CAC
- Reserve CAC
- CACIB
- Reserve CACIB
- Jugend CAC
- Veteranen CAC
Titel
- Deutscher Champion VDH
- Deutscher Champion Klub
- Internationaler Champion (C.I.B.)
- Internationaler Jugendchampion
- Jugend-Champion
- Veteranen-Champion
Und viele, viele Titel mehr, zum Beispiel Landessieger, Clubsieger bis hin zum Worldwinner gibt es unfassbar viele Titel
Beste Hunde einer Rasse
- Bester Rüde
- Beste Hündin
- BOB (Best of Breed)
- BOS (Best of Opposite Sex)
Die FCI-Gruppen
Was bedeutet eigentlich Gruppe 1, Gruppe 2 oder Gruppe 4? Warum laufen Dackel in einer eigenen FCI-Gruppe, während Retriever zu den Apportierhunden gehören?
Best in Group (BIG)
Nachdem die besten Hunde jeder Rasse feststehen, treten sie innerhalb ihrer jeweiligen FCI-Gruppe gegeneinander an.
Best in Show (BIS)
Zum Abschluss einer Ausstellung treten die Sieger aller FCI-Gruppen gegeneinander an. Hier wird der Gesamtsieger der gesamten Hundeausstellung gewählt.
Richterbericht
Was steht eigentlich im Richterbericht und wie liest man ihn richtig?
Lohnt sich das Sammeln von Titeln?
Nicht jeder Hund muss Champion werden. Viele Besitzer möchten ihren Hund lediglich einmal beurteilen lassen oder gemeinsam ein schönes Hobby ausüben. Andere verfolgen gezielt den Weg zum Championtitel.

CAC, CACIB, V1, BOB, Championtitel und alle wichtigen Begriffe
Wer zum ersten Mal eine Hundeausstellung besucht, versteht oft nur Bahnhof. Da steht ein Hund mit V1 im Ring, bekommt vielleicht ein CAC, später fällt noch das Wort CACIB, danach läuft plötzlich der beste Rüde gegen die beste Hündin um das BOB, und am Ende treten Hunde aus völlig verschiedenen Rassen in Gruppen gegeneinander an.
Klingt kompliziert. Ist es am Anfang auch.
Eigentlich folgt eine Hundeausstellung aber einem ziemlich klaren System. Jeder Hund wird zuerst innerhalb seiner Klasse bewertet. Danach geht es innerhalb der Rasse weiter. Erst ganz am Ende wird über Rassegrenzen hinweg verglichen. Wer dieses System einmal verstanden hat, kann eine Ausstellung viel entspannter verfolgen und auch den eigenen Richterbericht besser einordnen.
Formwertnoten: Was bedeuten V, SG, G und genügend?
Die Formwertnote ist die fachliche Bewertung des Hundes. Sie sagt aus, wie nah der Hund nach Ansicht des Richters am jeweiligen Rassestandard liegt.
Die beste Formwertnote ist „Vorzüglich“, abgekürzt V. Ein Hund mit V entspricht dem Rassestandard in besonderem Maße. Das heißt nicht, dass er fehlerlos ist. Kein Hund ist fehlerlos. Aber er zeigt aus Sicht des Richters so viele rassetypische Vorzüge, dass er in dieser Klasse ganz oben mitlaufen kann.
„Sehr gut“, abgekürzt SG, ist ebenfalls eine gute Bewertung. Der Hund ist rassetypisch und von guter Qualität, hat aber nach Ansicht des Richters kleinere Schwächen oder zeigt sich an diesem Tag nicht optimal.
„Gut“ bedeutet, dass der Hund dem Rassetyp grundsätzlich entspricht, aber deutlichere Abweichungen oder Schwächen zeigt.
„Genügend“ ist eine sehr niedrige Bewertung. Der Hund wird zwar noch bewertet, entspricht aber nur eingeschränkt dem erwarteten Standard.
Dann gibt es noch Bewertungen wie „disqualifiziert“ oder „ohne Bewertung“. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ein Hund sich nicht anfassen lässt, aggressiv reagiert, nicht ausreichend beurteilt werden kann oder ein ausschließender Fehler vorliegt.
Wichtig ist: Eine Formwertnote ist immer eine Momentaufnahme. Sie hängt vom Hund, vom Richter, vom Zustand des Hundes, von der Präsentation und manchmal auch schlicht von der Tagesform ab.
Was bedeutet V1?
V1 bedeutet: Der Hund hat in seiner Klasse die Formwertnote „Vorzüglich“ erhalten und wurde auf Platz 1 gesetzt.
Das ist für viele Einsteiger der erste große Stolperstein. Ein V1 ist noch kein Championtitel. Es ist zunächst eine Platzierung innerhalb einer bestimmten Klasse.
Beispiel: Ein Rüde startet in der Jugendklasse. Dort sind vier Rüden gemeldet. Der Richter bewertet ihn mit Vorzüglich und setzt ihn auf Platz 1. Dann steht im Ergebnis V1.
Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Ob daraus aber eine Anwartschaft auf einen Titel wird, ist der nächste Schritt. Der Richter muss die Anwartschaft auch vergeben. Ein V1 allein bedeutet also nicht automatisch, dass der Hund eine Champion-Anwartschaft bekommen hat.
Was ist eine Anwartschaft?
Eine Anwartschaft ist im Grunde ein Baustein auf dem Weg zu einem Championtitel.
Der Hund sammelt nicht einfach Punkte wie bei einem Spiel. Er muss auf bestimmten Ausstellungen bestimmte Anwartschaften erhalten. Wenn genug Anwartschaften unter den vorgeschriebenen Bedingungen zusammenkommen, kann der Eigentümer den jeweiligen Titel beantragen.
Der Hund wird also nicht automatisch Champion, nur weil er einmal schön gewonnen hat. Champion wird er erst, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind und der Titel offiziell zuerkannt wird.
Genau deshalb ist es wichtig, Anwartschaft und Titel nicht zu verwechseln.
Was bedeutet CAC?
CAC steht für „Certificat d’Aptitude au Championnat“. Einfacher gesagt: CAC ist eine Anwartschaft auf einen nationalen Championtitel.
In Deutschland begegnet man häufig dem Begriff CAC oder CAC VDH. Je nach Ausstellung und Verband kann es verschiedene Anwartschaften geben, etwa für den Deutschen Champion VDH oder für Klub-Championtitel.
Ein CAC ist also kein fertiger Titel, sondern ein Schritt auf dem Weg dorthin.
In der Regel kommt ein CAC für Hunde aus bestimmten Klassen infrage, meistens aus Zwischenklasse, Offener Klasse, Gebrauchshundklasse oder Championklasse. Jugend- und Veteranenklasse haben eigene Anwartschaften.
Was ist ein Reserve-CAC?
Das Reserve-CAC geht an den Hund, der hinter dem CAC-Hund steht, wenn der Richter diese Reserve-Anwartschaft vergibt.
Das klingt erst einmal wie ein Trostpreis, kann aber durchaus wichtig werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Reserve-Anwartschaft aufgewertet werden. Das passiert zum Beispiel, wenn der vor ihm platzierte Hund den betreffenden Titel bereits erfüllt oder unter bestimmten Regeln nicht mehr benötigt.
Man sollte Reserve-Anwartschaften also nicht achtlos wegwerfen. Gerade wenn man gezielt Titel sammeln möchte, können sie später noch Bedeutung bekommen.
Wie wird ein Hund Deutscher Champion VDH?
Der Deutsche Champion VDH ist einer der wichtigsten nationalen Ausstellungstitel in Deutschland.
Dafür braucht der Hund fünf Anwartschaften auf den Titel Deutscher Champion VDH. Diese Anwartschaften müssen bei mindestens drei verschiedenen Richtern errungen worden sein. Außerdem müssen mindestens drei der fünf Anwartschaften auf Internationalen oder Nationalen Rassehunde-Ausstellungen gewonnen worden sein.
Das bedeutet: Man kann den Titel nicht nur über kleine Spezialausstellungen zusammensammeln. Ein Teil der Anwartschaften muss auf größeren VDH-Ausstellungen kommen.
Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Titel beantragt. Dazu benötigt man in der Regel die entsprechenden Nachweise, die Ahnentafel oder Registrierbescheinigung und die notwendigen Angaben zum Eigentümer. Erst wenn der Titel offiziell zuerkannt wurde, darf der Hund als Deutscher Champion VDH geführt werden.
Der Titel berechtigt außerdem zum Start in der Championklasse.
Gibt es beim Deutschen Champion VDH eine Wartezeit?
Beim Deutschen Champion VDH ist vor allem wichtig, dass die geforderten Anwartschaften korrekt verteilt sind: fünf Anwartschaften, mindestens drei Richter, mindestens drei Anwartschaften auf Internationalen oder Nationalen Ausstellungen.
Früher waren Wartezeiten bei Championtiteln ein Thema, und je nach Titel, Verband oder Land gibt es solche zeitlichen Vorgaben auch weiterhin. Deshalb sollte man bei jedem konkreten Titel immer die aktuelle Ordnung prüfen.
Für Einsteiger ist die wichtigste Regel: Nicht nur die Anzahl zählt. Entscheidend ist auch, wo und bei wem die Anwartschaften errungen wurden.
Wie wird ein Hund Deutscher Jugend-Champion VDH?
Der Deutsche Jugend-Champion VDH wird in der Jugendklasse errungen. In dieser Klasse starten junge Hunde, in der Regel ab 9 Monaten.
Für den Titel braucht der Hund drei Anwartschaften auf den Deutschen Jugend-Champion VDH. Davon müssen mindestens zwei Anwartschaften auf Internationalen oder Nationalen Rassehunde-Ausstellungen errungen worden sein. Außerdem müssen die Anwartschaften bei mindestens zwei verschiedenen Richtern gewonnen werden.
Eine zeitliche Einschränkung gibt es beim Deutschen Jugend-Champion VDH nach aktueller VDH-Regelung nicht.
Das ist wichtig, weil viele Aussteller noch alte Regeln im Kopf haben oder von Wartezeiten sprechen. Bei Jugendtiteln ist die Zeit ohnehin knapp, weil der Hund nur begrenzt lange in der Jugendklasse starten kann. Deshalb ist diese Regel für junge Hunde besonders relevant.
Auch hier gilt: Ein V1 in der Jugendklasse ist sehr gut, aber die Anwartschaft muss vergeben werden. Erst mit den nötigen Anwartschaften kann der Titel beantragt werden.
Wie wird ein Hund Deutscher Veteranen-Champion VDH?
Der Deutsche Veteranen-Champion VDH funktioniert ähnlich wie der Jugend-Champion, nur eben für ältere Hunde.
Veteranen starten in der Veteranenklasse, in der Regel ab 8 Jahren. Für den Titel braucht der Hund drei Anwartschaften auf den Deutschen Veteranen-Champion VDH. Davon müssen mindestens zwei auf Internationalen oder Nationalen Ausstellungen errungen werden. Außerdem müssen mindestens zwei verschiedene Richter beteiligt sein.
Auch hier gibt es nach aktueller VDH-Regelung keine zeitliche Einschränkung.
Gerade Veteranentitel sind oft sehr schön, weil sie zeigen, dass ein Hund auch im höheren Alter noch fit, rassetypisch und in guter Kondition ist.
Was ist CACIB?
CACIB ist die internationale Anwartschaft auf das internationale Schönheitschampionat der FCI.
CACIB wird nur auf Internationalen Ausstellungen vergeben, nicht auf jeder beliebigen Ausstellung. Es ist also eine höhere internationale Anwartschaft und hat mit dem FCI-System zu tun.
CACIB steht für „Certificat d’Aptitude au Championnat International de Beauté“. Auf Deutsch: Anwartschaft auf das internationale Schönheitschampionat.
Auch hier gilt wieder: Das CACIB ist nicht der Titel selbst. Es ist ein Baustein auf dem Weg zu einem internationalen Titel.
Was ist Reserve-CACIB?
Das Reserve-CACIB ist die Reserve-Anwartschaft zum CACIB.
Auch ein Reserve-CACIB kann später Bedeutung bekommen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es aufgewertet werden, etwa wenn der CACIB-Hund den internationalen Titel bereits erfüllt hat oder das CACIB aus bestimmten Gründen nicht bestätigt wird.
Für Einsteiger reicht zunächst: CACIB ist die internationale Hauptanwartschaft, Reserve-CACIB ist die internationale Reserve-Anwartschaft.
Wie wird ein Hund Internationaler Schönheits-Champion C.I.B.?
Der Internationale Schönheits-Champion der FCI wird als C.I.B. abgekürzt.
Die Voraussetzungen hängen davon ab, ob die Rasse laut FCI eine Arbeitsprüfung für den C.I.B. benötigt oder nicht.
Für Rassen ohne vorgeschriebene Arbeitsprüfung sind in der Regel vier CACIB erforderlich. Diese müssen in drei verschiedenen Ländern unter drei verschiedenen Richtern errungen werden. Zwischen dem ersten und dem letzten CACIB muss mindestens ein Jahr und ein Tag liegen.
Für Rassen mit vorgeschriebener Arbeitsprüfung gelten andere Regeln. Dort reichen für den C.I.B. grundsätzlich zwei CACIB in zwei verschiedenen Ländern unter zwei verschiedenen Richtern. Zusätzlich muss die rassespezifische Arbeitsprüfung erfüllt sein. Auch hier gilt eine Frist von mindestens einem Jahr und einem Tag zwischen dem ersten und dem letzten CACIB.
Das ist besonders wichtig bei Jagdhunderassen, Gebrauchshunderassen und anderen Rassen, bei denen die FCI nicht nur Schönheit, sondern auch Leistungsfähigkeit im Blick hat.
Was ist der C.I.E.?
Der C.I.E. ist der Internationale Ausstellungschampion der FCI.
Er ist besonders für Rassen relevant, bei denen für den C.I.B. eine Arbeitsprüfung vorgeschrieben ist. Wer diese Arbeitsprüfung nicht erfüllt, kann unter bestimmten Voraussetzungen dennoch einen internationalen Ausstellungstitel erreichen.
Für den C.I.E. braucht der Hund in der Regel vier CACIB in drei verschiedenen Ländern unter drei verschiedenen Richtern. Auch hier gilt die Frist von mindestens einem Jahr und einem Tag zwischen dem ersten und dem letzten CACIB.
Vereinfacht gesagt: Der C.I.B. ist bei manchen Rassen an eine Arbeitsprüfung gekoppelt. Der C.I.E. ist der internationale Ausstellungstitel ohne diese Arbeitsprüfung.
Was ist der Internationale Jugend-Schönheitschampion C.I.B.-J?
Der Internationale Jugend-Schönheitschampion C.I.B.-J ist ein neuerer FCI-Titel.
Er richtet sich an Hunde in der Jugendklasse. Dafür braucht der Hund FCI-Jugend-CACIB-Anwartschaften, die auf Internationalen Ausstellungen mit CACIB vergeben werden.
Der Titel ist deshalb interessant, weil junge Hunde heute nicht nur nationale Jugendtitel sammeln können, sondern auch einen internationalen Jugendtitel der FCI erreichen können.
Gerade für ambitionierte Aussteller ist das spannend, weil der Hund nur eine begrenzte Zeit in der Jugendklasse starten kann. Wer diesen Titel anstrebt, muss also rechtzeitig planen: passende Internationale Ausstellungen auswählen, Länder beachten, Richter beachten und die Nachweise sauber sammeln.
Was ist der Internationale Veteranen-Schönheitschampion C.I.B.-V?
Der C.I.B.-V ist das Gegenstück für Veteranen.
Auch dieser FCI-Titel wurde geschaffen, um erfolgreichen älteren Hunden einen internationalen Veteranentitel zu ermöglichen. Er wird über Veteranen-Anwartschaften auf Internationalen Ausstellungen aufgebaut.
Für Besitzer älterer Hunde kann das ein sehr schöner Titel sein, weil er nicht nur Schönheit, sondern auch Erhaltung, Kondition und Vitalität im Alter sichtbar macht.
Was bedeutet BOB?
BOB steht für „Best of Breed“. Auf Deutsch: bester Hund der Rasse.
Nachdem die Klassenbewertungen abgeschlossen sind, werden die besten Hunde einer Rasse miteinander verglichen. Am Ende wird entschieden, welcher Hund die Rasse an diesem Tag am besten vertritt.
Das kann ein Rüde oder eine Hündin sein. Es kann ein junger Hund sein, aber meistens geht das BOB an einen erwachsenen Hund. Je nach Ausstellung und Reglement treten verschiedene Klassensieger oder Anwartschaftshunde gegeneinander an.
Das BOB ist eine wichtige Auszeichnung, weil dieser Hund anschließend die Rasse im weiteren Wettbewerb vertreten darf.
Was bedeutet BOS?
BOS steht für „Best of Opposite Sex“. Gemeint ist der beste Hund des anderen Geschlechts.
Wenn zum Beispiel ein Rüde BOB wird, kann die beste Hündin BOS werden. Wird eine Hündin BOB, kann der beste Rüde BOS werden.
BOB und BOS zeigen also: Das ist der beste Hund der Rasse insgesamt und der beste Vertreter des anderen Geschlechts.
Was bedeutet Bester Rüde und Beste Hündin?
Bevor BOB und BOS vergeben werden, wird häufig zunächst der beste Rüde und die beste Hündin ermittelt.
Dafür treten die jeweils besten Hunde aus den relevanten Klassen gegeneinander an. Der beste Rüde konkurriert dann mit der besten Hündin um das BOB. Der unterlegene Hund des anderen Geschlechts erhält häufig BOS.
Für Zuschauer ist dieser Teil oft verwirrend, weil Hunde mehrfach in den Ring gehen. Das ist aber normal. Ein Hund kann erst seine Klasse gewinnen, dann bester Rüde oder beste Hündin werden und anschließend noch um BOB laufen.
Was sind FCI-Gruppen?
Die FCI teilt Hunderassen in zehn Gruppen ein. Diese Gruppen ordnen Rassen nach Herkunft, Verwendung oder Typ.
Dackel gehören zur FCI-Gruppe 4. Das ist eine eigene Gruppe nur für Dachshunde.
Retriever gehören zur FCI-Gruppe 8. Dort finden sich Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde.
Schäferhunde und Treibhunde gehören zur Gruppe 1. Pinscher, Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde gehören zur Gruppe 2. Terrier stehen in Gruppe 3. Spitze und Hunde vom Urtyp stehen in Gruppe 5. Laufhunde und Schweißhunde gehören zur Gruppe 6. Vorstehhunde zur Gruppe 7. Gesellschafts- und Begleithunde zur Gruppe 9. Windhunde zur Gruppe 10.
Diese Gruppen sind auf großen Ausstellungen wichtig, weil die besten Hunde jeder Rasse später innerhalb ihrer FCI-Gruppe gegeneinander antreten.
Was bedeutet BIG?
BIG steht für „Best in Group“.
Nachdem in den einzelnen Rassen das BOB vergeben wurde, treten die BOB-Hunde innerhalb ihrer FCI-Gruppe gegeneinander an.
Ein Beispiel: Alle Rassebesten aus der FCI-Gruppe 8 treten gegeneinander an. Also zum Beispiel Labrador Retriever, Golden Retriever, Flat Coated Retriever, Curly Coated Retriever, Nova Scotia Duck Tolling Retriever, Chesapeake Bay Retriever und weitere Rassen dieser Gruppe.
Der Richter wählt daraus den besten Hund der Gruppe. Das ist dann der Gruppensieger oder Best in Group.
Was bedeutet BIS?
BIS steht für „Best in Show“.
Das ist der große Abschluss einer Ausstellung. Die Sieger der FCI-Gruppen treten gegeneinander an. Aus ihnen wird der beste Hund der gesamten Ausstellung gewählt.
Das BIS ist also nicht mehr rassespezifisch. Hier steht der beste Hund der ganzen Ausstellung im Mittelpunkt.
Für den normalen Einsteiger ist das oft der Moment, in dem die Ausstellung besonders spektakulär wirkt. Viele Zuschauer sehen dann zum ersten Mal, wie unterschiedlich Rassen sein können und trotzdem nach einem gemeinsamen Ausstellungssystem bewertet werden.
Was bedeutet Championklasse?
In der Championklasse starten Hunde, die bereits einen anerkannten Championtitel besitzen und diesen nachweisen können.
Das bedeutet: Ein Hund kommt nicht einfach in die Championklasse, weil der Besitzer ihn besonders schön findet. Der Titel muss offiziell zuerkannt sein und bei der Meldung nachgewiesen werden.
Die Championklasse ist oft stark besetzt, weil dort erfahrene und bereits erfolgreiche Hunde laufen.
Was bedeutet Jugendklasse?
In der Jugendklasse starten junge Hunde, meistens im Alter von 9 bis 18 Monaten.
Diese Klasse ist für viele Besitzer der Einstieg ins Ausstellungswesen. Der Hund ist noch nicht fertig entwickelt, wird aber bereits nach seinem Alter und Entwicklungsstand beurteilt.
Ein Jugendhund muss nicht aussehen wie ein erwachsener Champion. Gute Richter berücksichtigen, dass junge Hunde noch in der Entwicklung sind.
Was bedeutet Zwischenklasse?
Die Zwischenklasse liegt zwischen Jugendklasse und den erwachsenen Klassen. Sie ist für Hunde gedacht, die aus der Jugendklasse herausgewachsen, aber noch nicht vollständig ausgereift sind.
Gerade bei spät entwickelnden Rassen kann die Zwischenklasse sinnvoll sein, weil der Hund dort nicht sofort gegen voll ausgereifte ältere Hunde antreten muss.
Was bedeutet Offene Klasse?
Die Offene Klasse ist eine der wichtigsten erwachsenen Klassen.
Hier starten Hunde, die altersmäßig erwachsen genug sind und keine besonderen Voraussetzungen für eine andere Klasse erfüllen müssen. Viele Familienhunde, Zuchthunde und Ausstellungshunde laufen in der Offenen Klasse.
Was bedeutet Gebrauchshundklasse?
Die Gebrauchshundklasse gibt es für Rassen, bei denen entsprechende Arbeits- oder Leistungsnachweise relevant sind.
Der Hund muss dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese Klasse zeigt besonders deutlich, dass Ausstellungen nicht nur Schönheitsveranstaltungen sind. Bei vielen Rassen spielt die ursprüngliche Verwendung weiterhin eine Rolle.
Was bedeutet Veteranenklasse?
In der Veteranenklasse starten ältere Hunde, meist ab 8 Jahren.
Diese Klasse ist oft besonders schön anzusehen, weil dort Hunde vorgestellt werden, die auch im Alter noch gesund, gepflegt und rassetypisch sind. Ein guter Veteran zeigt nicht nur Schönheit, sondern auch Substanz.
Was steht im Richterbericht?
Der Richterbericht ist die schriftliche Beurteilung des Hundes.
Darin beschreibt der Richter den Hund aus seiner Sicht. Er geht auf Körperbau, Kopf, Ausdruck, Gebiss, Rückenlinie, Winkelungen, Fell, Bewegung, Verhalten und Gesamteindruck ein.
Ein Richterbericht ist nicht immer leicht zu lesen. Manche Formulierungen klingen freundlich, bedeuten aber trotzdem Kritik. Andere Sätze wirken streng, sind aber im Ausstellungswesen ganz normal.
Ein Beispiel: „Könnte im Rücken etwas fester sein“ bedeutet, dass der Richter hier eine Schwäche sieht. „Noch etwas jugendlich in der Entwicklung“ ist bei einem jungen Hund dagegen oft kein Drama.
Muss jeder schöne Hund Champion werden?
Nein.
Ein Hund kann ein wunderbarer, rassetypischer und gesunder Hund sein, ohne jemals Champion zu werden. Titel hängen von vielen Dingen ab: Qualität, Konkurrenz, Richter, Präsentation, Pflegezustand, Kondition, Ausstellungsauswahl und manchmal auch davon, ob man überhaupt Lust hat, regelmäßig zu fahren.
Championtitel sind schön. Sie können für Züchter wichtig sein und sie zeigen, dass ein Hund mehrfach erfolgreich bewertet wurde. Aber sie sind nicht der einzige Maßstab für den Wert eines Hundes.
Gerade Familienhunde dürfen Ausstellungen auch einfach als gemeinsames Hobby erleben.
Warum sind Titel trotzdem wichtig?
Titel haben im Ausstellungswesen eine klare Funktion. Sie zeigen, dass ein Hund nicht nur einmal zufällig gewonnen hat, sondern wiederholt und unter verschiedenen Richtern erfolgreich war.
Für Züchter können Titel wichtig sein, weil sie eine zusätzliche Einschätzung zur Qualität des Hundes liefern. Sie ersetzen aber keine Gesundheitsuntersuchungen, keine Wesensbeurteilung und keine ehrliche züchterische Verantwortung.
Ein Championtitel sagt: Dieser Hund wurde im Ausstellungssystem mehrfach erfolgreich bewertet.
Er sagt nicht automatisch: Dieser Hund ist perfekt, frei von gesundheitlichen Risiken oder für jede Zucht geeignet.
Fazit: Erst das System verstehen, dann die Titel jagen
Am Anfang wirken CAC, CACIB, V1, BOB, BOS, BIG und BIS wie eine Geheimsprache. Sobald man das System verstanden hat, wird es deutlich logischer.
Zuerst wird der Hund in seiner Klasse bewertet. Dann geht es um Anwartschaften. Danach werden innerhalb der Rasse die besten Hunde ermittelt. Anschließend treten die Rassebesten in ihren FCI-Gruppen an. Ganz am Ende steht der beste Hund der gesamten Ausstellung.
Wer mit seinem Hund ausstellen möchte, sollte sich nicht sofort verrückt machen lassen. Der erste Schritt ist nicht der Championtitel. Der erste Schritt ist ein Hund, der sich im Ring wohlfühlt, ruhig stehen kann, sich anfassen lässt und sauber läuft.
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